REZENSION: Gerd Ruebenstrunk – Arthur und der Botschafter der Schatten

Infos:
Titel der Originalausgabe: Arthur und der Botschafter der Schatten
Band innerhalb der Reihe: Arthur Band 2
Genre: Jugendbuch
Übersetzung:
Verlag: arsEdition
ISBN: 978-3-7607-5190-0
Seiten: 411
Preis: 16,95

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Nachdem mir Band 1 so gut gefallen hatte, wollte ich auch noch den 2. Band lesen.

Kurzbeschreibung des Verlags:

Als Arthur zum zweiten Mal in seinem Leben auf den mysteriösen Pontus Pluribus trifft, ahnt er, dass den »Vergessenen Büchern« erneut Gefahr droht. Zudem erhält Larissa eine geheimnisvolle Nachricht – sind ihre Eltern etwa doch noch am Leben? Ein rätselhaftes Schattenwesen verspricht Larissa eine Antwort auf diese Frage – doch erst muss sie das »Buch der Wege« finden.

Meine Rezension:

Achtung! Dies ist der 2. Teil einer Reihe, daher wäre es besser, nur weiterzulesen, wenn man den vorherigen Band kennt! Spoilergefahr!

Nachdem letzten Abenteuer von Larissa und Arthur ist fast ein Jahr vergangen und alles geht wieder seinen normalen Gang. Arthur wohnt und arbeitet wieder im Buchladen des Bücherwurms, während seine Eltern weggefahren sind. Doch plötzlich steht ein alter Bekannter vor ihm: Pontus Pluribus. Er warnt Arthur vor den Schatten, die in Aufruhr sind und dass sich da etwas zusammenbraut.
Währendessen erhält Larissa eine geheimnisvolle Nachricht, dass sie sich mit einem der Schatten treffen soll, der näheres über ihre Eltern weiß. Sind sie vielleicht gar nicht tot? Gemeinsam mit Arthur geht sie zu dem Treffen und schon müssen sich Larissa und Arthur wieder auf die Suche nach einem der vergessenen Bücher machen: Dem Buch der Wege. Doch das ist eines der „grauen“ Bücher, eines der unbekannten Bücher, über das niemand so wirklich etwas weiß… Die erste Spur führt sie nach Córdoba…

Auch mit dem zweiten Band, indem Arthur und Larissa wieder die Hauptpersonen spielen, ist dem Autor ein wirklich tolles, spannendes und aufregendes Buch gelungen, was zugleich auch sehr lehrreich ist. Jedoch muss ich sagen, im Vergleich zu Band eins hat es mir etwas weniger gut gefallen.

Der Autor verschwendet nicht viel Zeit zum Wiederholen der wichtigen Sachen aus Band eins, sondern fängt direkt mit der Geschichte an. Ab und zu lässt er zwar nötige Hinweise aus dem ersten Band in die Geschichte einstreuen, aber doch eher beiläufig, sodass es nicht den Lesefluss stört.
Wie auch bereits in Band eins reisen Larissa und Arthur auch hier wieder in zwei Städte, Córdoba und Dubrovnik, erkunden diese und als Leser erfährt man auch so sehr viel Wissenswertes darüber, sodass man selbst Lust bekommt, diese Orte mal auf eigene Faust zu erkunden. Auch schön, dass es sich hier nicht um gewöhnliche Orte wie London, Barcelona oder ähnliches handelt, sondern eher um Orte über die man nicht täglich etwas liest oder hört und dementsprechend auch nicht viel darüber weiß. Selbst als erwachsener Leser kann man so viel lernen.
Besonders die Zeit in Córdoba hat mir hier am meisten Spaß gemacht, zumal man dann noch etwas mehr über die vergessenen Bücher erfahren hat.
Kurze Zeit später in Dubrovnik angekommen, gab es dann für mich leider ein wenig zu viele Zufälle und ich habe mich mehr als einmal gefragt, ob mir der Lauf, der die Geschichte da einschlägt wirklich gefällt. Auch die Verfolgungsjagden haben mich ein wenig zu sehr an den ersten Band erinnert.
Doch was mir hier noch positiv aufgefallen ist, dass Larissa und Arthur bereits am Anfang ihrer Reise mit allerhand technischem Schnickschnack ausgestattet werden um das Buch der Wege zu finden. Denn trotz der historischen Orte, spielt dieses Buch immernoch in unserer heutigen Zeit, wo selbst bei dem Großteil der Jugendlichen ein aktuelles Handy nicht mehr wegzudenken ist. Dies hat ihnen zwar bei der Suche etwas geholfen, doch wie man später merkt, doch nicht ganz problemlos ist.

Die Charaktere haben mir hier besser gefallen als in Band eins. Larissa und Arthur wirken hier schon etwas reifer, auch wenn sie natürlich oft sehr kindlich reagieren.
Larissa, die jahrelang davon ausging, dass ihre Eltern tot sind, wird hier völlig davon überrascht, dass sie womöglich doch noch Eltern hat. Während Arthur versucht, auf seinen Verstand zu hören, ist Larissa hier mehr der Gefühlsmensch. Sie will wissen, was mit ihren Eltern ist und dafür würde sie auch das Buch der Wege hergeben, was Arthur natürlich nicht verstehen kann. Larissa war, wie ich fand, in Band eins eher diejenige, die mehr auf den Kopf gehört hat, nicht viel Vertrauen hatte und mehr Interesse für Technik als für andere, normale Dinge in ihrem Alter hat. Hier hingegen wird das etwas durchgerüttelt, Larissa zeigt mehr menschliche Schwächen und Angst, ihre Eltern nochmal zu verlieren oder dass sich alles als Lüge herausstellt. Dementsprechend „zickig“ reagiert sie oft auf Arthur, der nicht immer ruhig bleiben kann, sodass es auch oft zu Streitereien zwischen ihnen kommt, aber, was ich sehr schön fand, sie eben dadurch auch merken, dass sie sich dennoch wichtig sind. Ab und zu habe ich auch wirklich bewundert, wie Arthur so ruhig bleiben kann, denn er hat zwar Eltern, aber diese sind lieber unterwegs als mit ihm etwas zu unternehmen und er dadurch, wie Larissa, auch kein „richtiges“ Familienleben hat.

Der Schreibstil hat mir auch hier wieder sehr gut gefallen. Die Geschichte wird weiterhin aus Arthurs Sicht erzählt.
Die Aufmachung des Buches ist wieder mehr als gelungen. Da es sich hier um den Teil einer Reihe handelt, bin ich froh, dass die Bände bisher sehr ähnlich gestaltet sind. Während Band eins in ein schickes grün gehüllt ist, ist Band zwei dunkelblau, aber auch wieder mit goldfarbener Schrift und goldenen Schnörkeln gestaltet. In der Mitte des Covers sowie im Buch gibt es viele schöne schwarz/weiß Zeichnungen, die mir sehr gefallen haben. Außerdem sind hier zwei Karten drin, eine für Córdoba, eine für Dubrovnik, was mein Herz schon beim Buchaufschlagen höher schlagen ließ.
Wie im ersten Band ist auch hier wieder ein Lesebändchen vorhanden, diesmal in dunkelblau.

Nichtsdestotrotz ist auch der zweite Band um Arthur ein sehr gelungenes Jugendbuch mit tollen, glaubwürdigen Charakteren und einem spannenden Abenteuer.
Und nun warte ich gespannt, bis der dritte Teil erscheint und freue mich, ein hoffentlich nochmal so tolles Abenteuer mit Larissa und Arthur erleben zu dürfen.

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