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Gayle Forman – Nur ein Tag

nur ein tag Von Gayle Forman las und liebte ich vor ein paar Jahren ihren Zweiteiler „If I stay“ und „Where she went“. Daher stand „Nur ein Tag“ schon lange auf meiner Leseliste und ich war insgesamt sehr gespannt darauf. Als mir vor kurzem das deutsche Hörbuch in die Hände fiel, habe ich damit angefangen und bin leider doch etwas enttäuscht worden.

Die Protagonistin in „Nur ein Tag“ ist die 18-jährige Amerikanerin Allyson. Am Anfang der Geschichte befindet sich Allyson in Europa. Nach ihrem Abschluss schickten ihre Eltern sie auf eine Rundreise durch verschiedene europäische Hauptstädte. Allyson ist ein ruhiger, braver Mensch. An einem Abend lernt sie den Niederländer Willem kennen, der das totale Gegenteil von ihr ist und kurzerhand trifft Allyson die abenteuerlichste und spontanste Entscheidung ihres Lebens: Bevor sie wieder zurück in die USA muss, will sie mit Willem einen Tag und eine Nacht in Paris verbringen. Heimlich, ohne, dass die Veranstalter*innen der Europareise etwas davon erfahren. Gesagt, getan. Doch als Allyson dann am nächsten Tag in Paris aufwacht, ist sie alleine. Willem ist nicht mehr da und kurze Zeit später zurück daheim, kann sie ihn auch einfach nicht vergessen.

Inhaltlich klingt die Geschichte ganz nett und eigentlich hatte ich mir eine schöne, leichte Liebesgeschichte erhofft. Leider, habe ich das nicht so wirklich bekommen. Mein Problem fing bereits damit an, dass ich anfangs schnell von Allyson genervt war. Mir fehlte eine eigene Persönlichkeit. Sie ist ruhig, unscheinbar und vergleicht sich ständig mit anderen und fühlt sich natürlich auch viel unattraktiver als z.B. ihre Freundin Melanie. Natürlich gibt diese Ausgangslage viel Platz, damit sie sich weiterentwickeln kann, was sie zum Ende der Geschichte auch tut, aber Sympathiepunkte kann sie bei mir allerdings so nicht gewinnen. Und auch wenn sie auf ihrer Europatour, die von ihren Eltern spendiert wird, jammert, dass die Städte ja nicht soo toll sind, wie in den Filmen, dann nervt mich das und lässt sie auf mich sehr privilegiert und unüberlegt wirken. Schlechter Start also.
Erst als Allyson wieder zurück in den USA war und sich auf ihr neues Leben vorbereiten musste, wurde sie mir allmählich sympathisch. Ich mochte die Szenen, in denen Allyson klar wird, dass das Leben, das ihre Eltern für sie aussuchten, nichts für sie ist, und sich allmählich umorientierte und Dinge ausprobierte, die sie wollte. Auch mit dem Wissen, dass ihren Eltern das nicht gefallen wird, aber sie trotzdem versuchte, ihren Weg zu gehen. Ich mochte, wie sie neue Freundschaften schließ und besonders Deen und ihren Shakespeare-Kurs.

Was ich hingegen nicht mochte und ich wünschte, dass das einfach nicht passiert wäre, war, wie sie Willem auch nach einem Jahr, das vergangen ist, noch nachhängt. Sie verbrachten einen Tag und eine Nacht in Paris und danach verschwand er spurlos. Ließ sie ganz alleine in einer fremden Stadt zurück, in der sie noch nie war, deren Sprache sie nicht sprach. Für mich ist er ein Arsch und ich wünschte, sie hätte ihn einfach vergessen.

Und dann endet „Nur ein Tag“ leider relativ offen. Was an dem Morgen in Paris vorgefallen ist, wird nicht geklärt, da es ja noch einen zweiten Band gibt, der aus der Sicht von Willem erzählt wird. Vermutlich wird das auch der einzige Grund sein, warum ich evtl. in „Und ein ganzes Jahr“ reinhören werde.

Das Hörbuch wird von Jodie Ahlborn gesprochen. Bisher hatte ich noch kein Hörbuch gehört, das von ihr gelesen wird. Anfangs fand ich ihre Stimme etwas zu ruhig und langsam, aber das ging schnell vorbei und ich habe ihrer Stimme gerne gelauscht.

Gelesen im Juli 2016.
Bewertung: 2/5

Ausgabe:
Hörbuch
Sprecherin: Jodie Ahlborn
Übersetzung: Stefanie Schäfer
Minuten: 474
Verlag: Argon
ISBN: 978-3-8398-1470-3

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Kai Meyer – Die Geisterseher & Die Winterprinzessin (Hörspiele)

Die Geisterseher Die Winterprinzessin

Als Märchenfan bin ich lange Zeit um die zwei Bücher von Kai Meyer herumgeschlichen, die die Brüder Grimm als Protagonisten haben. Als ich auf audible entdeckte, dass es die Bücher auch als Hörspiele gibt, musste ich beim ersten Band „Die Geisterseher“ direkt zuschlagen, was sich sehr gelohnt hatte. Im Januar habe ich dann endlich den zweiten Teil „Die Winterprinzessin“ gehört.
Inhaltlich haben beide nicht viel miteinander zu tun, außer dass die Protagonisten dieselben sind und die Geschichte wieder aus der Sicht von Wilhelm erzählt wird. Zwischen den zwei Büchern/Hörspielen liegen etwa 8 Jahre, daher könnte man sie natürlich auch in umgekehrter Reihenfolge hören.
Von den Geschichten her, fand ich den ersten Teil „Die Geisterseher“ besser, da zum einen dort, neben den Brüdern Grimm, auch mehrere andere Dichtergrößen wie Schiller, Goethe oder auch E. T. A. Hoffmann, etc. kurz einen Auftritt hatten und zum anderen mich Wilhelm in „Die Winterprinzessin“ einfach zu sehr genervt hatte, für mich war er zu hormongesteuert und wirkte nicht, als hätte er sich in den 8 Jahren weiterentwickelt. Außerdem war mir die „Winterprinzessin“ mit den ganzen Napoleon-Anspielungen auch einfach etwas zu politisch.
In beiden Hörspielen ist die Stimmung sehr düster, trostlos und an manchen Stellen auch recht „brutal“. Meiner Meinung nach, richten sie sich an ein eher älteres Publikum, als z.B. „Die Wellenläufer“ oder „Die Merle-Trilogie“.
Ein paar Anspielungen zu bekannten Märchen sind ebenfalls vorhanden, auch wenn ich vermutlich nicht alles entdecken konnte, da ich zu sehr mit den Geschichten selbst und der Auflösung des Falles beschäftigt war. Und spannend sind sie beide. Die 5 Stunden sind leider viel zu schnell vorbei gewesen und ich habe sie fast am Stück gehört.

Die Hörspiele wurden vom Zaubermond-Verlag herausgebracht und ich finde beide sehr gut produziert und sehr hörenswert. Sie sind sehr atmosphärisch, die Geräusche und Musik sehr gut gewählt und die Sprecher haben mir alle sehr gut gefallen, daher gibt es von mir definitiv Pluspunkte für die Hörspielversionen.

Und da es leider keine dritte Grimm-Geschichte gibt, habe ich nun erstmal mein Auge auf die Hörspielversion von „Loreley“ geworfen, die nämlich im selben Verlag produziert wurde 😉

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REZENSION: Oliver Dierssen – Fausto (Hörbuch)

Meine Ausgabe: erschienen 2011, exklusiv für audible -Abonnenten 9,95 €, Hörbuch, 602 Minuten.
Kurzbeschreibung:
Probleme mit den Hausaufgaben? Probleme mit der Liebe? Probleme überhaupt? Dann kann nur einer helfen – Fausto! Fausto Flamingo Esteban de Rioja, der pelzige Bücherdämon, der sich von Rechtschreibfehlern ernährt, hilft nicht nur, wenn der Deutschaufsatz misslingt, sondern auch in anderen Lebenslagen. Mit dem vierzehnjährigen Joschel ist er allerdings an einen besonders schweren Fall geraten. Gemeinsam stolpern Fausto und Joschel in das Abenteuer ihres Lebens.

Was ich davon halte…

…in Kronen:

…in Worten:

Fausto“ stand bereits seit längerer Zeit auf meiner Wunschliste, schon alleine wegen des Titels, bei dem ich nämlich immer automatisch zuerst an das von mir sehr geschätzte Werk „Faust“ von Goethe denken muss.
Als ich dann aber Ende April 2011 im Journal von Oliver Dierssen erfahren hatte, dass das Hörbuch geplant ist, habe ich mir sofort gedacht: „Dann wartest du am Besten auf das Hörbuch!“. Gedacht, getan und wenige Monate später, im August, war es endlich soweit. Und kurze Zeit später auf meinem Handy geladen, sodass ich es fleißig anhören konnte.

Den Anfang jedoch und die Einführung der Personen fand ich zunächst ein wenig langatmig, aber glücklicherweise hat das nicht lange angehalten. Nach einer Eingewöhnungsphase war ich in der Geschichte drin und ich habe mich köstlich amüsiert.
Die Charaktere sind allesamt sehr liebevoll gestaltet. Joschel, der „Held“ der Geschichte, war mir von Anfang an sehr sympathisch und trotz seines sehr jugendlichen Alters von 14 Jahren, konnte ich seine Probleme nachvollziehen. Mit Joschel hatte ich ständig einen einfachen normalen, durchschnittlichen Jugendlichen im Kopf, mit Fehlern und Tollpatschigkeit, aber natürlich auch mit seinen positiven Seiten. Und das fand ich heutzutage, wo viele Autoren dazu neigen, aus ihren Charakteren makellose „Übermenschen“ zu machen, sehr erfrischend. Und vor allem sehr echt. Joschel hat mit Problemen zu kämpfen, die sicherlich viele in seinem Alter verstehen können, schlechte Noten, Mädchen, die erste Liebe und natürlich die peinlichen Eltern.
Und apropos peinliche Eltern. Zwar sind Joschels Eltern getrennt, aber dafür hat seine Mutter genug Peinlichkeit für zwei Leute abbekommen. Sobald wieder ein brüllendes „JOSCHEL“ von ihr erschallte, konnte ich nicht mehr an mich halten und musste laut loslachen. Und was ich noch sehr positiv an ihr fand: Sie stand stets immer hinter Joschel und hat ihm geglaubt, hat sich vor seinen Lehrern behauptet, die Joschels plötzliche Hochbegabung natürlich nicht abgenommen haben.
Und natürlich ist der zweite Held des Buches noch zu nennen: Der Bücherdämon Fausto Flamingo Esteban de Rioja. Eine äußerst fabelhafte Idee, denn wer hat sich nicht mal einen Bücherdämon gewünscht, der falsche Wörter frisst und nur noch richtige Sachen in Aufsätzen stehen lässt?! Zumindest ich habe mir nach Faustos erstem Auftritt im Hörbuch sofort einen eigenen Bücherdämon gewünscht!

Ein kleiner „Fehler“ von mir war es, das Hörbuch auch in der Öffentlichkeit zu hören, sodass ich mir oftmals das Lachen unterdrücken musste. „Fausto“ wurde mit so viel Witz geschrieben, wunderbar amüsant, dass es sicherlich kein Auge trocken lässt!

Das Hörbuch ist bei Audible erschienen und glücklicherweise ungekürzt, denn ansonsten hätte ich mich sicherlich für die Buchausgabe entschieden, da ich befürchtet hätte, viele amüsante Stellen zu verpassen.
Und mit etwas mehr als 10 Stunden hat das Hörbuch auch, wie ich finde, eine passable Länge – nicht zu kurz, aber auch nicht zu lange.
Gesprochen wird das Hörbuch vom Autor Oliver Dierssen selbst, der seine Arbeit wirklich gut gemacht hatte. Anfangs kam es mir zwar etwas „roboterhaft“ vor, aber nach kurzem Eingewöhnen hatte sich das glücklicherweise gelegt. Dierssen versucht jeder Figur eine eigene Stimme zu geben, zwar nicht immer mit vollkommenen Erfolg, aber besonders wie er Fausto spricht, fand ich von Anfang an sehr genial.

Abschließend…

„Fausto“ ist ein ganz wunderbarer Jugendroman mit viel Witz, tollen Ideen und sehr sympathischen, echten Charakteren, sodass es riesigen Spaß macht, der Geschichte zu folgen. Ungekürzt und gelesen vom Autor selbst hat das Hörbuch einen ganz eigenen Reiz, dass ich allen nur ans Herz legen kann.

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Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Die Buchausgabe hatte ich auf diversen Blogs gesehen, z.B. auch bei Nina.

Wie lange musste es auf dem SUB liegen?

Kaum. Kurze Zeit später, nach dem ich es heruntergeladen hatte, habe ich es auch schon gehört.

SUB oder Wunschliste in Gefahr?

Jein. Soweit ich weiß, hat der Autor bisher „nur“ zwei Bücher geschrieben, wovon ich nun eines gehört und ein anderes („Fledermausland“) in Buchform auf dem SUB liegen habe 😉

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REZENSION: Sebastian Fitzek – Der Augenjäger (Hörbuch)

Meine Ausgabe: erschienen 2011, exklusiv für audible -Abonnenten 9,95 €, Hörbuch, 597 Minuten.
Kurzbeschreibung:
Dr. Suker ist einer der besten Augenchirurgen der Welt. Und Psychopath. Tagsüber führt er die kompliziertesten Operationen am menschlichen Auge durch. Nachts widmet er sich besonderen Patientinnen: Frauen, denen er im wahrsten Sinne des Wortes die Augen öffnet. Denn bevor er sie vergewaltigt, entfernt er ihnen sorgfältig die Augenlider. Bisher haben alle Opfer kurz danach Selbstmord begangen. Aus Mangel an Zeugen und Beweisen bittet die Polizei Alina Gregoriev um Mithilfe. Die blinde Physiotherapeutin, die seit dem Fall des Augensammlers als Medium gilt, soll Hinweise auf Sukers nächste „Patientin“ geben. Zögernd lässt sich Alina darauf ein – und wird von dieser Sekunde an in einen Strudel aus Wahn und Gewalt gerissen…

Was ich davon halte…

…in Kronen:

…in Worten:

In „Der Augenjäger“ geht die Geschichte um die blinde Physiotherapeutin Alina Gregoriev und Alexander Zorbach weiter. Zwar kann man „Der Augensammler“ und „Der Augenjäger“ auch jeweils als Einzelbände, nur mit bekannten Hauptcharakteren ansehen, aber ich denke, man wird als Leser mehr Spaß haben, wenn man sie in der Reihenfolge nach Erscheinen liest. Außerdem wird in „Der Augenjäger“ auf das Ende im „Augensammler“ eingegangen, was das Lesevergnügen dann doch etwas mindern könnte.
Ich hatte „Der Augensammler“ bereits letztes Jahr gelesen, meinen ersten Fitzek, und so ganz konnte er mich nicht begeistern, aber trotzdem war ich sehr neugierig auf den Nachfolger.
Bereits die ersten Minuten des Hörbuchs fand ich sehr gelungen, da es einen Rückblick auf das Ende vom „Augensammler“ gibt. Zwar konnte ich mich noch an meine entsetzte Reaktion erinnern, aber dennoch vergisst man innerhalb eines Jahres leider doch recht viel und daher fand ich es super, dass Fitzek damit einem nochmal das Ende in Erinnerung ruft, bevor es mit dem „Augenjäger“ richtig los geht.

Auch im „Augenjäger“ gibt es zwar verschiedene Handlungsstränge, aber trotzdem steht Alina Gregoriev im Mittelpunkt, besonders nach einer Szene am Anfang. Was mir aber auch insgesamt gefallen hatte, da ich sie nach wie vor für eine faszinierende Person halte.
Die erste Hälfte des Hörbuchs fand ich teilweise etwas langatmig, da ich mich mit einer Überraschung nicht wirklich anfreunden konnte und ständig gehofft hatte, dass daran nochmal genauer angeknüpft wird. Was es auch wurde und danach habe ich das Hörbuch fast ununterbrochen gehört. Normalerweise brauche ich zum Hörbuch hören noch eine Nebentätigkeit, wie Putzen oder andere Haushaltssachen, aber den „Augenjäger“ konnte ich nicht einfach zur Seite legen, sodass ich „gezwungenermaßen“ stundenlang einfach auf dem Sofa saß um zu erfahren, wie es weitergeht. Ein überraschendes Ereignis nach dem anderen und ich habe gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergeht. Und am Ende kippt dann plötzlich nochmal alles um. Scheinbar eine Vorliebe von Fitzek, das auf Dauer allerdings auch negativ sein kann.

Allerdings ist „Der Augenjäger“ nichts für schwache Mägen. Gerade Augen und -Ops finde ich persönlich besonders schlimm und dementsprechend eklig sind auch manche Szenen.
Und auch sprachlich fand ich das Buch nicht immer gelungen. Mag daran liegen, dass ich nur vereinzelt Thriller lese, aber manchmal hätte ich mir gewünscht, wenn der Autor etwas mit den Schimpfwörtern gespart hätte. So wirkten manche Nebencharaktere eher „gleich“ auf mich und hatten es schwer sich von anderen zu unterscheiden.
Die Atmosphäre war von Anfang an sehr angespannt, und besonders in der zweiten Hälfte furchtbar gruselig, sodass ich oft kurz davor war, das Hörbuch auszumachen. Doch die Neugier, wie es weitergeht, war einfach größer.

Während ich „Der Augensammler“ gelesen habe, hatte ich mich für den Nachfolger für das Hörbuch entschieden, was glücklicherweise bei audible ungekürzt erschienen ist. Gesprochen wird „Der Augenjäger“, wie auch die anderen Bücher von Sebastian Fitzek, von Simon Jäger, der Synchronstimme von u.a. Josh Hartnett und Heath Ledger. Und das ist eindeutig ein Pluspunkt, denn ich mag seine Stimme unglaublich gerne. Und als einer der bekanntesten deutschen Synchron- und Hörbuchsprecher wirkt er zwar routiniert, aber trotzdem merkt man sein Können und es macht Spaß ihm zuzuhören.

Abschließend…

Nach dem „Augenjäger“ bin ich mir nun sicher: Das war gewiss nicht mein letztes Buch von Fitzek. Fast durchgehend spannend, toll vorgelesen von Simon Jäger und vor allem süchtigmachend. Nur etwas weniger eklig und ein „vorsichtigerer“ Umgang mit Schimpfwörtern würde ich mir wünschen.

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Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Ich hatte letztes Jahr „Der Augensammler“ gelesen und war neugierig auf den 2. Band.

Wie lange musste es auf dem SUB liegen?

Gar nicht. Kaum heruntergeladen, schon angehört!

Wunschliste in Gefahr?

Ganz bestimmt. „Splitter“ habe ich noch in Buchform auf dem SUB liegen, aber die restlichen Fitzeks werde ich mir vermutlich als Hörbuch besorgen.

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REZENSION: Walter Moers – Die Stadt der träumenden Bücher (Hörbuch)

Meine Ausgabe: erschienen 2007, ca. 29,95 €, bei audible im Flexi-Abo 9,95 €, Hörbuch, 1059 Minuten.
Kurzbeschreibung:
Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterläßt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. Dieses aber ist so makellos, daß Mythenmetz sich gezwungen sieht, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der „Stadt der träumenden Bücher“. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen. Er riecht den Anflug von Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert, das anregende Aroma von altem Leder und das scharfe, intelligente Parfüm von Druckerschwärze.
Einmal in den Klauen dieser buchverrückten Stadt, wird Mythenmetz immer tiefer hineingesogen in ihre labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche Gefahr ist, in der rücksichtslose Bücherjäger nach bibliophilen Schätzen gieren, Buchlinge ihren Schabernack treiben und der mysteriöse Schattenkönig herrscht.

Was ich davon halte…

…in Kronen:

…in Worten:

In wenigen Wochen ist es soweit und die Fortsetzung von „Die Stadt der träumenden Bücher“ erscheint mit dem Titel „Das Labyrinth der träumenden Bücher“ und passend zu dem Ereignis habe ich mir überlegt, dass es Zeit für einen Reread von DsdtB wird. Allerdings anstelle des Buches habe ich mir nun das Hörbuch, über das ich bisher nur sehr viel Gutes gehört hatte, zu Gemüte geführt und auch dieses mal hat mich die Geschichte wieder begeistern können.

Walter Moers hat mit seinen Zamonien-Romanen eine tolle, kuriose und sehr amüsante Welt erschaffen und besonders „Die Stadt der träumenden Bücher“ dürfte ein Highlight für Buchliebhaber sein. Ich habe mich unglaublich gerne wieder mit Hildegunst von Mythenmetz auf den Weg nach Buchhaim gemacht um herauszufinden, wer das Manuskript geschrieben hat, dass Hildegunst von seinem Dichtpaten Danzelot bekommen hatte. Und auch wenn ich vieles der Handlung noch wusste und auch wie es ausgeht, hat das dem Hörspaß keinen Abbruch getan. Ich habe viel geschmunzelt, gelacht und wieder den Wunsch entwickelt, in Buchhaim leben und einen eigenen Buchling haben zu wollen.

Das Hörbuch wird von Dirk Bach gesprochen, den man aus vielerlei Sendungen kennt. Ehrlich gesagt, wird mir Dirk Bach im Fernsehen schnell zu anstrengend, daher war ich doch sehr skeptisch wie er DsdtB lesen wird. Meine anfänglichen Befürchtungen, dass ich deswegen das Buch wohl nicht zu Ende hören werden kann, waren vollkommen unbegründet, denn beim Hören habe ich oft nicht bemerkt, dass es von Bach gelesen wird. Er verstellt für jede Figur seine Stimme, sodass jede Person/Wesen sich anders anhört und wirkt und ich war sehr überrascht wie vielfältig seine Stimme sein kann. Oft musste ich mich selbst daran erinnern, dass Bach das Hörbuch ganz alleine liest, so verschieden klang es oft.

Mit fast 18 Stunden ist das Hörbuch das Längste, das ich bisher gehört habe. Anfangs war ich ein wenig beunruhigt, ob ich so lange einer Geschichte lauschen kann, aber ich bin froh, es versucht zu haben, denn die Minuten und Stunden vergehen wie im Flug. Ich habe jede Minute, die mir blieb, zum Hörbuch hören genutzt und es sehr genossen, für mich ist „Die Stadt der träumenden Bücher“ einfach eine wunderbare Wohlfühlgeschichte, und nicht umsonst eines meiner Lieblings(hör)bücher. Ganz wunderbar ist es übrigens, dass das Hörbuch ungekürzt ist, denn es gibt überhaupt keine Szene, die ich heraus kürzen würde, jede Minute ist ein großer Spaß.

Aber auch wenn mich das Hörbuch ebenfalls begeistern konnte und definitiv seinen Preis wert ist, muss ich aber sagen, dass das Buch selbst wunderbar ist. Zwar fehlen ihm natürlich die tollen Stimmen von Dirk Bach, aber dafür ist die Buchform wunderbar illustriert und bietet noch andere schicke Details zur Geschichte, die dem Hörbuch fehlen. Ich bin jetzt zumindest froh, beide Versionen zu besitzen und mir theoretisch beim Hören die Bilder aus dem Buch anschauen zu können.

Abschließend…

Moers wunderbare Geschichte zusammen mit dem tollen Vorlesetalent von Dirk Bach ergibt ein wirklich großartiges Hörerlebnis, dass ich nur jedem ans Herz legen kann. Auch wenn Moers Humor schon recht speziell ist, ist es ein Versuch definitiv wert.
Und ich überlege nun sogar „Rumo und die Wunder im Dunkeln“ zu hören, obwohl es mich in Buchform nicht völlig überzeugen konnte, aber mit Dirk Bach als Sprecher könnte es trotzdem toll werden.
Und nun bin ich wahnsinnig gespannt, auf „Das Labyrinth der träumenden Bücher“ und ich hoffe wirklich sehr, dass es meine Erwartungen nicht enttäuschen wird.

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Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Das Buch kannte ich ja bereits 😀

Wie lange musste es auf dem SUB liegen?

Gar nicht 🙂 Nach dem Herunterladen hatte ich direkt mit dem Hören angefangen 😉

Wunschliste in Gefahr?

Naja, nicht wirklich. Die Zamonien-Romane bin ich mittlerweile alle durch und auch „Wilde Reise durch die Nacht“ habe ich gelesen. Das Einzige, was momentan noch auf der Wunschliste steht, ist „Das Labyrinth der träumenden Bücher“, aber das erscheint ja gaanz bald *freu*

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