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Gayle Forman – Nur ein Tag

nur ein tag Von Gayle Forman las und liebte ich vor ein paar Jahren ihren Zweiteiler „If I stay“ und „Where she went“. Daher stand „Nur ein Tag“ schon lange auf meiner Leseliste und ich war insgesamt sehr gespannt darauf. Als mir vor kurzem das deutsche Hörbuch in die Hände fiel, habe ich damit angefangen und bin leider doch etwas enttäuscht worden.

Die Protagonistin in „Nur ein Tag“ ist die 18-jährige Amerikanerin Allyson. Am Anfang der Geschichte befindet sich Allyson in Europa. Nach ihrem Abschluss schickten ihre Eltern sie auf eine Rundreise durch verschiedene europäische Hauptstädte. Allyson ist ein ruhiger, braver Mensch. An einem Abend lernt sie den Niederländer Willem kennen, der das totale Gegenteil von ihr ist und kurzerhand trifft Allyson die abenteuerlichste und spontanste Entscheidung ihres Lebens: Bevor sie wieder zurück in die USA muss, will sie mit Willem einen Tag und eine Nacht in Paris verbringen. Heimlich, ohne, dass die Veranstalter*innen der Europareise etwas davon erfahren. Gesagt, getan. Doch als Allyson dann am nächsten Tag in Paris aufwacht, ist sie alleine. Willem ist nicht mehr da und kurze Zeit später zurück daheim, kann sie ihn auch einfach nicht vergessen.

Inhaltlich klingt die Geschichte ganz nett und eigentlich hatte ich mir eine schöne, leichte Liebesgeschichte erhofft. Leider, habe ich das nicht so wirklich bekommen. Mein Problem fing bereits damit an, dass ich anfangs schnell von Allyson genervt war. Mir fehlte eine eigene Persönlichkeit. Sie ist ruhig, unscheinbar und vergleicht sich ständig mit anderen und fühlt sich natürlich auch viel unattraktiver als z.B. ihre Freundin Melanie. Natürlich gibt diese Ausgangslage viel Platz, damit sie sich weiterentwickeln kann, was sie zum Ende der Geschichte auch tut, aber Sympathiepunkte kann sie bei mir allerdings so nicht gewinnen. Und auch wenn sie auf ihrer Europatour, die von ihren Eltern spendiert wird, jammert, dass die Städte ja nicht soo toll sind, wie in den Filmen, dann nervt mich das und lässt sie auf mich sehr privilegiert und unüberlegt wirken. Schlechter Start also.
Erst als Allyson wieder zurück in den USA war und sich auf ihr neues Leben vorbereiten musste, wurde sie mir allmählich sympathisch. Ich mochte die Szenen, in denen Allyson klar wird, dass das Leben, das ihre Eltern für sie aussuchten, nichts für sie ist, und sich allmählich umorientierte und Dinge ausprobierte, die sie wollte. Auch mit dem Wissen, dass ihren Eltern das nicht gefallen wird, aber sie trotzdem versuchte, ihren Weg zu gehen. Ich mochte, wie sie neue Freundschaften schließ und besonders Deen und ihren Shakespeare-Kurs.

Was ich hingegen nicht mochte und ich wünschte, dass das einfach nicht passiert wäre, war, wie sie Willem auch nach einem Jahr, das vergangen ist, noch nachhängt. Sie verbrachten einen Tag und eine Nacht in Paris und danach verschwand er spurlos. Ließ sie ganz alleine in einer fremden Stadt zurück, in der sie noch nie war, deren Sprache sie nicht sprach. Für mich ist er ein Arsch und ich wünschte, sie hätte ihn einfach vergessen.

Und dann endet „Nur ein Tag“ leider relativ offen. Was an dem Morgen in Paris vorgefallen ist, wird nicht geklärt, da es ja noch einen zweiten Band gibt, der aus der Sicht von Willem erzählt wird. Vermutlich wird das auch der einzige Grund sein, warum ich evtl. in „Und ein ganzes Jahr“ reinhören werde.

Das Hörbuch wird von Jodie Ahlborn gesprochen. Bisher hatte ich noch kein Hörbuch gehört, das von ihr gelesen wird. Anfangs fand ich ihre Stimme etwas zu ruhig und langsam, aber das ging schnell vorbei und ich habe ihrer Stimme gerne gelauscht.

Gelesen im Juli 2016.
Bewertung: 2/5

Ausgabe:
Hörbuch
Sprecherin: Jodie Ahlborn
Übersetzung: Stefanie Schäfer
Minuten: 474
Verlag: Argon
ISBN: 978-3-8398-1470-3

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Jasmine Warga – Mein Herz und andere schwarze Löcher

Mein Herz und andere schwarze LöcherZugegeben, „Mein Herz und andere schwarze Löcher“ stand nicht allzu weit oben auf meiner Leseliste – dafür sind in den letzten Monaten, gefühlt, zu viele YA-Romane erschienen, die Depressionen und Suizid zum Thema hatten.

„Depression, das bedeutet: ein Gefühl der Schwere, dem man nicht entrinnen kann. Das Gewicht lastet auf einem wie Blei und macht selbst die banalsten Dinge, wie das Binden von Schnürsenkeln oder das Kauen von Toastbrot, so anstrengend, als müsste man dreißig Kilometer bergauf laufen. Depressionen sind ein Teil von dir; sie sitzen in deinen Knochen und in deinen Adern. Wenn ich etwas über Depressionen weiß, dann das: Es gibt kein Entrinnen.“ (S. 25-26)

In „Mein Herz und andere schwarze Löcher“ geht es um Aysel und Roman, die sich auf einem Internetforum kennen lernen, in dem es darum geht, einen Partner zu finden, mit dem man Selbstmord begehen möchte. Die Kapitel sind, passenderweise, in verschiedene Tage eingeteilt und mit der Tageszahl versehen, die ihnen noch bis zum Tag X bleiben.

Leider hatte ich schon ziemlich schnell den Eindruck, dass mir das ganze einfach zu konstruiert ist. Schnell, für meinen Geschmack zu schnell, freunden sich Aysel und Roman an. Kaum weiß Aysel wann der Tag X sein wird, schon passieren ständig Dinge, die sie letztlich doch daran zweifeln lassen. Von daher war mir schon schnell klar, wie das nur enden kann.
Und dann die Liebesgeschichte. Besonders hier kam sie mir einfach fehl am Platz vor. Aysel und Roman sind beide zwei junge Menschen, die sich selbst isoliert haben und keine Freunde_innen haben. Warum muss die Autorin da Liebe entstehen lassen und nicht einfach eine Freundschaft?

Aysel mochte ich trotzdem gerne. Sie hört nur klassische Musik und in Situationen, in denen sie sich unwohl fühlt, summt sie die Melodie ihrer Lieblingsstücke vor sich hin. Außerdem interessiert sie sich für Naturwissenschaften, besonders Physik und ihre philosophischen Gedanken dazu in Verbindung mit Tod fand ich sehr interessant zu lesen.

Ich hatte oft den Eindruck hatte, dass Warga gut zum Thema Depression recherchiert hat und sie passende Vergleiche (z. B. die schwarze Qualle, die jegliche Freude aufsaugt) findet. Auch passend finde ich, wie sie die Familien von Aysel und Roman darstellt. Beide sind so mit ihrer Depression beschäftigt und vernebelt, dass sie gar nicht bemerken, wie ihre Familien versuchen, sich um sie zu kümmern.

„Was die meisten Leute nicht verstehen: Depressionen haben nichts mit der Umgebung, den äußeren Umständen zu tun. Es geht nur um die Innenwelt. Etwas in mir stimmt nicht. Klar, es gibt Dinge in meinem Leben, die mir ein Gefühl von Einsamkeit vermitteln, aber durch nichts fühle ich mich so isoliert und verängstigt wie durch die Stimme in meinem eigenen Kopf.“ (S. 59)

Allerdings muss ich aber auch sagen, dass ich manche Stelle doch etwas problematisch fand, z.B.

„Jetzt verziehen sich seine Lippen zu einem Halbmondlächeln. Ich glaube, ich habe seit drei Jahren nicht mehr gelächelt. FrozenRobot sollte seine Entscheidung noch mal überdenken. Vielleicht ist er gar nicht so depressiv, wie er glaubt.“ (S. 54)

Das erinnert mich ganz stark daran, dass unsere Gesellschaft oft ein ganz bestimmtes Bild von einem depressiven Menschen hat. „Richtig depressiv“ ist nur wer, der_die nur zu Hause bleibt, nur traurig ist und es auch zeigt, nichts isst, nicht am Leben teilnimmt, NUR IM BETT LIEGT. Und das Bild ist leider falsch. Es gibt genug Menschen, die depressiv sind und trotzdem versuchen, so gut es geht weiterzuleben, einen normalen Alltag zu behalten, sich die Traurigkeit nicht anmerken zu lassen, etc.

„Ich weiß, ich weiß – die Leute jammern immer rum und sagen, Selbstmord sei ein Ausweg für Feiglinge. Stimmt wahrscheinlich. Klar – ich gebe auf, ich kapituliere.“ (S. 17-18)

Ich vertrete, was das betrifft, eine ganz andere Position und deswegen stört es mich, dass die Autorin das so ausdrücklich schreibt. Selbstmord ist keine Tat aus Feigheit. Punkt. Für die meisten Menschen ist Selbstmord der letzte Ausweg, das einzige, was ihnen noch bleibt. Ich habe oft den Eindruck, dass die Menschen, die Selbstmord so verurteilen, einfach nicht in der Lage sind, sich in einen Menschen hineinzuversetzen, die_der so verzweifelt ist, dass es nicht anders geht. Die meisten Selbstmorde sind keine spontanen Aktionen, die_der betreffende Person hat sich damit auseinandergesetzt. Und anstelle, die_der Person Feigheit zu unterstellen, sollten sich andere Menschen, die Gesellschaft überhaupt lieber selbst fragen, wie es soweit kommen kann. Wie Menschen so verzweifelt sein können. Und wie man es erst verhindern kann, dass sie in solche Situationen kommen.
Und im Bezug zu Depression ist es sogar noch etwas anders, denn meistens möchte die Person anderen gar nicht mehr zur Last fallen und denken, ohne mich sind die anderen eh besser dran.

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„[…], desto mehr wage ich zu glauben, dass es eine Möglichkeit geben könnte, uns zu helfen und uns zu reparieren. Eine Möglichkeit, dass wir einander retten.“ (S. 290)

„Weil es mich gerettet hat, dass ich jemanden liebe. Seither sehe ich mich selbst anders, und ich sehe die Welt anders. Dafür bin ich dir was schuldig.“ (S. 372)

*seufz* Nein, einfach nein.
Ich weiß nicht, wie und warum Menschen auf die Idee kommen, dass Depressionen oder „psychische Krankheiten“ durch Liebe „geheilt“ oder „repariert“ werden könnten und dass dann alles Friede-Freude-Eierkuchen ist. Aber dem ist nicht so. Das mag in Büchern wie diesen funktionieren, aber nicht im richtigen Leben. Es mag helfen, einen Menschen zu haben, der_die dasselbe durchgemacht hat und darüber miteinander reden zu können, ABER innerhalb weniger Wochen dadurch „geheilt“ zu werden, nein.
Depression ist nicht einfach nur traurig sein und sobald man die Traurigkeit überkommen hat, ist alles wieder gut. Vor allem nicht, wenn es, wie bei Aysel ist, die JAHRELANG damit kämpfte.

„Eine Geschichte über zwei, die den Tod suchen und die Liebe ihres Lebens finden.“ (Klappentext der dt. Ausgabe)

*seufz* Außerdem, bei 16jährigen von der „Liebe ihres Lebens“ reden. WTF?!

Und noch kurz etwas zu Aysels Vater.

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Im Buch wird sehr stark angedeutet, dass er ebenfalls psychische Probleme hat und deswegen möglicherweise einen Menschen umgebracht hat. Er wurde in eine psychiatrische Klinik verlegt und Aysel erwähnt sehr oft, dass er immer traurig war, dass er zu Wutausbrüchen neigte, dass er vielleicht selbst eine „schwarze Qualle“ in sich trägt. Mir missfällt es etwas, dass die Autorin darauf nicht weiter eingeht und damit andeutet, dass er möglicherweise selbst Depressionen haben könnte. Gerade nach den ständigen Medienberichten zu dem Flugzeugunglück… Vielleicht hat es die Autorin nicht so gemeint, aber bei mir hinterlässt das so einen faden Beigeschmack.

Sehr schade auch, dass es zum Schluss nur noch um

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den versuchten Selbstmord von Roman geht

und z. B. Aysels Familie keine Rolle mehr spielt. Ich hätte gerne gesehen, wie sie sich vielleicht doch mehr ihrer Familie annähert.

Gelesen im Juli 2015.
Bewertung: 2/5

Übersetzerin: Adelheid Zöfel
Verlag: Sauerländer
ISBN: 9783737351416

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Sabrina Qunaj – Teufelsherz

TeufelsherzMeine Ausgabe: eBook, deutsch, 234 Seiten.
Serie: Band 1/2
Gelesen im Dezember 2013.
Bewertung: 1/5

Beschreibung:

Die 17-jährige Emily wird dem Schutzengel Damian anvertraut. Jedoch nur auf Probe. Um sie vor Gefahren zu warnen, dringt er daher immer wieder in ihr Unterbewusstsein ein, obwohl dies streng verboten ist. Von nun an begegnet Emily ihrem Schutzengel fast jede Nacht in ihren Träumen und schon bald empfindet sie die Tage ohne Damian als lang und einsam. Doch dann stellt sich heraus, dass er in Wirklichkeit der Sohn des Teufels ist und eigene Absichten verfolgt. Für Emily bricht eine Welt zusammen. Mit allen Mitteln versucht sie jetzt den Schlaf zu verhindern, damit Damian jede Möglichkeit verwehrt wird, ihr wieder nahezukommen. Und dann geht sie schließlich einen Pakt mit dem Teufel ein…

Über die Bücher von Sabrina Qunaj hatte ich bisher nur Gutes gehört, daher standen ihre Elfenromane sehr weit oben auf meiner Wunschliste. Als ich entdeckte, dass diese Reihe und auch „Teufelsherz“ über die Onleihe erhältlich sind, wollte ich es erstmal mit der kürzeren Reihe probieren, bevor ich mich auf ihre dicken Wälzer stürze.
Und eigentlich wollte ich „Teufelsherz“ wirklich gerne mögen, aber um ehrlich zu sein, ich habe leider überhaupt keinen Draht zu dem Buch gefunden.

Dabei fing es gar nicht mal so schlecht an. Damian, der Sohn des Teufels, will ein Schutzengel werden und geht in den Himmel zu Gott, um ihn darum zu bitten. Nach kurzer Diskussion willigt Gott schließlich ein und macht Damian zu einem Schutzengel auf Probe. Sein Schützling: Die „problembehaftete“ Emily.

Anfangs war ich zwar nicht begeistert und eher etwas verwirrt, aber immerhin fühlte ich mich unterhalten. Die Geschehnisse im Himmel fand ich interessant und teilweise auch amüsant. Damian selbst war mir zwar etwas suspekt, aber ok. Meine Probleme fingen eher an, als ich Emily und ihr Schulleben kennen lernte. Denn das ist wie in etwa 90 % der Jugendbücher: Emily gehört zu den Außenseitern und ist natürlich mit dem Schwarm der ganzen Schule eng befreundet. Die Cheerleader finden diese Freundschaft nicht so toll und besonders ihre Anführerin macht Emily das Leben schwer. Und da fing das Buch an mich zu langweilen und mich zu verlieren. So viele Klischees auf einmal und so viel, was man schon aus anderen Büchern kennt * gähn *
Als dann noch Annie, natürlich auch eine Außenseiterin, anfing, eine größere Rolle zu spielen war das Liebesdreieck oder eher Liebesquartett perfekt und ich habe mit dem Gedanken gespielt, das Buch einfach abzubrechen.
Von da an gab es für meinen Geschmack einfach zu viel Drama und besonders Emily hat mich schnell genervt. Ihr ganzes Gejammer über Will ging mir so auf die Nerven. * augenroll *

Der Fantasyaspekt von „Himmel und Hölle“ verlor sich leider sehr in dem ganzen Beziehungsdrama, was ich besonders schade fand, weil das der eigentliche Grund war, warum ich das Buch gerne lesen wollte.

Der Schreibstil ist an sich ganz ok und lässt sich flüssig lesen, wenn auch, für meinen Geschmack nicht allzu anspruchsvoll. Aber besonders bei zwei Passagen habe ich mich dann doch ein wenig geärgert.

„Es widersprach zwar ihrer weiblichen Natur, sich ihm mit offenen Haaren, ungeschminkt und in einem kuscheligen Flanell-Zweiteiler zu präsentieren, […]“ (S. 84)

Ok, das mit dem Schlafanzug kann ich noch nachvollziehen, aber der Rest? Ich finde es ernsthaft furchtbar traurig, wenn man anscheinend Probleme damit hat, mit offenen Haaren oder gar ungeschminkt rumzulaufen. Von einer „weiblichen Natur“ da zu reden, finde ich persönlich reichlich übertrieben. (Und was ist so schlimm an „offenen Haaren“? Ich habe die meiste Zeit die Haare offen o_O)

„Will drängte sich ganz Mann an den beiden schwachen Mädchen vorbei und ging als Erster hinein.“ (S. 199)

Und hier wurde mir besonders schlecht. Wenn man schon so einen Quatsch ausdrücken will, kann man sich dann nicht einfach dieses „ganz Mann“ und „schwachen Mädchen“ sparen?! Es gibt mittlerweile so viele Bücher, in denen die Mädchen nicht mehr die Schwachen sind und ein Junge nicht „ganz Mann“ sein muss, sondern auch ruhig Angst zeigen und nicht so tapfer sein muss, warum muss man das denn hier so darstellen und noch extra betonen? Nein, ich verstehe es nicht. Und es gefällt mir nicht.

Und noch kurz zum Ende.

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WTF?! Was war denn das für ein Quatsch?! Gut, dass Damian als Mensch auf die Erde kommt, habe ich mir schon gedacht, anders hätte es ja für Emily nicht enden können. Aber bitte was sollte das denn zwischen Will und Emily?! Dieses „Wir lieben uns und gehören zusammen, aber nicht jetzt“?! Ja und wann? Vielleicht wenn ihr tot seid? Sorry, aber gerade der Unfall mit Mandy hätte ihnen doch wohl zeigen sollen, wie schnell alles vorbei sein kann und dass es eventuell einfach kein „später“ gibt. Außerdem finde ich es mächtig unfair und scheiße Damian und Annie gegenüber, die für mich dadurch nur als Platzhalter wirken. Wenn ich weiß, dass ich eigentlich jemand anderen liebe, dann bin ich mit der Person zusammen und nicht mit der, für den ich zwar etwas empfinde, aber WEISS, dass ich nicht meine Zukunft mit ihr verbringen will, bzw. dass in der Zukunft bereits jemand anderes wartet >.<

„Teufelsherz“ war absolut nicht meins. Zu sehr Romantasy, zu viel Drama und zu viele Klischees, die mir die Geschichte verdorben haben. Den Nachfolger „Teufelstod“ werde ich sicherlich nicht lesen, aber eventuell mal in die Elfenreihe reinlesen. Vielleicht ist da ja der Fantasyanteil höher als das Beziehungsdramagedöns.

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Terry Pratchett – The Wee Free Men

The Wee Free MenMeine Ausgabe: Taschenbuch, englisch, 320 Seiten.
Übersetzung: Kleine, freie Männer
Serie: Band 1/4 (Discworld #30)
Gelesen im Juli 2013.
Bewertung: 4.5/5

Beschreibung:

Nine-year-old Tiffany Aching thinks her Granny Aching – a wise shepherd – might have been a witch, but now Granny Aching is dead and it’s up to Tiffany to work it all out when strange things begin happening: a fairy-tale monster in the stream, a headless horseman and, strangest of all, the tiny blue men in kilts, the Wee Free Men, who have come looking for the new ‚hag‘. These are the Nac Mac Feegles, the pictsies, who like nothing better than thievin‘, fightin‘ and drinkin‘. Then Tiffany’s young brother goes missing and Tiffany and the Wee Free Men must join forces to save him from the Queen of the Fairies…

Mit Terry Pratchett und mir ist es manchmal wie eine Achterbahnfahrt. Es gibt Romane, die finde ich (fast) durchgehend super („Gevatter Tod“, „Schweinsgalopp“, „The Amazing Maurice & his educated rodents“) und andere, die mir nicht so richtig zusagen und meinen Humor treffen („Alles Sense“, „Das Erbe des Zauberers“, „MacBest“). „The Wee Free Men“ lag mittlerweile schon ein paar Jährchen auf meinem SUB und da ich in letzter Zeit viel Gutes über die Protagonistin Tiffany Aching gehört, bzw. gelesen habe, war es an der Zeit sie endlich mal kennenzulernen. Und ehrlich gesagt, ich fürchte, ich habe mich ein klein wenig in dieses wunderbare 9-jährige Mädchen verliebt.

Tiffany lebt auf der Aching Farm, sie kümmert sich um’s Käsemachen und um ihren kleinen Bruder, der ständig klebrig ist und nur Süßigkeiten essen will. Sie trägt große Stiefel, die sie mit Socken „ausstopfen“ muss, damit sie ihr passen und das Wichtigste an Tiffany: Sie denkt. Ich fand es ganz entzückend von ihr zu lesen, wie sie über alles nachdenkt, eine Hexe werden will, um die ganzen vorherrschende Vorurteile und Klischees zu wiederlegen, sich zusammen mit den Nac Mac Feegle auf die Suche nach ihrem Bruder macht, und natürlich ihre Märchenanspielungen.

A lot of the stories were highly suspicious, in her opinion. There was the one that ended when the two good children pushed the wicked witch into her own oven. Tiffany had worried about that after all that trouble with Mrs Snapperly. Stories like this stopped people thinking properly, she was sure. She’d read that one and thought, Excuse me? No one has an oven big enough to get a whole person in, and what made the children think they could just walk around eating people’s houses in any case?
S. 63.

Das andere Highlight neben Tiffany waren natürlich die Nac Mac Feegle. Die kleinen blauen Männer mit roten Haaren, die nur Kämpfen, Trinken und Stehlen im Kopf haben, haben mich oft zum Lachen gebracht. Herrliche Figuren! Ihr Dialekt war zwar anfangs gewöhnungsbedürftig, aber je öfter ich von ihnen gelesen habe, desto besser konnte ich sie verstehen.

Was mir an den anderen Hexen-Romanen, die ich bisher gelesen hatte, nicht so gefallen hatte, war der Humor. Vieles fand ich zu albern und so hatte ich die Befürchtung, dass es mir auch mit „The Wee Free Men“ gehen würde, aber glücklicherweise hat sich die Befürchtung nicht bewahrheitet. Möglicherweise liegt das aber auch an der Übersetzung. Bis auf „The Amazing Maurice & his educated rodents“ und jetzt „The Wee Free Men“ habe ich Pratchett nur in der deutschen Übersetzung gelesen, die ich an sich zwar nicht schlecht fand, aber wohl wirklich etwas von dem Humor verloren geht, wie ich jetzt zugeben muss.
„The Wee Free Men“ ist wunderbar geschrieben, ehrlich, zum Denken anregend und vor allem immer mit einem Augenzwinkern, was mich oft zum Schmunzeln gebracht und mich nicht nur gut unterhalten, sondern auch sehr amüsiert hat. Aber nicht nur der Humor hat mir hier richtig gut gefallen, sondern auch die unterschwellige Ernsthaftigkeit der Geschichte, Tiffanys Selbstzweifel und wie sie zum Ende hin ein Stückchen über sich hinauswächst.

Ein paar Längen hatte „The Wee Free Men“ für mich leider und auch die Traum-in-Traum-Sache am Ende, fand ich teilweise etwas verwirrend, aber das hat meinem Lesespaß glücklicherweise nur wenig gemindert, und dank Tiffany weiß ich nun, warum man unbedingt immer eine Bratpfanne griffbereit haben sollte 😉 Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf meine nächste Begegnung mit Tiffany und ich bin froh, dass „A Hat Full of Sky“ bereits in meinem Regal wartet.

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Cath Crowley – Graffiti Moon

Graffiti MoonMeine Ausgabe: Taschenbuch, englisch, 272 Seiten.
Gelesen im Juli 2013.
Bewertung: 5/5

Beschreibung:
Senior year is over, and Lucy has the perfect way to celebrate: tonight, she’s going to find Shadow, the mysterious graffiti artist whose work appears all over the city. He’s out there somewhere—spraying color, spraying birds and blue sky on the night—and Lucy knows a guy who paints like Shadow is someone she could fall for. Really fall for. Instead, Lucy’s stuck at a party with Ed, the guy she’s managed to avoid since the most awkward date of her life. But when Ed tells her he knows where to find Shadow, they’re suddenly on an all-night search around the city. And what Lucy can’t see is the one thing that’s right before her eyes.

Ich muss gestehen, dass ich „Graffiti Moon“ anfangs gar nicht auf dem Schirm hatte. Zugegeben, der Inhalt klang nett, auch wenn es mich etwas an „Nick & Norah’s Infinite Playlist“ von David Levithan und Rachel Cohn erinnert hatte. Das Setting (Melbourne <3) hat mich gereizt, aber so dringend hatte ich es dennoch nicht. Bis erst Captain Cow und etwas später Miss Bookiverse so begeistert davon waren, dass ich das Buch unbedingt kaufen und lesen musste. Und ja, es hat sich gelohnt.

„Graffiti Moon“ ist ein wunderbares Jugendbuch, das ganz unscheinbar daher kommt, aber eine tolle Geschichte in einer schönen Sprache zu erzählen hat. Zusammen mit Lucy, Ed, Leo, Jazz, Dylan und Daisy habe ich mich auf die Suche nach den Graffiti Artists Shadow und Poet gemacht, die Lucy es sich zur Aufgabe gemacht hat, in dieser Nacht unbedingt, endlich zu finden. Was sie nicht weiß, aber der Leser gleich am Anfang erfährt: Ed ist Shadow. Ed, mit dem Lucy nach einem katastrophalen Date eigentlich nichts mehr zu tun haben wollte.
Die Geschichte lebt von ihren lebhaften, außergewöhnlichen Charakteren, die ich alle gleich ins Herz geschlossen habe. Langsam erfährt man in dieser Nacht vieles über die Vergangenheit der Protagonisten, vor allem über Lucy und Ed, die im Zentrum der Geschichte stehen. Es gibt viel zum Lachen, aber auch Szenen, die einen zum Nachdenken bringen oder die Tränen in die Augen treiben. Die Geschichte wird hauptsächlich aus den Perspektiven von Ed und Lucy erzählt, zwischendurch gibt es kurze Kapitel von Poet, die alle in Versen geschrieben werden.

Einen großen Spielraum nimmt die Kunst ein. Ed ist, wie gesagt, ein Graffiti Artist und Lucy lernt in ihrer Freizeit die Glasbläserei. Sehr cool, denn von beidem habe ich bisher in einem Roman noch nie gelesen. Und was mir besonders gefallen hatte: Es wirkt nie aufgesetzt. Ich habe Ed und Lucy ihre Leidenschaft dafür sofort abgenommen und ich fand es total interessant davon zu lesen. Zudem habe ich mir ständig gewünscht, Eds Graffitis und Lucy Glaswerke (besonders „The Fleet of Memory“!) mal sehen und bestaunen zu können. Aber es wird auch über verschiedene Künstler und Kunstwerke gesprochen und ich fand es schade, dass ich vieles davon nicht kannte oder zuordnen konnte. (Aber Vermeer, ha! :D)

Für mich definitiv ein Highlight im „YA“-Dschungel und ich freue mich auf ein Wiedersehen mit der illustren Truppe. Und vor allem auch auf Neues aus Cath Crowleys Feder.

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