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Gayle Forman – Nur ein Tag

nur ein tag Von Gayle Forman las und liebte ich vor ein paar Jahren ihren Zweiteiler „If I stay“ und „Where she went“. Daher stand „Nur ein Tag“ schon lange auf meiner Leseliste und ich war insgesamt sehr gespannt darauf. Als mir vor kurzem das deutsche Hörbuch in die Hände fiel, habe ich damit angefangen und bin leider doch etwas enttäuscht worden.

Die Protagonistin in „Nur ein Tag“ ist die 18-jährige Amerikanerin Allyson. Am Anfang der Geschichte befindet sich Allyson in Europa. Nach ihrem Abschluss schickten ihre Eltern sie auf eine Rundreise durch verschiedene europäische Hauptstädte. Allyson ist ein ruhiger, braver Mensch. An einem Abend lernt sie den Niederländer Willem kennen, der das totale Gegenteil von ihr ist und kurzerhand trifft Allyson die abenteuerlichste und spontanste Entscheidung ihres Lebens: Bevor sie wieder zurück in die USA muss, will sie mit Willem einen Tag und eine Nacht in Paris verbringen. Heimlich, ohne, dass die Veranstalter*innen der Europareise etwas davon erfahren. Gesagt, getan. Doch als Allyson dann am nächsten Tag in Paris aufwacht, ist sie alleine. Willem ist nicht mehr da und kurze Zeit später zurück daheim, kann sie ihn auch einfach nicht vergessen.

Inhaltlich klingt die Geschichte ganz nett und eigentlich hatte ich mir eine schöne, leichte Liebesgeschichte erhofft. Leider, habe ich das nicht so wirklich bekommen. Mein Problem fing bereits damit an, dass ich anfangs schnell von Allyson genervt war. Mir fehlte eine eigene Persönlichkeit. Sie ist ruhig, unscheinbar und vergleicht sich ständig mit anderen und fühlt sich natürlich auch viel unattraktiver als z.B. ihre Freundin Melanie. Natürlich gibt diese Ausgangslage viel Platz, damit sie sich weiterentwickeln kann, was sie zum Ende der Geschichte auch tut, aber Sympathiepunkte kann sie bei mir allerdings so nicht gewinnen. Und auch wenn sie auf ihrer Europatour, die von ihren Eltern spendiert wird, jammert, dass die Städte ja nicht soo toll sind, wie in den Filmen, dann nervt mich das und lässt sie auf mich sehr privilegiert und unüberlegt wirken. Schlechter Start also.
Erst als Allyson wieder zurück in den USA war und sich auf ihr neues Leben vorbereiten musste, wurde sie mir allmählich sympathisch. Ich mochte die Szenen, in denen Allyson klar wird, dass das Leben, das ihre Eltern für sie aussuchten, nichts für sie ist, und sich allmählich umorientierte und Dinge ausprobierte, die sie wollte. Auch mit dem Wissen, dass ihren Eltern das nicht gefallen wird, aber sie trotzdem versuchte, ihren Weg zu gehen. Ich mochte, wie sie neue Freundschaften schließ und besonders Deen und ihren Shakespeare-Kurs.

Was ich hingegen nicht mochte und ich wünschte, dass das einfach nicht passiert wäre, war, wie sie Willem auch nach einem Jahr, das vergangen ist, noch nachhängt. Sie verbrachten einen Tag und eine Nacht in Paris und danach verschwand er spurlos. Ließ sie ganz alleine in einer fremden Stadt zurück, in der sie noch nie war, deren Sprache sie nicht sprach. Für mich ist er ein Arsch und ich wünschte, sie hätte ihn einfach vergessen.

Und dann endet „Nur ein Tag“ leider relativ offen. Was an dem Morgen in Paris vorgefallen ist, wird nicht geklärt, da es ja noch einen zweiten Band gibt, der aus der Sicht von Willem erzählt wird. Vermutlich wird das auch der einzige Grund sein, warum ich evtl. in „Und ein ganzes Jahr“ reinhören werde.

Das Hörbuch wird von Jodie Ahlborn gesprochen. Bisher hatte ich noch kein Hörbuch gehört, das von ihr gelesen wird. Anfangs fand ich ihre Stimme etwas zu ruhig und langsam, aber das ging schnell vorbei und ich habe ihrer Stimme gerne gelauscht.

Gelesen im Juli 2016.
Bewertung: 2/5

Ausgabe:
Hörbuch
Sprecherin: Jodie Ahlborn
Übersetzung: Stefanie Schäfer
Minuten: 474
Verlag: Argon
ISBN: 978-3-8398-1470-3

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Jasmine Warga – Mein Herz und andere schwarze Löcher

Mein Herz und andere schwarze LöcherZugegeben, „Mein Herz und andere schwarze Löcher“ stand nicht allzu weit oben auf meiner Leseliste – dafür sind in den letzten Monaten, gefühlt, zu viele YA-Romane erschienen, die Depressionen und Suizid zum Thema hatten.

„Depression, das bedeutet: ein Gefühl der Schwere, dem man nicht entrinnen kann. Das Gewicht lastet auf einem wie Blei und macht selbst die banalsten Dinge, wie das Binden von Schnürsenkeln oder das Kauen von Toastbrot, so anstrengend, als müsste man dreißig Kilometer bergauf laufen. Depressionen sind ein Teil von dir; sie sitzen in deinen Knochen und in deinen Adern. Wenn ich etwas über Depressionen weiß, dann das: Es gibt kein Entrinnen.“ (S. 25-26)

In „Mein Herz und andere schwarze Löcher“ geht es um Aysel und Roman, die sich auf einem Internetforum kennen lernen, in dem es darum geht, einen Partner zu finden, mit dem man Selbstmord begehen möchte. Die Kapitel sind, passenderweise, in verschiedene Tage eingeteilt und mit der Tageszahl versehen, die ihnen noch bis zum Tag X bleiben.

Leider hatte ich schon ziemlich schnell den Eindruck, dass mir das ganze einfach zu konstruiert ist. Schnell, für meinen Geschmack zu schnell, freunden sich Aysel und Roman an. Kaum weiß Aysel wann der Tag X sein wird, schon passieren ständig Dinge, die sie letztlich doch daran zweifeln lassen. Von daher war mir schon schnell klar, wie das nur enden kann.
Und dann die Liebesgeschichte. Besonders hier kam sie mir einfach fehl am Platz vor. Aysel und Roman sind beide zwei junge Menschen, die sich selbst isoliert haben und keine Freunde_innen haben. Warum muss die Autorin da Liebe entstehen lassen und nicht einfach eine Freundschaft?

Aysel mochte ich trotzdem gerne. Sie hört nur klassische Musik und in Situationen, in denen sie sich unwohl fühlt, summt sie die Melodie ihrer Lieblingsstücke vor sich hin. Außerdem interessiert sie sich für Naturwissenschaften, besonders Physik und ihre philosophischen Gedanken dazu in Verbindung mit Tod fand ich sehr interessant zu lesen.

Ich hatte oft den Eindruck hatte, dass Warga gut zum Thema Depression recherchiert hat und sie passende Vergleiche (z. B. die schwarze Qualle, die jegliche Freude aufsaugt) findet. Auch passend finde ich, wie sie die Familien von Aysel und Roman darstellt. Beide sind so mit ihrer Depression beschäftigt und vernebelt, dass sie gar nicht bemerken, wie ihre Familien versuchen, sich um sie zu kümmern.

„Was die meisten Leute nicht verstehen: Depressionen haben nichts mit der Umgebung, den äußeren Umständen zu tun. Es geht nur um die Innenwelt. Etwas in mir stimmt nicht. Klar, es gibt Dinge in meinem Leben, die mir ein Gefühl von Einsamkeit vermitteln, aber durch nichts fühle ich mich so isoliert und verängstigt wie durch die Stimme in meinem eigenen Kopf.“ (S. 59)

Allerdings muss ich aber auch sagen, dass ich manche Stelle doch etwas problematisch fand, z.B.

„Jetzt verziehen sich seine Lippen zu einem Halbmondlächeln. Ich glaube, ich habe seit drei Jahren nicht mehr gelächelt. FrozenRobot sollte seine Entscheidung noch mal überdenken. Vielleicht ist er gar nicht so depressiv, wie er glaubt.“ (S. 54)

Das erinnert mich ganz stark daran, dass unsere Gesellschaft oft ein ganz bestimmtes Bild von einem depressiven Menschen hat. „Richtig depressiv“ ist nur wer, der_die nur zu Hause bleibt, nur traurig ist und es auch zeigt, nichts isst, nicht am Leben teilnimmt, NUR IM BETT LIEGT. Und das Bild ist leider falsch. Es gibt genug Menschen, die depressiv sind und trotzdem versuchen, so gut es geht weiterzuleben, einen normalen Alltag zu behalten, sich die Traurigkeit nicht anmerken zu lassen, etc.

„Ich weiß, ich weiß – die Leute jammern immer rum und sagen, Selbstmord sei ein Ausweg für Feiglinge. Stimmt wahrscheinlich. Klar – ich gebe auf, ich kapituliere.“ (S. 17-18)

Ich vertrete, was das betrifft, eine ganz andere Position und deswegen stört es mich, dass die Autorin das so ausdrücklich schreibt. Selbstmord ist keine Tat aus Feigheit. Punkt. Für die meisten Menschen ist Selbstmord der letzte Ausweg, das einzige, was ihnen noch bleibt. Ich habe oft den Eindruck, dass die Menschen, die Selbstmord so verurteilen, einfach nicht in der Lage sind, sich in einen Menschen hineinzuversetzen, die_der so verzweifelt ist, dass es nicht anders geht. Die meisten Selbstmorde sind keine spontanen Aktionen, die_der betreffende Person hat sich damit auseinandergesetzt. Und anstelle, die_der Person Feigheit zu unterstellen, sollten sich andere Menschen, die Gesellschaft überhaupt lieber selbst fragen, wie es soweit kommen kann. Wie Menschen so verzweifelt sein können. Und wie man es erst verhindern kann, dass sie in solche Situationen kommen.
Und im Bezug zu Depression ist es sogar noch etwas anders, denn meistens möchte die Person anderen gar nicht mehr zur Last fallen und denken, ohne mich sind die anderen eh besser dran.

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„[…], desto mehr wage ich zu glauben, dass es eine Möglichkeit geben könnte, uns zu helfen und uns zu reparieren. Eine Möglichkeit, dass wir einander retten.“ (S. 290)

„Weil es mich gerettet hat, dass ich jemanden liebe. Seither sehe ich mich selbst anders, und ich sehe die Welt anders. Dafür bin ich dir was schuldig.“ (S. 372)

*seufz* Nein, einfach nein.
Ich weiß nicht, wie und warum Menschen auf die Idee kommen, dass Depressionen oder „psychische Krankheiten“ durch Liebe „geheilt“ oder „repariert“ werden könnten und dass dann alles Friede-Freude-Eierkuchen ist. Aber dem ist nicht so. Das mag in Büchern wie diesen funktionieren, aber nicht im richtigen Leben. Es mag helfen, einen Menschen zu haben, der_die dasselbe durchgemacht hat und darüber miteinander reden zu können, ABER innerhalb weniger Wochen dadurch „geheilt“ zu werden, nein.
Depression ist nicht einfach nur traurig sein und sobald man die Traurigkeit überkommen hat, ist alles wieder gut. Vor allem nicht, wenn es, wie bei Aysel ist, die JAHRELANG damit kämpfte.

„Eine Geschichte über zwei, die den Tod suchen und die Liebe ihres Lebens finden.“ (Klappentext der dt. Ausgabe)

*seufz* Außerdem, bei 16jährigen von der „Liebe ihres Lebens“ reden. WTF?!

Und noch kurz etwas zu Aysels Vater.

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Im Buch wird sehr stark angedeutet, dass er ebenfalls psychische Probleme hat und deswegen möglicherweise einen Menschen umgebracht hat. Er wurde in eine psychiatrische Klinik verlegt und Aysel erwähnt sehr oft, dass er immer traurig war, dass er zu Wutausbrüchen neigte, dass er vielleicht selbst eine „schwarze Qualle“ in sich trägt. Mir missfällt es etwas, dass die Autorin darauf nicht weiter eingeht und damit andeutet, dass er möglicherweise selbst Depressionen haben könnte. Gerade nach den ständigen Medienberichten zu dem Flugzeugunglück… Vielleicht hat es die Autorin nicht so gemeint, aber bei mir hinterlässt das so einen faden Beigeschmack.

Sehr schade auch, dass es zum Schluss nur noch um

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den versuchten Selbstmord von Roman geht

und z. B. Aysels Familie keine Rolle mehr spielt. Ich hätte gerne gesehen, wie sie sich vielleicht doch mehr ihrer Familie annähert.

Gelesen im Juli 2015.
Bewertung: 2/5

Übersetzerin: Adelheid Zöfel
Verlag: Sauerländer
ISBN: 9783737351416

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Karen Joy Fowler – We are all completely beside ourselves

we are all completely beside ourselves

 

„The world runs,“ Lowell said, „on the fuel of this endless, fathomless misery. People know it, but they don’t mind what they don’t see. Make them look and they mind, but you’re the one they hate, because you’re the one that made them look.“ S. 232

Ich muss sagen, „We are completely beside ourselves“ stand nie richtig auf meiner „muss ich noch unbedingt lesen“-Liste. Mir ist das Buch und die vielen positiven Meinungen bei GR zwar aufgefallen, aber so richtig interessiert hat es mich nicht. Immerhin wimmelt es ja mittlerweile in der Buchwelt nur so von tragischen Familiengeschichten. Als mir das Buch, sogar auf Englisch, dann in der Bibliothek begegenete, habe ich es dann letztlich doch mal mitgenommen und überraschenderweise innerhalb von 2, 3 Tagen gelesen. Und das sogar sehr gerne!

Auf den Inhalt mag ich hier gar nicht weiter eingehen, denn auch die Protagonistin Rosemary in „We are completely beside ourselves“ versucht seitenlang ein wichtiges Detail in ihrer Familie zu verschweigen, das ausschlaggebend für den Verlauf des Buches ist.
Anfangs, muss ich zugeben, habe ich mich mit dem Buch ein wenig schwer getan. Ich empfand es als recht langatmig und war innerlich schon darauf gefasst, dass sich das alles erst ganz am Ende auflöst – was aber nicht ganz so war. Sobald ich mehr über Fern, Rosemarys Schwester, erfuhr, ist mir das Buch richtig ans Herz gewachsen, sodass ich oft das Bedürfnis hatte, das Buch, aufgrund der vielen schrecklichen Ungerechtigkeiten, gegen die Wand werfen zu wollen.
Über Lowell, Rosemarys und Ferns Bruder, hätte ich allerdings gerne noch mehr gelesen. Sein Wiedersehen mit Rosemarys war eine meiner Lieblingsstellen im Buch.
Das Ende jedoch fand ich insgesamt etwas enttäuschend. Auf der einen Seite fand ich es zwar gut, aber andererseits, wenn ich bedenke, was auf den Seiten vorher passiert war, einfach zu positiv und konstruiert/ unglaubwürdig.

Trotzdem. Wer gerne mal über eine wirklich außergewöhnliche Familie, die einem zu Herzen gehen wird, lesen möchte, der*die ist mit „We are all completely beside ourselves“ von Karen Joy Fowler gut bedient. Ich werde das Buch jedenfalls nicht so schnell vergessen können.

Übrigens: Die deutsche Übersetzung ist unter dem Titel „Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke“ erschienen.

Gelesen im Februar 2015.
Bewertung: 3.5/5

Verlag: Putnam
ISBN: 9780399162091

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Tsugumi Ohba & Takeshi Obata – Death Note

Death Note Bd. 12

Serie: Band 1 – 12 (+ Bd. 13 „How to read“)

Gelesen: Dezember 2014 – Januar 2015

Bewertung: 2/5

VORSICHT! SPOILER FÜR DIE GESAMTE REIHE VORHANDEN!

„Death Note“ liegt eine äußerst spannende und faszinierende Idee zugrunde. Was wäre, wenn es ein Notizbuch gäbe, indem man nur einen Namen hineinschreiben müsste und die Person stirbt? Der Protagonist in dieser Manga-Reihe ist Light Yagami, der eben so ein Notizbuch, Death Note, findet. Er möchte eine Welt ohne jegliche Kriminalität erschaffen und bringt somit sämtliche Verbrecher um. Natürlich bleibt das nicht lange unentdeckt und schon beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Light und der japanischen Polizei, angeführt von dem geheimnisvollen L.

Den ersten Band habe ich noch voller Faszination und Spannung verschlungen – die nachfolgenden Bände eigentlich nur noch um zu wissen, wie es weitergeht. Die Personen waren mir recht egal, Light ist von anfang an sehr unsympathisch und mir zu überschlau. Und im Laufe der Reihe wird das noch schlimmer. L ist teilweise ganz amüsant und witzig, aber auf Dauer doch etwas nervig. (Wobei seine Nachfolger noch schlimmer sind *augenroll*) Die Todesgötter, vor allem Ryuk, durch den Light das Death Note bekommen konnte, bringen da wenigstens noch etwas Humor in die Reihe.
Und dann war da ja noch Misa. Ich frage mich echt, was den Autoren da bloß eingefallen ist. Misa ist so ziemlich die einzige weibliche Person in der Reihe. Und einfach nur total naiv und blöd. Sie ist Light so verfallen, dass sie einfach alles für ihn tut, ihm total hörig ist und aargh -_- Anfangs kann man das vielleicht noch ihrem jugendlichem Alter zuschreiben, aber sie entwickelt sich in der gesamten Reihe einfach nicht. Kein Stück. Und das finde ich einfach nur traurig. Aber gut, immerhin weiß ich, dank Band 13, warum es Misa überhaupt gibt.

Wie kam es zur Erschaffung von Misa?

Ein Manga nur mit Männern wäre langweilig gewesen, weshalb ich ein hübsches Mädchen auftreten lassen wollte. Das ist alles.

Death Note Bd. 13, How to read, S. 62.

Ja, „Death Note“ hat sicherlich seine guten Seiten. Es ist, auch wenn die Handlung oftmals auf der Stelle bleibt, spannend und schnell zu lesen. Lights Taten regen durchaus zum Nachdenken an und es gibt viele überraschende Wendungen. Am Ende jeden Kapitels gibt es ein paar Regeln über den Gebrauch des Death Notes, was ich sehr interessant zu lesen fand, was sich die Autoren da ausgedacht haben. Denn die Idee ist wirklich gut ausgearbeitet worden.

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Sabrina Qunaj – Teufelsherz

TeufelsherzMeine Ausgabe: eBook, deutsch, 234 Seiten.
Serie: Band 1/2
Gelesen im Dezember 2013.
Bewertung: 1/5

Beschreibung:

Die 17-jährige Emily wird dem Schutzengel Damian anvertraut. Jedoch nur auf Probe. Um sie vor Gefahren zu warnen, dringt er daher immer wieder in ihr Unterbewusstsein ein, obwohl dies streng verboten ist. Von nun an begegnet Emily ihrem Schutzengel fast jede Nacht in ihren Träumen und schon bald empfindet sie die Tage ohne Damian als lang und einsam. Doch dann stellt sich heraus, dass er in Wirklichkeit der Sohn des Teufels ist und eigene Absichten verfolgt. Für Emily bricht eine Welt zusammen. Mit allen Mitteln versucht sie jetzt den Schlaf zu verhindern, damit Damian jede Möglichkeit verwehrt wird, ihr wieder nahezukommen. Und dann geht sie schließlich einen Pakt mit dem Teufel ein…

Über die Bücher von Sabrina Qunaj hatte ich bisher nur Gutes gehört, daher standen ihre Elfenromane sehr weit oben auf meiner Wunschliste. Als ich entdeckte, dass diese Reihe und auch „Teufelsherz“ über die Onleihe erhältlich sind, wollte ich es erstmal mit der kürzeren Reihe probieren, bevor ich mich auf ihre dicken Wälzer stürze.
Und eigentlich wollte ich „Teufelsherz“ wirklich gerne mögen, aber um ehrlich zu sein, ich habe leider überhaupt keinen Draht zu dem Buch gefunden.

Dabei fing es gar nicht mal so schlecht an. Damian, der Sohn des Teufels, will ein Schutzengel werden und geht in den Himmel zu Gott, um ihn darum zu bitten. Nach kurzer Diskussion willigt Gott schließlich ein und macht Damian zu einem Schutzengel auf Probe. Sein Schützling: Die „problembehaftete“ Emily.

Anfangs war ich zwar nicht begeistert und eher etwas verwirrt, aber immerhin fühlte ich mich unterhalten. Die Geschehnisse im Himmel fand ich interessant und teilweise auch amüsant. Damian selbst war mir zwar etwas suspekt, aber ok. Meine Probleme fingen eher an, als ich Emily und ihr Schulleben kennen lernte. Denn das ist wie in etwa 90 % der Jugendbücher: Emily gehört zu den Außenseitern und ist natürlich mit dem Schwarm der ganzen Schule eng befreundet. Die Cheerleader finden diese Freundschaft nicht so toll und besonders ihre Anführerin macht Emily das Leben schwer. Und da fing das Buch an mich zu langweilen und mich zu verlieren. So viele Klischees auf einmal und so viel, was man schon aus anderen Büchern kennt * gähn *
Als dann noch Annie, natürlich auch eine Außenseiterin, anfing, eine größere Rolle zu spielen war das Liebesdreieck oder eher Liebesquartett perfekt und ich habe mit dem Gedanken gespielt, das Buch einfach abzubrechen.
Von da an gab es für meinen Geschmack einfach zu viel Drama und besonders Emily hat mich schnell genervt. Ihr ganzes Gejammer über Will ging mir so auf die Nerven. * augenroll *

Der Fantasyaspekt von „Himmel und Hölle“ verlor sich leider sehr in dem ganzen Beziehungsdrama, was ich besonders schade fand, weil das der eigentliche Grund war, warum ich das Buch gerne lesen wollte.

Der Schreibstil ist an sich ganz ok und lässt sich flüssig lesen, wenn auch, für meinen Geschmack nicht allzu anspruchsvoll. Aber besonders bei zwei Passagen habe ich mich dann doch ein wenig geärgert.

„Es widersprach zwar ihrer weiblichen Natur, sich ihm mit offenen Haaren, ungeschminkt und in einem kuscheligen Flanell-Zweiteiler zu präsentieren, […]“ (S. 84)

Ok, das mit dem Schlafanzug kann ich noch nachvollziehen, aber der Rest? Ich finde es ernsthaft furchtbar traurig, wenn man anscheinend Probleme damit hat, mit offenen Haaren oder gar ungeschminkt rumzulaufen. Von einer „weiblichen Natur“ da zu reden, finde ich persönlich reichlich übertrieben. (Und was ist so schlimm an „offenen Haaren“? Ich habe die meiste Zeit die Haare offen o_O)

„Will drängte sich ganz Mann an den beiden schwachen Mädchen vorbei und ging als Erster hinein.“ (S. 199)

Und hier wurde mir besonders schlecht. Wenn man schon so einen Quatsch ausdrücken will, kann man sich dann nicht einfach dieses „ganz Mann“ und „schwachen Mädchen“ sparen?! Es gibt mittlerweile so viele Bücher, in denen die Mädchen nicht mehr die Schwachen sind und ein Junge nicht „ganz Mann“ sein muss, sondern auch ruhig Angst zeigen und nicht so tapfer sein muss, warum muss man das denn hier so darstellen und noch extra betonen? Nein, ich verstehe es nicht. Und es gefällt mir nicht.

Und noch kurz zum Ende.

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WTF?! Was war denn das für ein Quatsch?! Gut, dass Damian als Mensch auf die Erde kommt, habe ich mir schon gedacht, anders hätte es ja für Emily nicht enden können. Aber bitte was sollte das denn zwischen Will und Emily?! Dieses „Wir lieben uns und gehören zusammen, aber nicht jetzt“?! Ja und wann? Vielleicht wenn ihr tot seid? Sorry, aber gerade der Unfall mit Mandy hätte ihnen doch wohl zeigen sollen, wie schnell alles vorbei sein kann und dass es eventuell einfach kein „später“ gibt. Außerdem finde ich es mächtig unfair und scheiße Damian und Annie gegenüber, die für mich dadurch nur als Platzhalter wirken. Wenn ich weiß, dass ich eigentlich jemand anderen liebe, dann bin ich mit der Person zusammen und nicht mit der, für den ich zwar etwas empfinde, aber WEISS, dass ich nicht meine Zukunft mit ihr verbringen will, bzw. dass in der Zukunft bereits jemand anderes wartet >.<

„Teufelsherz“ war absolut nicht meins. Zu sehr Romantasy, zu viel Drama und zu viele Klischees, die mir die Geschichte verdorben haben. Den Nachfolger „Teufelstod“ werde ich sicherlich nicht lesen, aber eventuell mal in die Elfenreihe reinlesen. Vielleicht ist da ja der Fantasyanteil höher als das Beziehungsdramagedöns.

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