Infos:
Titel der Originalausgabe: Rabenmond – Der magische Bund
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Jugendfantasy
Übersetzung: -
Verlag: cbt
ISBN: 978-3570160008
Seiten: 512
Preis: HC: 18,95 / TB: 14,95
Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?
Ich mag die Romane von Jenny-Mai Nuyen normalerweise sehr gerne…
Kurzbeschreibung:
Wenn der Rabenmond über den Wäldern von Wynter aufsteigt, vollziehen die Herrscher des Reichs ein uraltes Ritual: Sie töten drei Tiere, um sich deren Gestalt und Kräfte anzueignen. Das Geheimnis der Verwandlung verleiht ihnen Unsterblichkeit und grenzenlose Macht.
Als Mion im Wald einen Fuchs erschießt, scheint ihr Schicksal besiegelt. Zu ihrem Entsetzen verwandelt sich das Tier in einen Jungen mit bernsteinfarbenen Augen: Sie hat Lyrian angegriffen, den Sohn der Tyrannen von Wynter. Auf Mions Tat steht der Tod. Doch Lyrian verliebt sich in Mion und rettet sie. Nicht ahnend, dass das Mädchen von fremden Mächten dazu auserkoren ist, die düstere Herrschaft seiner Familie für immer zu beenden …
Meine Rezension:
„Rabenmond – Der magische Bund“ ist bereits der vierte Roman der jungen Autorin Jenny-Mai Nuyen. In diesem Werk erzählt sie die Geschichte von Mion, die zusammen mit ihren zwei Freunden Saffa und Kajan ein verbotenes Spiel spielt, „Ritus“. Dafür müssen sie ein Tier töten und zufälligerweise trifft es einen Fuchs. Doch der Fuchs entpuppt sich als der Thronfolger Lyrian, einen Drache, der u.a. die Gestalt eines Fuchses annehmen kann. Lyrian ist sofort sehr angetan von Mion und um sie zu schützen, erzählt er im Schloss niemanden, dass er angeschossen wurde. Doch dennoch kommt die Geschichte raus, sodass Mion und ihre Freunde von den Sphinxen festgenommen werden. Während nun Lyrian davon ausgeht, dass sie, wie geplant, hingerichtet wurde, fängt Mion ein neues Leben innerhalb der Stadtmauern an, dass sie ihrem Retter, dem geheimnisvollen Jagu zu verdanken hat…
„Rabenmond“ ist das vierte Buch, das ich von Jenny-Mai Nuyen gelesen habe und da mich ihre anderen Bücher sehr begeistert hatten, hatte ich große Erwartungen an „Rabenmond“ – die aber leider sehr enttäuscht wurden.
Der Anfang der Geschichte war noch sehr vielversprechend. Nacheinander werden die beiden Hauptpersonen eingeführt und der Leser bekommt einen Einblick in ihr Leben. Was bei beiden ähnlich ist, ist ihre nicht vorhandene Freiheit. Während Mion außerhalb von Wynter, bei den Ruinen lebt und sich vor den Drachen und Sphinxen fürchten muss, ist Lyrian der Sohn der Königin von Wynter und somit ein sogenannter „Drache“. Die Drachen zeichnen sich bei Nuyen damit aus, dass sie keine Gefühle haben, sondern nur Verstand und damit das Recht zu Regieren. Nur wie man schnell bemerken wird, ist Lyrian anders als seine Familie, denn er freundet sich mit normalen Menschen an, er verliebt sich und rettet sogar das Mädchen, das auf ihn geschossen hatte und wirkt daher eher wie ein Mensch, als ein Drache.
Bei „Rabenmond“ handelt es sich mehr um einen psychologischen Fantasyroman, als um eine Liebesgeschichte, was mir zwar gut gefiel, aber nicht so ganz meinen Erwartungen entsprach. Deutlich und nachvollziehbar beschreibt Nuyen Mions Abhängigkeit zu ihrem Meister Jagu und des „Drogenkonsums“ Ritus, auch wenn ich den Reiz dieses Spiels nicht wirklich verstehen konnte.
Manche Wendungen waren mir, selbst für einen Jugendroman, zu einfach und wirkte auf mich dadurch auch recht konstruiert. Schade fand ich auch, dass manche Handlungen, die erst auf den letzten Seiten aufkommen, nur oberflächlich angekratzt werden, worüber ich aber gerne mehr gelesen hätte.
Während mir das erste Drittel sehr gut gefiel und ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte, änderte es sich danach sehr. Die Handlung fing an vor sich hinzuplätschern und mich zu langweilen. Ich war teilweise so genervt, dass ich lieber ein paar Tage gar nicht gelesen hatte, als mir die Geschichte noch weiter anzutun. Wäre es mein erstes Buch von Jenny-Mai Nuyen gewesen, hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen, aber da ich wusste, dass ihre Romane normalerweise wirklich gut sind, habe ich dann doch noch weitergelesen – auch wenn es sich für mich nicht mehr recht gelohnt hatte. Aber wenigstens kam auf den letzten Seiten dann doch noch Fahrt auf, sodass es sich dann flotter lesen ließ.
Das Ende ist offen gehalten, sodass sich der Leser selbst Gedanken machen kann, wie es weitergehen könnte, aber ehrlich gesagt, war ich von dem Buch so genervt, dass mir das dann herzlich egal war und ich einfach nur froh war, dass das Buch endlich zu Ende ist.
Was mich zusätzlich störte, waren die Begriffe, mit denen Nuyen ihre Wesen versehen hatte. Sphinxe sind, zumindest für mich, Wesen mit einem Löwenkörper und einem Menschenkopf, aber nicht wie in „Rabenmond“ einfach nur geflügelte Löwen. Aber noch störender fand ich die Drachen. Denn diese Drachen hier sind gar keine Drachen, sondern einfach nur Gestaltwandler. Menschen, die die Gestalt von verschiedenen Tieren annehmen können. Blöderweise ist der Begriff „Drache“ schon so vorbelastet, dass ich bei jedem gelesenen „Drache“ zuerst eine große, schuppige Gestalt vor Augen hatte, um mich dann schnell zu erinnern, dass es hier doch nur ein Mensch ist.
Um die Andersartigkeit der Drachenmenschen gegenüber den normalen Menschen auszudrücken, hätte mir ein anderer Begriff sicher besser gefallen.
Den Schreibstil von Frau Nuyen hingegen fand ich hier wieder sehr schön und teilweise poetisch, auch wenn ich den ein oder anderen Ausdruck ein wenig seltsam fand.
Tja, „Rabenmond“ klang inhaltlich interessant und spannend, aber beim Lesen wurde ich dann eines Besseren belehrt. Ein schöner, spannender Anfang, dem aber leider nach einem Drittel die Luft ausging. Schade.
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