Terry Pratchett – The Wee Free Men

The Wee Free MenMeine Ausgabe: Taschenbuch, englisch, 320 Seiten.
Übersetzung: Kleine, freie Männer
Serie: Band 1/4 (Discworld #30)
Gelesen im Juli 2013.
Bewertung: 4.5/5

Beschreibung:

Nine-year-old Tiffany Aching thinks her Granny Aching – a wise shepherd – might have been a witch, but now Granny Aching is dead and it’s up to Tiffany to work it all out when strange things begin happening: a fairy-tale monster in the stream, a headless horseman and, strangest of all, the tiny blue men in kilts, the Wee Free Men, who have come looking for the new ‚hag‘. These are the Nac Mac Feegles, the pictsies, who like nothing better than thievin‘, fightin‘ and drinkin‘. Then Tiffany’s young brother goes missing and Tiffany and the Wee Free Men must join forces to save him from the Queen of the Fairies…

Mit Terry Pratchett und mir ist es manchmal wie eine Achterbahnfahrt. Es gibt Romane, die finde ich (fast) durchgehend super („Gevatter Tod“, „Schweinsgalopp“, „The Amazing Maurice & his educated rodents“) und andere, die mir nicht so richtig zusagen und meinen Humor treffen („Alles Sense“, „Das Erbe des Zauberers“, „MacBest“). „The Wee Free Men“ lag mittlerweile schon ein paar Jährchen auf meinem SUB und da ich in letzter Zeit viel Gutes über die Protagonistin Tiffany Aching gehört, bzw. gelesen habe, war es an der Zeit sie endlich mal kennenzulernen. Und ehrlich gesagt, ich fürchte, ich habe mich ein klein wenig in dieses wunderbare 9-jährige Mädchen verliebt.

Tiffany lebt auf der Aching Farm, sie kümmert sich um’s Käsemachen und um ihren kleinen Bruder, der ständig klebrig ist und nur Süßigkeiten essen will. Sie trägt große Stiefel, die sie mit Socken „ausstopfen“ muss, damit sie ihr passen und das Wichtigste an Tiffany: Sie denkt. Ich fand es ganz entzückend von ihr zu lesen, wie sie über alles nachdenkt, eine Hexe werden will, um die ganzen vorherrschende Vorurteile und Klischees zu wiederlegen, sich zusammen mit den Nac Mac Feegle auf die Suche nach ihrem Bruder macht, und natürlich ihre Märchenanspielungen.

A lot of the stories were highly suspicious, in her opinion. There was the one that ended when the two good children pushed the wicked witch into her own oven. Tiffany had worried about that after all that trouble with Mrs Snapperly. Stories like this stopped people thinking properly, she was sure. She’d read that one and thought, Excuse me? No one has an oven big enough to get a whole person in, and what made the children think they could just walk around eating people’s houses in any case?
S. 63.

Das andere Highlight neben Tiffany waren natürlich die Nac Mac Feegle. Die kleinen blauen Männer mit roten Haaren, die nur Kämpfen, Trinken und Stehlen im Kopf haben, haben mich oft zum Lachen gebracht. Herrliche Figuren! Ihr Dialekt war zwar anfangs gewöhnungsbedürftig, aber je öfter ich von ihnen gelesen habe, desto besser konnte ich sie verstehen.

Was mir an den anderen Hexen-Romanen, die ich bisher gelesen hatte, nicht so gefallen hatte, war der Humor. Vieles fand ich zu albern und so hatte ich die Befürchtung, dass es mir auch mit „The Wee Free Men“ gehen würde, aber glücklicherweise hat sich die Befürchtung nicht bewahrheitet. Möglicherweise liegt das aber auch an der Übersetzung. Bis auf „The Amazing Maurice & his educated rodents“ und jetzt „The Wee Free Men“ habe ich Pratchett nur in der deutschen Übersetzung gelesen, die ich an sich zwar nicht schlecht fand, aber wohl wirklich etwas von dem Humor verloren geht, wie ich jetzt zugeben muss.
„The Wee Free Men“ ist wunderbar geschrieben, ehrlich, zum Denken anregend und vor allem immer mit einem Augenzwinkern, was mich oft zum Schmunzeln gebracht und mich nicht nur gut unterhalten, sondern auch sehr amüsiert hat. Aber nicht nur der Humor hat mir hier richtig gut gefallen, sondern auch die unterschwellige Ernsthaftigkeit der Geschichte, Tiffanys Selbstzweifel und wie sie zum Ende hin ein Stückchen über sich hinauswächst.

Ein paar Längen hatte „The Wee Free Men“ für mich leider und auch die Traum-in-Traum-Sache am Ende, fand ich teilweise etwas verwirrend, aber das hat meinem Lesespaß glücklicherweise nur wenig gemindert, und dank Tiffany weiß ich nun, warum man unbedingt immer eine Bratpfanne griffbereit haben sollte 😉 Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf meine nächste Begegnung mit Tiffany und ich bin froh, dass „A Hat Full of Sky“ bereits in meinem Regal wartet.

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