REZENSION: Andrzej Sapkowski – Der letzte Wunsch

Infos:
Titel der Originalausgabe: Ostatnie życzenie
Band innerhalb der Reihe: Geralt-Saga
Genre: Fantasy
Übersetzung: Der letzte Wunsch
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-20993-9
Seiten: 381
Preis: 8,95

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Polnische Fantasy, das hat mein Interesse geweckt…

Kurzbeschreibung des Verlags:

Der Hexer Geralt von Riva verdient sein Geld mit Kämpfen gegen Ungeheuer aller Art. Über einen Mangel an Aufträgen kann er sich nicht beklagen, denn es gibt genügend Leute, die dringend Hilfe gegen Vampire, Drachen und andere dämonische Wesen brauchen. Als Geralt eines Tages einen Luftgeist befreit, schlägt ihn dieser mit der verhängnisvollen und quälenden Liebe zu der schönen Zauberin Yennefer. Und dann wird Geralts bester Freund schwer verletzt und braucht seine Hilfe…

Meine Rezension:

Der letzte Wunsch” beinhaltet insgesamt 7 Kurzgeschichten, die alle von dem Hexer Geralt handeln. Nach jedem längeren Kapitel, das etwa 40-60 Seiten lang ist, gibt es kürzere Zwischenkapitel mit dem Namen “Die Stimme der Vernunft”, die wohl die Geschichten etwas miteinander verbinden soll.
Geralt ist ein Hexer und gleichzeitig Monsterjäger. Er zieht einsam durch die Welt um die Menschen vor Ungeheuern, gegen Bezahlung, zu befreien. Nicht selten gerät er deswegen auch in einen Zwiespalt und nicht immer wird ihm das gedankt.
Jedoch wirken diese Kurzgeschichten insgesamt gesehen sehr eintönig und nach dem gleichen Schema. Eine Quest folgt der anderen, was nach 3 Kapiteln ok ist, aber danach schnell langweilig wird. Zwischen langen Landschafts- und Kampfbeschreibungen wirken die Geschichten ermüdend und ich habe es leider eher ungern zur Hand genommen.
Die Monster, gegen die Geralt kämpfen muss, sind mal etwas anderes. Es sind nicht nur typische Fantasygestalten dabei, sondern auch Figuren aus Sagen und Märchen. Das lässt auf eine interessante Fantasywelt schließen, die hier jedoch leider noch nicht gut ausgearbeitet ist, aber Potential durchscheinen lässt.

Ich war mir bewusst, dass es sich hiermit um eine Kurzgeschichtensammlung handelt. Oftmals sind diese auch besser als ihr Ruf, doch hiervon bin ich leider mehr als enttäuscht. Die Geschichten ähneln sich sehr, man erfährt nur wenig über Geralt und sein Leben und ein roter Faden ist auch nicht vorhanden. Die Charaktere bleiben alle oberflächlich, dabei gibt es, vorallem bei Geralt und seiner Vergangenheit, Potential dieses zu ändern. Gerade weil Geralt in jeder Geschichte die Hauptperson ist, dachte ich, dass auch mehr auf ihn als Person eingegangen wird und nicht nur auf seine Quests.
Es gibt keinen wirklichen Anhaltspunkt, in welchem Lebensabschnitt von Geralt man sich befindet, ebenso wie die Reihenfolge der Kurzgeschichten willkürlich und ohne durchdachte Reihenfolge scheinen. Möglicherweise sind die Geschichten unterhaltsamer, wenn man nicht eine Geschichte nach der anderen liest, sondern immer mit längerem zeitlichen Abstand dazwischen.

Ich habe ebenfalls gelesen, dass Sapkowski auch für den Humor in seiner Geralt-Saga bekannt ist, doch leider habe ich davon nicht viel bemerkt. Ab und zu scheint dieser zwar etwas durch, aber nur beiläufig. Ich musste weder lächeln noch lachen, ich habe wohl einen anderen Humor als der Autor.
Das Buch lässt sich eigentlich flüssig lesen, der Schreibstil ist ganz nett, aber er hat mich nicht wirklich beeindruckt. Nur leider geht der auch etwas durch den eintönigen Inhalt unter.

Von “Der letzte Wunsch” habe ich viel erwartet, doch leider konnte es mich überhaupt nicht überzeugen. Zwar bietet dieser Kurzgeschichtenband viel Potential, aber ich denke dennoch, dass ich wohl erstmal die Finger von Sapkowskis Büchern lassen werde.

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