Blog Archives

REZENSION: Christoph Marzi – Malfuria 3. Die Königin der Schattenstadt

DSCF2503

Reihe: Malfuria 3
Seiten: 342
ISBN: 978-3401061283

Der dritte und damit letzte Band der Malfuria Trilogie “Die Königin der Schattenstadt” schließt direkt an den Vorgängerband “Die Hüterin der Nebelsteine” an. Diejenigen, die noch keinen Band der Reihe gelesen haben, sollten hier besser nicht weiterlesen, da hier für diejenigen zu viel verraten wird.

Catalina und Jordi sind beide auf der Flucht vor den Schatten, nur leider getrennt voneinander.
Catalina will dringend ihre Großmutter Nuria Niebla finden, doch leider kommt das Treffen nicht zustande, sodass sie zusammen mit der Spinx Miércoles und dem Schatten des alten Kartenmaches Márquez in die Stadt der Schatten reist. Dort gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten und man erfährt, was es mit den Schatten auf sich hat.
Jordi hingegen hat nur einen Wunsch: Catalina finden und ihr alles erzählen. Denn endlich hat er sein Gedächtnis wieder und kann sich an alles erinnern, nur leider etwas zu spät…
Er versucht mit den anderen vor den Schatten zu fliehen, was allerdings gar nicht so einfach ist, da sie eine Blockade eröffnet haben und niemanden aus Lisboa rauslassen wollen. So befindet sich Jordi wieder an Bord des Falkens, wo auch Makris de los Santos ist, die immer mehr zu Stein wird und es wohl keine Rettung mehr für sie gibt.

Nachdem ich Band 2 der Trilogie beendet hatte, konnte ich nicht länger warten und ich habe sofort mit dem dritten Band angefangen, auch wenn es dann heißt Abschied nehmen von vielen liebgewonnenen Personen, was mir bei Marzi immer recht schwer fällt.
Es ist bis zum Ende hin spannend. Es kommt immer ein neues Detail zu den Schatten hervor, bis zum Showdown am Ende. Zwar scheint es auf den ersten Blick recht einfach, die Figuren in “gut” und “böse” einzuteilen, doch je mehr man erfährt, desto schwieriger gelingt das. Denn auch hier sind die Figuren nicht eindimensional, auch wenn man einen Unterschied zur Uralten Metropole findet, allerdings ist die Malfuria Trilogie auch mehr eine Reihe für Jugendliche.

Das Ende hat mich sehr überrascht und lässt die Trilogie komplexer erscheinen, als man zuerst annimmt.
Da Jordi und Catalina die meiste Zeit über getrennt sind, wechselt sich die Perspektive so wieder ab und man erlebt, was diese im Moment durchmachen. Doch was ich sehr schön fand war, dass sie dennoch oft aneinander gedacht haben und so die Liebe, die zwischen ihnen ist, auch weiterhin glaubhaft ist.

Die Aufmachung gefällt mir hier auch wieder sehr gut, wie das blaue Lesebändchen, dass sehr passend zum Buch ist. Da hat der Arena Verlag mal wieder sehr gute Arbeit geleistet!

Leider ist die Malfuria Reihe nur eine Trilogie. Die Fragen, die während der Lektüre zu dem Buch aufgekommen sind, wurden hier alle beantwortet und ist somit ein sehr schöner Abschluss. Das Ende hat mir sehr gut gefallen und da man leider nicht erfährt, wie es mit den Protagonisten weitergeht, ist es dennoch sehr hoffnunngsvoll und lässt mich sehr zufrieden zurück. Dennoch heißt es jetzt Abschiednehmen von vielen Personen, die ich jetzt lange begleitet habe. Aber die Trilogie wird auf alle Fälle ein sicheres Plätzchen in meinem Regal haben und ich werde noch oft an sie zurückdenken.

Possibly Related Posts:


REZENSION: Martin Beyer – Alle Wasser laufen ins Meer

DSCF1989

Seiten: 240
ISBN: 3608936092

“Alle Wasser laufen ins Meer” erzählt episodenhafte Ausschnitte aus dem Leben von Georg Trakl, einem Dichter des Expressionismus. Georg Trakl war, wie viele Dichter seiner Zeit, eine zerrissene Person. Er war schlecht in Mathe, Latein und Griechisch und traf sich oft mit Dichterkollegen. Er betäubt sich oft mit Drogen, wie “bestrichene” Zigaretten, Opium oder auch Alkohol. Seine jüngere Schwester Margarethe geht in Wien auf ein Internat. Wenn sie zu Hause in Salzburg ist, verbringen sie und Georg viel Zeit miteinander. Und eben auf diese Beziehung wird ein besonderes Augenmerk gelegt. Zwar steht diese nicht immer im Mittelpunkt, aber der Autor kehrt immer wieder darauf zurück. Den beiden Geschwistern wird eine inzestuöse Beziehung nachgesagt, allerdings gibt der Autor hierdrauf keine Antwort, ob es wirklich so war. Zwar spürt man als Leser, dass diese beiden Menschen mehr als nur “Geschwisterliebe” verbindet, aber dennoch wird es eigentlich offen gelassen.
Margarethe, genannt Grete, liebt den Freund ihres Bruders, Erhard Buschbeck, doch diese Liebe scheint nicht auf Gegenseitigkeit zu beruhen und so stürzt sich auch Grete nicht nur in ihre künstlerische Welt als Klavierspielerin und Komponistin und betäubt ihren “Schmerz” mit Alkohol.

Doch die “Leichtigkeit”, die im ersten Teil des Buches vorherrschte, legte sich schnell mit dem Tod des Vaters 1910. Denn dadruch geriet die Familie in finanzielle Not, sodass Grete nicht länger ihre Schule in Wien besuchen konnte und nach Berlin ziehen musste. Auch Georg musste sich von nun an mit kleineren Jobs durchschlagen, bis er sich 1914 dazu entscheidet, in den Krieg zu ziehen und was er dort erlebt, nimmt ihm letztlich jeglichen weiteren Lebensmut…

Georg Trakl ist mir zuerst in der Schule im Deutschunterricht begegnet, als wir expressionistische Gedichte durchgenommen haben. Damals habe ich nur grob etwas zu seinem Leben erfahren und immer vorgehabt, mich mehr mit ihm zu beschäftigen, sowie mit der Zeit in der er lebte, also der Anfang des 20. Jahrhunderts. Demnach war ich sehr gespannt auf den Roman “Alle Wasser laufen ins Meer”, der nicht nur das Leben von Georg Trakl beleuchtet, sondern auch sehr gut seine Zeit. Allerdings sollte man sich auch für diese Zeit und die Künstlerszene interessieren, sonst tut man sich mit diesem Buch keinen Gefallen. Wie bereits erwähnt, behandelt dieser Roman nicht das gesamte Leben Georg Trakls, sondern nur Ausschnitte und daher sollte man sich besser schon etwas mit seinem Leben vorher beschäftigt haben, um an diesem Buch Genuss haben zu können.

Der Autor benutzt eine, wie ich finde, sehr schöne Sprache, die sich zwar toll lesen lässt, aber nicht ganz einfach, wie bei anderen Romanen. Er fängt die Zeit sehr gut ein und man merkt gar nicht, dass man sich bereits dem Ende nähert, denn leider besitzt der Roman “nur” 240 Seiten.
Das Cover empfinde ich als sehr gelungen und ich denke, dass es die beiden Geschwister darstellen soll. Auf Farben wird weitesgehend verzichtet, bis auf den Titel und das Logo des Verlages, so dass diese etwas herausstechen. Der Titel klingt sehr schön und darauf wird im Buch auch noch Bezug genommen. Der Grundton des Buches ist eher sehr melancholisch und traurig. Ein Brief von Grete an Georg wurde in vier Teile eingeteilt, und am Anfang und am Ende der insgesamt drei Teile des Buches eingefügt.
Allerdings muss ich bemängeln, dass vorallem am Anfang manche Sätze auf Französisch stehen, die zwar eigentlich passen, aber nicht übersetzt werden und Leute, die kein Französisch kennen, da sicherlich Probleme mit haben werden.
Ansonsten kann ich dieses Buch nur empfehlen.

4,5

Possibly Related Posts:


REZENSION: Boris Zatko – Anna Fink: Die Fanfare des Königs

DSCF1794

Reihe: Anna Fink Bd. 1
Seiten: 381
ISBN: 3833936746

Anna sitzt mit ihrer Mutter Linda Fink im Zug, denn sie sind auf dem Weg nach Taustadt, wo ein Erbe auf die beiden wartet.
Nachdem Annas Vater Hiram bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, hat sich die Situation für die kleine Familie sehr verschlechtert. Nicht nur die Trauer um Mann und Vater ist groß, sondern auch finanziell sieht es alles andere als rosig aus und die Familie wird regelrecht vom Pech verfolgt, sodass Anna und Linda erstmal bei einer Tante wohnen müssen, die sie gar nicht mögen. Doch dann die Überraschung: Wie es scheint, hat Hiram ihnen doch mehr vermacht, als “nur” einen roten Koffer, den Anna nun besitzt und einer alten kaputten Taschenuhr, die Linda immer bei sich trägt. Mit dem letzten Geld, dass sie besaßen, haben sie sich zwei Zugtickets gekauft und auf den Weg gemacht. Zwar freuen sie sich auf die Erbschaft, doch die Freude wird etwas getrübt, da sie nicht wissen, was sie genau erwarten wird.
In Taustadt angekommen, passieren auch gleich viele merkwürdige Dinge. Auch der Notar scheint ein seltsamer Mensch zu sein und dann sind da noch diese Zigeuner, die sich im Garten des geerbten Hauses
befinden und Anna und Linda wohl nicht ganz die Wahrheit zu sagen scheinen…
Bald ahnt Anna, dass sie und ihre Mutter sich wohl mitten in einer Verschwörung befinden…

Auf den ersten Band “Die Fanfare des Königs” der Trilogie um Anna war ich schon seit Monaten gespannt! Das Buch wurde zuerst 2007 in einem BoD-Verlag veröffentlicht und nun endlich in einem richtigen Verlag, was sich wirklich sehr gelohnt hat und ich hoffe, der Autor sowie das Buch die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen.
Da ich bisher nur positive Stimmen zu dem Buch kenne, bin ich mit großen Erwartungen an das Buch gegangen und ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil, meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen!
Die Geschichte um Anna hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und daher hatte ich es in kurzer Zeit schon durch, leider muss ich sagen, denn nun muss ich noch gespannter auf den 2. Band warten.

Boris Zatko benutzt eine sehr schöne, bildhafte Sprache, die die Geschichte noch lebendiger macht, als sie ohnehin schon ist.
Man trifft auf die verschiedensten Charaktere, die es geben kann, manche muss man sofort gern haben, andere sind einem von vornherein unsympathisch. Dennoch handeln alle Personen sehr glaubwürdig und wirken auf mich immer sehr authentisch.
Es gibt viele überraschende Wendungen, doch am Ende werden eigentlich alle Fragen geklärt, sodass dieser Band zwar der Auftakt einer Trilogie ist, aber dennoch in sich geschlossen ist.
Auch ist der Showdown am Ende nicht allzu brutal, sodass sich Kinder sicherlich nicht ängstigen brauchen und es für mich zu einem wundervollen Wohlfühlbuch macht.

Doch der Autor hat nicht nur eine wundervolle Geschichte geschrieben mit tollen Charakteren, sondern das Cover und die Bilder im Buch wurden alle von ihm selbst gezeichnet. Bei jedem Kapitelanfang gibt es eine neue Zeichnung, die in dem jeweiligen Kapitel eine Rolle spielt. Zwar sind diese in schwarz-weiß gehalten, aber dennoch sehen sie wirklich toll aus und passen sehr gut ins Buch.

Boris Zatko ist mit “Die Fanfare des Königs” ein wirklich tolles Kinderbuch gelungen, das allerdings nicht nur was für Kinder ist, sondern an dem Menschen jeglichen Alters sicherlich ihren Spaß haben werden.

5

Possibly Related Posts:


REZENSION: Walter Moers – Der Schrecksenmeister

DSCF1440

Reihe: Zamonien
Seiten: 383
ISBN: 3492253776

Das Krätzchen Echo steht vor dem Nichts nachdem sein Frauchen starb. Doch eines Tages begegnet ihm der schreckliche Stadtschrecksenmeister Eißpin, der ihm ein Angebot macht: Eißpin wird sich um Echo kümmern und ihm nur leckere Sachen zum Essen geben, wenn sich Echo dafür bereit erklärt, ihm beim nächsten vollen Mond sein Fett zu geben, und sich dadurch von ihm umbringen zu lassen.
Echo ist zwar nicht begeistert, dennoch akzeptiert er die Vereinbarung, schließlich ist es ihm lieber vollgefuttert zu sterben, als einen qualvollen Hungertod…

“Der Schrecksenmeister” ist mittlerweile das vierte Buch, das ich von Walter Moers gelesen habe und ich bin wiedermal begeistert! Allerdings muss ich sagen, dass sich “Der Schrecksenmeister” doch sehr von seinen anderen Romanen unterscheidet und das liegt vorallem daran, dass er sich einen Klassiker als Vorlage für diesen Roman ausgesucht hat. Zwar unterscheiden diese sich sehr, aber die Grundlage ist dennoch vorhanden und auch manche Namen hat Moers nur umgedichtet, z.B. wurde aus “Pineiß” (Spiegel. Das Kätzchen) “Eißpin” (Der Schrecksenmeister) oder aus “Seldwyla” (Spiegel. Das Kätzchen) “Sledwaya”.
Dennoch gibt es viele Überraschungen und Auftritte von fantastischen Wesen, wie z.B. die Ledermäuse. Allerdings lässt Moers hier seiner Fantasie nicht vollen Lauf, wie man es von seinen anderen Romanen gewohnt ist, aber das hat mich nicht gestört, da es für mich so einfach zu dem Buch gepasst hat.

Die Atmosphäre in “Der Schrecksenmeister” ist wesentlich düsterer als man es von Moers gewohnt ist, aber dennoch hat man als Leser oft viel zu lachen. Sehr schön fand ich es von Eißpin mehr zu erfahren, sodass man ihm am Ende nicht mehr als so schrecklich erachtete wie anfangs, denn auch er hat seine Geschichte und ist nicht einfach nur “böse”.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Das Cover der HC-Ausgabe ist dasselbe wie auch auf der TB-Ausgabe (die ich besitze). Zu sehen ist ein blaues Dach, mit einem kleinen Loch, aus dem Echo hervorschaut. Oben sind dann noch drei fliegende Ledermäuse zu sehen. Außerdem fand ich es ganz toll, dass die TB-Ausgabe ein Kratzen-Lesezeichen dabei hatte!
Wie man es von Moers gewohnt ist, befinden sich hier im Buch mehrere Bilder, ebenso wie auch die Schriftart hin und wieder etwas verändert wurde. Eben typisch Moers.

Zwar reicht “Der Schrecksenmeister” für mich nicht ganz an meinen Liebling “Die Stadt der träumenden Bücher” heran, aber da ist er nur ganz ganz knapp dran gescheitert.
Ein eher ungewöhnlicher Moers, aber absolut lesenswert und ein großer Spaß, wenn man sich darauf einlässt.

5

Possibly Related Posts:


Auf der Buchmesse…

…war ich dieses Jahr leider, leider nicht, aber dennoch habe ich ein kleines Andenken an die Frankfurter Buchmesse 09 bekommen. Vielen, vielen Dank liebe Melanie *knuddel*

DSCF2486

Ein Autogramm von Isabel Abedi

DSCF2489

Und je eine Karte zu Heaven – Stadt der Feen und Lucian. Diese werden ihr Dasein vermutlich als Lesezeichen fristen :)

Liebe Melli, ich habe mich und freue mich immernoch sehr darüber, dass war wirklich sehr sehr lieb, dass du an mich gedacht hast *knuddel*

Possibly Related Posts: