Blog Archives

Eva Baronsky – Herr Mozart wacht auf

Herr Mozart wacht aufMeine Ausgabe: HC, deutsch, 319 Seiten.
Gelesen im Januar 2013.
Bewertung: 3/5

Der Titel “Herr Mozart wacht auf” beschreibt eigentlich bereits passend den Inhalt. Die Geschichte geht schnell los, bereits im ersten Kapitel, das nur zwei Seiten lang ist, liegt Mozart in seiner Zeit im Sterben, bevor er im zweiten Kapitel “aufwacht”. Im Wien im Jahr 2006. Somit sind ganz plötzlich über 200 Jahre vergangen und Mozart weiß erst gar nicht, was los ist. Er nimmt zunächst an, dass Gott ihm noch eine Gnadenzeit gewährt hat, damit er sein Requiem noch zu Ende schreiben kann. Wie gesagt, nimmt er es zunächst an, doch ihm wird schnell klar, dass es einen anderen Grund geben muss.

“Herr Mozart wacht auf” ist zunächst eines ganz gewiss: Sehr unterhaltsam. Unnd amüsant. Besonders im ersten Drittel habe ich mich köstlich darüber amüsiert, wie Mozart Dinge entdeckt wie z.B. Licht per Knopfdruck, CD-Spieler, Badezimmer oder U-Bahnen, die für uns ganz normal sind. Glücklicherweise fand er schnell Anschluss und durch sein großes musikalisches Talent fiel ihm die Eingewöhnung auch etwas “leichter”. Leider ging diese “Entdeckungsphase” für meinen Geschmack etwas zu schnell zu Ende. Die weitere Handlung konnte mich dann zum Großteil nicht mehr ganz so überzeugen, was vor allem an der “Liebesgeschichte”, die sich später noch entwickelte, lag. Mit Auftritt dieser einen Person habe ich eigentlich schon genau damit gerechnet und deswegen war ich etwas enttäuscht, dass es auch wirklich so gekommen ist. Für mich gab es leider etwas zu viel (unnötiges) Drama. Zumal ich mit der Frau auch nur wenig anfangen konnte. Für mich wirkte sie wie ein typisches, klischeehaftes Mauerblümchen, die kaum Selbstbewusstsein hat. Schade, eine Nummer “normaler” hätte mir gereicht.

Ich gebe zu, mit Mozart habe ich nicht viel am Hut, daher weiß ich auch nicht, ob die Darstellung von Mozart auch wirklich so passt. Nach den wenigen Sachen jedoch, die ich über Mozart weiß, würde ich allerdings schon sagen, dass er gut getroffen wurde. Die antiquierte Sprache passt ebenso und liest sich, wenn man sich daran gewöhnt hat, auch sehr flüssig. Lediglich mit den Briefen im letzten Teil hatte ich oft ein paar Probleme.

Trotz allem, empfehlenswert ist die Geschichte dennoch. Es ist originell, amüsant und vermutlich besonders für Mozart-Hörer/-Fans Lesezeit wert. Und ich werde mir nun mal ansehen, was die Autorin noch so geschrieben hat.

Possibly Related Posts:


Regina Dürig – Katertag. Oder was sagt der Knopf bei Nacht?

KatertagMeine Ausgabe: HC, deutsch, 111 Seiten.
Gelesen im Januar 2013.
Bewertung: 4/5

Ich muss ehrlich sagen, dass ich überrascht bin, WIE gut mir “Katertag” von Regina Düring gefallen hat. Auf nur knapp 100 Seiten entwickelt die Autorin eine furchtbare, traurige und emotionale Geschichte, in der der 15-jährige Nico einen Brief an seinen alkoholabhängigen Vater schreibt, da er ihm nicht so schnell verzeihen kann, was er mit seiner Sucht angerichtet hatte.
Trotz der Kürze war “Katertag” kein Buch für mich, was ich an einem Stück hätte lesen können, dafür fand ich die Atmosphäre zu bedrückend und die Geschichte zu realistisch. Nico, seine kleine Schwester Sasa und Mim taten mir so leid und ich fand es schrecklich darüber zu lesen, wie sie mit dieser Situation klar kommen müssen – und noch schrecklicher wenn man bedenkt, dass es nicht nur in Bücherfamilien so zugeht, sondern auch im wahren Leben :/
Für mich war jedes Wort am richtigen Fleck und hat die Wirkung erzielt, die es vermutlich sollte. Und auch wenn ich “gerne” noch mehr über Nico und seine Familie erfahren hätte, so denke ich doch, dass mehr Seiten in dieser Form, für mich jedenfalls, nicht funktioniert hätte.

Possibly Related Posts:


Sarah Beth Durst – Ice

IceMeine Ausgabe: Taschenbuch, englisch, 308 Seiten.
Gelesen im Januar 2013.
Bewertung: 2-2.5/5

“Ice” ist eines der Bücher, das ich wirklich gerne mögen wollte, leider war das aber nicht ganz der Fall. Die Geschichte basiert auf dem Märchen “Östlich von der Sonne und westlich vom Mond”, das ich bisher nicht kannte, daher war es sehr interessant, mal ein Märchen durch eine Neuerzählung kennenzulernen. Das Märchen selbst musste ich natürlich gleich nach Beenden des Buches nachlesen ;)

Am Anfang war ich sehr überrascht, wie schnell die Geschichte losgeht. Kaum angefangen zu lesen, trifft Cassie quasi schon auf Bear und das Märchen nimmt seinen Lauf. Leider kam es mir dadurch schnell ziemlich oberflächlich und die Entwicklung von Gefühlen nicht ganz glaubhaft vor. Dafür hatte es sich dann in der Mitte sehr gezogen und ich glaube, ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn die “Einführung” in die Geschichte einen größeren Platz eingenommen hätte und dafür im Mittelteil etwas gekürzt worden wäre.
Cassie mochte ich anfangs ganz gerne. Sie ist eine mutige und sture Protagonistin, und sie hat eindeutig ihren eigenen Kopf. Dennoch muss ich sagen, konnte ich mit ihrer Art nicht immer etwas anfangen.

Spoiler anzeigen »

z.B. als sie sich schwanger auf die Suche nach Bear gemacht hatte, war mir doch etwas mulmig zumute, wie wenig sie an das ungeborene Kind dachte (auch wenn ich weiß, dass sie das Kind eigentlich nicht wollte)

Aber Bear mochte ich allerdings noch viel mehr (wie könnte man auch nicht?! :D) und als er im Verlauf des Buches immer mehr in den Hintergrund geriet, verlor ich leider langsam auch das Interesse an der Geschichte. Im Schneckentempo habe ich dann trotzdem noch weitergelesen und wurde mit dem Ende doch etwas versöhnt. Zwar kam es mir etwas zu schnell vor, aber die ungewohnte Idee mochte ich.

Possibly Related Posts:


Kai Meyer – Die Geisterseher & Die Winterprinzessin (Hörspiele)

Die Geisterseher Die Winterprinzessin

Als Märchenfan bin ich lange Zeit um die zwei Bücher von Kai Meyer herumgeschlichen, die die Brüder Grimm als Protagonisten haben. Als ich auf audible entdeckte, dass es die Bücher auch als Hörspiele gibt, musste ich beim ersten Band “Die Geisterseher” direkt zuschlagen, was sich sehr gelohnt hatte. Im Januar habe ich dann endlich den zweiten Teil “Die Winterprinzessin” gehört.
Inhaltlich haben beide nicht viel miteinander zu tun, außer dass die Protagonisten dieselben sind und die Geschichte wieder aus der Sicht von Wilhelm erzählt wird. Zwischen den zwei Büchern/Hörspielen liegen etwa 8 Jahre, daher könnte man sie natürlich auch in umgekehrter Reihenfolge hören.
Von den Geschichten her, fand ich den ersten Teil “Die Geisterseher” besser, da zum einen dort, neben den Brüdern Grimm, auch mehrere andere Dichtergrößen wie Schiller, Goethe oder auch E. T. A. Hoffmann, etc. kurz einen Auftritt hatten und zum anderen mich Wilhelm in “Die Winterprinzessin” einfach zu sehr genervt hatte, für mich war er zu hormongesteuert und wirkte nicht, als hätte er sich in den 8 Jahren weiterentwickelt. Außerdem war mir die “Winterprinzessin” mit den ganzen Napoleon-Anspielungen auch einfach etwas zu politisch.
In beiden Hörspielen ist die Stimmung sehr düster, trostlos und an manchen Stellen auch recht “brutal”. Meiner Meinung nach, richten sie sich an ein eher älteres Publikum, als z.B. “Die Wellenläufer” oder “Die Merle-Trilogie”.
Ein paar Anspielungen zu bekannten Märchen sind ebenfalls vorhanden, auch wenn ich vermutlich nicht alles entdecken konnte, da ich zu sehr mit den Geschichten selbst und der Auflösung des Falles beschäftigt war. Und spannend sind sie beide. Die 5 Stunden sind leider viel zu schnell vorbei gewesen und ich habe sie fast am Stück gehört.

Die Hörspiele wurden vom Zaubermond-Verlag herausgebracht und ich finde beide sehr gut produziert und sehr hörenswert. Sie sind sehr atmosphärisch, die Geräusche und Musik sehr gut gewählt und die Sprecher haben mir alle sehr gut gefallen, daher gibt es von mir definitiv Pluspunkte für die Hörspielversionen.

Und da es leider keine dritte Grimm-Geschichte gibt, habe ich nun erstmal mein Auge auf die Hörspielversion von “Loreley” geworfen, die nämlich im selben Verlag produziert wurde ;)

Possibly Related Posts:


REREAD: Catherynne M. Valente – The Girl Who Circumnavigated Fairyland in a Ship of Her Own Making

the girl who circumnavigated... Meine Ausgabe: Taschenbuch, englisch, 247 Seiten.
Serie: Band 1/5
Gelesen (Reread) im Januar 2013.
Bewertung: 5/5

 

 

 

Once upon a time, a girl named September grew very tired indeed of her parents’ house, where she washed the same pink-and-yellow teacups and matching gravy boats every day, slept on the same embroidered pillow, and played with the same small and amiable dog.

So beginnt ein wunderbares Kinderbuch mit dem großartigen Titel “The Girl Who Circumnavigated Fairyland in a Ship of Her Own Making” von Catherynne M. Valente, indem die 12-jährige September Bekanntschaft mit Green Wind macht, der sie ins Fairyland bringt und damit ein großes, wunderbares Abenteuer beginnt, worüber ich jetzt aber nicht weiter erzählen möchte ;)
Letztes Jahr im Juni habe ich das Buch zum ersten Mal gelesen und ich fand es wirklich toll und vor ein paar Tagen hatte ich große Lust, Fairyland wieder einen Besuch abzustatten und dieses Mal bin ich noch begeisterter als vorher. Möglicherweise lag es daran, dass ich mir dieses Mal einfach mehr Zeit genommen habe, die Geschichte in Ruhe zu lesen, jede Idee und jeden Satz ausgiebig zu genießen und in Fairyland richtig einzutauchen.
Als ich es zum ersten Mal gelesen hatte, habe ich es hauptsächlich in Bus & Bahn gelesen, dieses Mal aber lieber in eine Decke eingekuschelt, mit Wärmflasche und Tee.

Cat Valente empfinde ich nach wie vor als wunderbar kreativ und einfallsreich. Herrlich, was sie sich für Wesen und Figuren hat einfallen lassen, genauso wie den Handlungsverlauf. September ist eine wunderbare Protagonistin, herzallerliebst, ehrlich, und so richtig Kind, wie man es sich vorstellt. Fairyland ist eine Welt, in der ich unglaublich gerne auch mal reisen (wenn auch nicht alles durchmachen müssen, was September machen muss…) und vor allem einen Wyverary (Wyvern + Library = Wverary ;) ) treffen würde.

Aber nicht nur in die Geschichte habe ich mich verliebt, sondern auch in den Schreibstil von Cat Valente. Trotz Kinderbuch schreibt sie, wie ich finde, durchaus anspruchsvoll und die Autorin findet ganz wunderbare Beschreibungen und Vergleiche. (Am liebsten würde ich das ganze Buch zitieren…)

“When you are born,” the golem said softly, “your courage is new and clean. You are brave enough for anything: crawling off of staircases, saying your first words without fearing that someone will think you are foolish, putting strange things in your mouth. But as you get older, your courage attracts gunk and crusty things and dirt and fear and knowing how bad things can get and what pain feels like. [...]“

Ganz wunderbar finde ich auch die Illustrationen von Ana Juan am Anfang jedes Kapitels. Sie wirken zwar etwas düster, aber durchaus passend und vor allem so, wie es die Autorin beschreibt.

Früher oder später werde ich mir das Buch sicherlich auch auf Deutsch zulegen, um irgendwann meinen eigenen Kindern daraus vorlesen zu können. Sehr schade, dass es das Buch zu meinen Kindheitstagen noch nicht gab, ich bin mir sicher, damals hätte ich es schon geliebt.
Sehr lesenswert ist übrigens auch das Interview mit der Autorin und der Illustratorin in der Taschenbuchausgabe.

“The Girl Who Circumanvigated Fairyland in a Ship of Her Own Making” hat mich am Ende glücklich und traurig zugleich zurückgelassen Traurig, weil die Geschichte und das Abenteuer nun zu Ende ist und glücklich, weil ich ein paar Stunden riesigen Spaß mit September hatte, ich habe mich mit ihr gefreut, mit ihr gelitten und mit ihr viele neue Freunde getroffen. Außerdem freue ich mich auf die vielen Abenteuer, die noch kommen werden.

Die deutsche Ausgabe erscheint im März unter dem Titel Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte.

Possibly Related Posts: