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Regina Dürig – Katertag. Oder was sagt der Knopf bei Nacht?

KatertagMeine Ausgabe: HC, deutsch, 111 Seiten.
Gelesen im Januar 2013.
Bewertung: 4/5

Ich muss ehrlich sagen, dass ich überrascht bin, WIE gut mir “Katertag” von Regina Düring gefallen hat. Auf nur knapp 100 Seiten entwickelt die Autorin eine furchtbare, traurige und emotionale Geschichte, in der der 15-jährige Nico einen Brief an seinen alkoholabhängigen Vater schreibt, da er ihm nicht so schnell verzeihen kann, was er mit seiner Sucht angerichtet hatte.
Trotz der Kürze war “Katertag” kein Buch für mich, was ich an einem Stück hätte lesen können, dafür fand ich die Atmosphäre zu bedrückend und die Geschichte zu realistisch. Nico, seine kleine Schwester Sasa und Mim taten mir so leid und ich fand es schrecklich darüber zu lesen, wie sie mit dieser Situation klar kommen müssen – und noch schrecklicher wenn man bedenkt, dass es nicht nur in Bücherfamilien so zugeht, sondern auch im wahren Leben :/
Für mich war jedes Wort am richtigen Fleck und hat die Wirkung erzielt, die es vermutlich sollte. Und auch wenn ich “gerne” noch mehr über Nico und seine Familie erfahren hätte, so denke ich doch, dass mehr Seiten in dieser Form, für mich jedenfalls, nicht funktioniert hätte.

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Sarah Beth Durst – Ice

IceMeine Ausgabe: Taschenbuch, englisch, 308 Seiten.
Gelesen im Januar 2013.
Bewertung: 2-2.5/5

“Ice” ist eines der Bücher, das ich wirklich gerne mögen wollte, leider war das aber nicht ganz der Fall. Die Geschichte basiert auf dem Märchen “Östlich von der Sonne und westlich vom Mond”, das ich bisher nicht kannte, daher war es sehr interessant, mal ein Märchen durch eine Neuerzählung kennenzulernen. Das Märchen selbst musste ich natürlich gleich nach Beenden des Buches nachlesen ;)

Am Anfang war ich sehr überrascht, wie schnell die Geschichte losgeht. Kaum angefangen zu lesen, trifft Cassie quasi schon auf Bear und das Märchen nimmt seinen Lauf. Leider kam es mir dadurch schnell ziemlich oberflächlich und die Entwicklung von Gefühlen nicht ganz glaubhaft vor. Dafür hatte es sich dann in der Mitte sehr gezogen und ich glaube, ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn die “Einführung” in die Geschichte einen größeren Platz eingenommen hätte und dafür im Mittelteil etwas gekürzt worden wäre.
Cassie mochte ich anfangs ganz gerne. Sie ist eine mutige und sture Protagonistin, und sie hat eindeutig ihren eigenen Kopf. Dennoch muss ich sagen, konnte ich mit ihrer Art nicht immer etwas anfangen.

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z.B. als sie sich schwanger auf die Suche nach Bear gemacht hatte, war mir doch etwas mulmig zumute, wie wenig sie an das ungeborene Kind dachte (auch wenn ich weiß, dass sie das Kind eigentlich nicht wollte)

Aber Bear mochte ich allerdings noch viel mehr (wie könnte man auch nicht?! :D) und als er im Verlauf des Buches immer mehr in den Hintergrund geriet, verlor ich leider langsam auch das Interesse an der Geschichte. Im Schneckentempo habe ich dann trotzdem noch weitergelesen und wurde mit dem Ende doch etwas versöhnt. Zwar kam es mir etwas zu schnell vor, aber die ungewohnte Idee mochte ich.

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REREAD: Catherynne M. Valente – The Girl Who Circumnavigated Fairyland in a Ship of Her Own Making

the girl who circumnavigated... Meine Ausgabe: Taschenbuch, englisch, 247 Seiten.
Serie: Band 1/5
Gelesen (Reread) im Januar 2013.
Bewertung: 5/5

 

 

 

Once upon a time, a girl named September grew very tired indeed of her parents’ house, where she washed the same pink-and-yellow teacups and matching gravy boats every day, slept on the same embroidered pillow, and played with the same small and amiable dog.

So beginnt ein wunderbares Kinderbuch mit dem großartigen Titel “The Girl Who Circumnavigated Fairyland in a Ship of Her Own Making” von Catherynne M. Valente, indem die 12-jährige September Bekanntschaft mit Green Wind macht, der sie ins Fairyland bringt und damit ein großes, wunderbares Abenteuer beginnt, worüber ich jetzt aber nicht weiter erzählen möchte ;)
Letztes Jahr im Juni habe ich das Buch zum ersten Mal gelesen und ich fand es wirklich toll und vor ein paar Tagen hatte ich große Lust, Fairyland wieder einen Besuch abzustatten und dieses Mal bin ich noch begeisterter als vorher. Möglicherweise lag es daran, dass ich mir dieses Mal einfach mehr Zeit genommen habe, die Geschichte in Ruhe zu lesen, jede Idee und jeden Satz ausgiebig zu genießen und in Fairyland richtig einzutauchen.
Als ich es zum ersten Mal gelesen hatte, habe ich es hauptsächlich in Bus & Bahn gelesen, dieses Mal aber lieber in eine Decke eingekuschelt, mit Wärmflasche und Tee.

Cat Valente empfinde ich nach wie vor als wunderbar kreativ und einfallsreich. Herrlich, was sie sich für Wesen und Figuren hat einfallen lassen, genauso wie den Handlungsverlauf. September ist eine wunderbare Protagonistin, herzallerliebst, ehrlich, und so richtig Kind, wie man es sich vorstellt. Fairyland ist eine Welt, in der ich unglaublich gerne auch mal reisen (wenn auch nicht alles durchmachen müssen, was September machen muss…) und vor allem einen Wyverary (Wyvern + Library = Wverary ;) ) treffen würde.

Aber nicht nur in die Geschichte habe ich mich verliebt, sondern auch in den Schreibstil von Cat Valente. Trotz Kinderbuch schreibt sie, wie ich finde, durchaus anspruchsvoll und die Autorin findet ganz wunderbare Beschreibungen und Vergleiche. (Am liebsten würde ich das ganze Buch zitieren…)

“When you are born,” the golem said softly, “your courage is new and clean. You are brave enough for anything: crawling off of staircases, saying your first words without fearing that someone will think you are foolish, putting strange things in your mouth. But as you get older, your courage attracts gunk and crusty things and dirt and fear and knowing how bad things can get and what pain feels like. [...]“

Ganz wunderbar finde ich auch die Illustrationen von Ana Juan am Anfang jedes Kapitels. Sie wirken zwar etwas düster, aber durchaus passend und vor allem so, wie es die Autorin beschreibt.

Früher oder später werde ich mir das Buch sicherlich auch auf Deutsch zulegen, um irgendwann meinen eigenen Kindern daraus vorlesen zu können. Sehr schade, dass es das Buch zu meinen Kindheitstagen noch nicht gab, ich bin mir sicher, damals hätte ich es schon geliebt.
Sehr lesenswert ist übrigens auch das Interview mit der Autorin und der Illustratorin in der Taschenbuchausgabe.

“The Girl Who Circumanvigated Fairyland in a Ship of Her Own Making” hat mich am Ende glücklich und traurig zugleich zurückgelassen Traurig, weil die Geschichte und das Abenteuer nun zu Ende ist und glücklich, weil ich ein paar Stunden riesigen Spaß mit September hatte, ich habe mich mit ihr gefreut, mit ihr gelitten und mit ihr viele neue Freunde getroffen. Außerdem freue ich mich auf die vielen Abenteuer, die noch kommen werden.

Die deutsche Ausgabe erscheint im März unter dem Titel Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte.

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Karen Thompson Walker – The Age of Miracles

the age of miracles Meine Ausgabe: ARC, Taschenbuch, englisch, 285 Seiten.
Gelesen im Januar 2013
Bewertung: 2-2,5/5

“The Age of Miracles” konnte ich im Zuge einer Notizbuchaktion von Crini lesen (vielen Dank!) und ehrlich gesagt, bin ich froh darüber, kein Geld dafür ausgegeben haben zu müssen, denn auch wenn ich es nicht ganz schlecht fand, etwas geärgert hätte ich mich vermutlich schon.

Von einem Tag auf den anderen ändert sich das Leben von Julia und ihrer Familie und den anderen Menschen auf der Erde, denn das sogenannte “Slowing” tritt ein, d.h. die Rotation der Erde verlangsamt sich, und damit kommen viele Probleme auf die Menschen zu, z.B. dass die Tage viel länger werden, etc.
Nebenbei geht aber auch das normale Leben weiter und Julia muss lernen, langsam erwachsen zu werden.

Nachdem nun ein paar Tage vorbei sind, seit ich das Buch beendet habe, weiß ich allerdings immer noch nicht recht, ob ich das Buch nun mochte oder nicht. Den Schreibstil fand ich gut, er wirkte melancholisch und nachdenklich machend. Auch mochte ich es ziemlich gerne, dass die ganze Geschichte mit vielen Details und in einem gemächlichen Tempo erzählt wird, die Gefahr kommt schleichend und “unerwartet” und wirkte so von Anfang an sehr real auf mich. So entwickelt sich zwar anfangs Spannung, aber da die Geschichte in einer Rückblende erzählt wird, vergeht die Spannung, wenn ständig von bösen Vorsehungen erzählt, bzw. angeschnitten werden und diese einfach nicht eintreten. Auf Dauer hat mich das einfach nur noch genervt und daher konnte ich dieses ganze “Slowing” auf Dauer nicht mehr richtig ernst nehmen.
Dass das Heranwachsen von Julia so eine große Rolle spielt, hat mich überrascht, aber positiv zunächst. Allerdings finde ich es seltsam von 11 oder 12-jährigen zu lesen, die sich eher wie 16-jährige benehmen. Sie interessieren sich für Jungs, Klamotten, Schminke, etc. und irgendwie hat das alles nicht so recht für mich zusammengepasst. Julia passiert in dem Buch so viel Schlimmes, dass mir teilweise richtig schlecht geworden ist, weil sie mir einfach so leid tat. Leider ist sie eine sehr passive Figur, sodass auch kleine “Missverständnisse” zu einer großen (unnützen) Last wurden, nur weil sie nicht einfach mal den Mund aufmachen konnte, was bei mir leider oft auch zu Augenrollen führte.
Am Enttäuschendsten fand ich allerdings das Ende. Ich habe kein Problem damit, wenn nicht immer alle Probleme gelöst werden, aber so ein paar kleinere Antworten oder zumindest Versuche hätte ich schon gerne.

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Einfach zu sagen “Tja, warum das so alles ist und was es mit dieser Krankheit ist, wissen wir immer noch nicht, obwohl wir das, dies und jenes alles können” (sinngemäß) reicht mir einfach nicht und wirkt letztlich auf mich doch eher, als hätte sich die Autorin nicht genug Gedanken gemacht. Schade.

“The Age of Miracles” ist keine actiongeladene Weltuntergangsgeschichte, vielmehr erzählt sie das Heranwachsen und Leben einer 11-Jährigen, die sich in einer stetig veränderten Welt zurecht finden muss.

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Franca Düwel – Julie und die Schwarzen Schafe

Reihe: Julies Tagebuch #2
Meine Ausgabe: deutsch, erschienen 2010, 13,99 €, ISBN: 9783401064499, Hardcover, 301 Seiten. Gelesen im Februar 12.

Kurzbeschreibung:
Julies Leben ist eine Achterbahnfahrt. Mit ihrer großen Liebe aus Versehen in einem japanischen Sexfilm zu landen – diese Peinlichkeit kann sie ja gerade noch ausbügeln. Aber dann ist Ben davon überzeugt, dass Julie die perfekte neue Leadsängerin in seiner Band abgeben würde! Was er nicht ahnt: Seine Freundin kann nicht mal “Alle meine Entchen” singen. Höchste Zeit also für einen Original-Julie-Plan, garantiert ohne Tücken und Fallstricke. Doch wer Julie kennt, weiß, dass damit die Achterbahnfahrt der Höhe- und Tiefpunkte erst richtig anfängt.

Wieso, weshalb, warum…

Ein Wort, das, meiner Meinung nach, zu dem Buch alles sagen würde: Herrlich!

Auch wenn ich mittlerweile fast 10 Jahre (O_O) älter als Julie bin, muss ich sagen, dass das Buch trotzdem einfach ein riesengroßer Spaß ist. Julie ist ein unglaublich liebenswürdiger Charakter, der mich oft an mich selbst (in dem Alter) erinnert, besonders von den ganzen Fettnäpfchen, in die Julie tappt, kann ich genauso ein Lied singen. Und dank Julie weiß ich mittlerweile immer, egal was passiert, schlimmer geht’s eben doch immer ;D

Die Themen, die hier angesprochen werden, sind wieder durchaus ernster, als es das quirlige Cover vermuten lässt. Aber trotz allem schafft es die Autorin stets, dass ihre Protagonistin nie den Mut verliert, egal wie ernst ein Thema oder aussichtslos eine Situation ist. Und zu lachen gibt es trotzdem oft genug, aber ohne je etwas zu verharmlosen oder gar lächerlich zu machen. Franca Düwel findet hier, wie ich finde, stets das richtige Maß.
Für mich, als “ältere” Leserin, war zwar manches recht vorhersehbar und von Anfang an ziemlich klar, aber das hat mich dennoch nie gestört oder gelangweilt. Ganz im Gegenteil, denn die 300 Seiten haben mich wunderbar unterhalten und am liebsten hätte ich das Buch einfach am Stück gelesen.

Was mich hier allerdings ein wenig genervt hatte, war die Erwähnung von Twilight, Pattinson, Vampire, etc. Auch wenn es für die Zielgruppe passend sein mag, wäre das Buch auch durchaus ohne gut ausgekommen, vor allem da diese Erwähnungen erst ca. ab der zweiten Hälfte des Romans beginnen.

Wie ich es bereits aus “Julie und Schneewittchen” gewöhnt bin, ist auch das Buch wieder aus der Sicht von Julie erzählt, die alles was passiert eben in diesem (ihrem) Tagebuch aufschreibt. Besonders gut gefällt mir daran die vielen kleinen Zeichnungen und Illustrationen am Rand und ich kann mir Julie gut vorstellen, wie sie da sitzt, Tagebuch schreibt und nebenbei malt. (Was mich auch wieder an mich in ihrem Alter erinnert :D)

Abschließend…

Toll, toll, toll! Und ich kann es jetzt schon kaum erwarten, demnächst das neueste Julie-Buch zu lesen und weitere tolle Abenteuer mit ihr und ihren Freundinnen zu erleben!

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