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REZENSION: Christoph Marzi – Lyra

Infos:
Titel der Originalausgabe: Lyra
Band innerhalb der Reihe: Brüder Darcy Band 2
Genre: Fantasy
Übersetzung: -
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-52623-5
Seiten: 430
Preis: 14,00

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Da Christoph Marzi zu meinen Lieblingsautoren zählt, wandert jedes Buch von ihm in meine Regale ;)

Kurzbeschreibung des Verlags:

“Nichts läuft mehr richtig im Leben von Danny Darcy, Sänger der Folkband »Dylan’s Dogs«. Soozie, seine geliebte Frau, will sich scheiden lassen, und seine Lieder sind chronisch erfolglos. Doch anders als bei vielen verlassenen Männern ist es bei ihm ein Familienfluch. Um ihn aufzuheben, reist Darcy in die Sümpfe Louisianas – und findet eine Welt, in der Wespenkinder, lesende Baumwollspinnen und Sirenen über Leben und Tod entscheiden …

Meine Rezension:

In Danny Darcys Leben geht es drunter und drüber. Er ist Sänger einer Band, die leider seit längeren keinen Erfolg mehr hat und dann trennt sich plötzlich noch seine Frau Sunny von ihm. Er weiß nicht, was passiert ist, dass Sunny so einen Entschluss fast. Doch schnell kommt heraus, dass Sunny ihn mit einer anderen Frau gesehen hat und denkt, dass er sie betrogen hat. Danny kann das nicht glauben, denn für ihn gibt es seit Jahren nur eine einzige Frau: Sunny. Schnell wird ihm klar, dass seine Mutter dahinter stecken muss und er setzt alles daran, die Lüge, die sie in Sunny „gepflanzt“ hat, verschwinden zu lassen und somit ihre Ehe zu retten, denn schließlich ist Sunny auch schwanger. Doch das scheint schwieriger zu sein, als Danny denkt…

„Lyra“ ist die lose Fortsetzung von „Fabula“, in dem man Dannys Bruder Colin kennen gelernt hat. Da ich „Fabula“ erst vor wenigen Monaten sehr begeistert gelesen hatte, bin ich mit großen Erwartungen an „Lyra“ gegangen – und wurde doch ziemlich enttäuscht.

Die Handlung klingt eigentlich viel versprechend, doch leider plätschert die erste Hälfte des Buches nur so vor sich hin, ohne das wirklich etwas passiert. Ich musste mich zwar nicht zwingen, das Buch in die Hand zu nehmen, aber richtig gefesselt war ich nicht. In Rückblicken wird über Dannys Vergangenheit, aber auch über seine Beziehung/Ehe mit Sunny erzählt, während er in der Gegenwart überlegt, wie er seine Ehe retten kann, eigentlich genug Stoff um eine spannende Geschichte zu erzählen, aber leider ist der Funke gar nicht übergesprungen.
Auf den ersten 200 Seiten findet man eigentlich kaum fantastische Elemente, was ich doch ein wenig schade finde, da ich von Marzis bisherigen Büchern kenne und weiß, dass er viele gute und spannende Ideen hat, doch in „Lyra“ präsentiert er diese dann erst auf den letzten 200 Seiten. Plötzlich tauchen allerhand Wesen und Mythen auf, die allerdings nur kurz angerissen werden und somit ziemlich flach bleiben. Dennoch fand ich die zweite Hälfte des Buches deutlich besser, auch wenn es zwischendurch ziemlich durcheinander ging. Viele Geheimnisse, die am Anfang aufgetaucht sind, wurden am Ende beantwortet, sodass ich die letzten Seiten fast an einem Stück gelesen habe um die gesamte Auflösung zu erfahren.

Auch mit den Charakteren konnte ich mich nur schwer anfreunden. Danny kam mir anfangs viel zu passiv und eher „gleichgültig“ vor, Danny ist der Sänger einer Band, die momentan nicht so erfolgreich ist. Von daher war es auch klar, dass Musik eine wichtige Rolle in dem Buch spielen wird. Viele Musiker werden erwähnt, Songtexte zitiert und in die Handlung eingebaut, was mir eigentlich auch gut gefallen hat, nur leider hatte ich im Laufe des Buches das Gefühl, dass es nur noch um die Musik geht, anstatt um die Geschichte von Danny und Sunny. Hier wäre weniger wirklich mehr gewesen.
Was ich an den Büchern von Christoph Marzi immer sehr toll fand, ist diese magische, geheimnisvolle Atmosphäre, von der man hier aber nur wenig bemerkt.

Leider konnte mich „Lyra“ nicht so begeistern, wie es die vorigen Bücher von Christoph Marzi konnten, aber ich hoffe, dass das sein einziger „Ausrutscher“ bleibt.

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REZENSION: Krystyna Kuhn – Die Katastrophe

Infos:
Titel der Originalausgabe: Die Katastrophe
Band innerhalb der Reihe: Das Tal Bd. 2
Genre: Jugendthriller
Übersetzung: -
Verlag: Arena
ISBN: 978-3-401-06473-4
Seiten: 308
Preis: 9,95

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Mir hatte Band 1 gut gefallen

Kurzbeschreibung des Verlags:

Katie hat nur ein Ziel. Den Gipfel des Ghosts, jenes legendären Dreitausenders, der das Tal überragt. Unheimliche Mythen ranken sich um den Berg, seit dort in den 70er Jahren eine Gruppe von Jugendlichen verschwunden ist. Und doch machen sich Katie und ihre Freunde auf den Weg. Aber am Berg wird sehr schnell klar, wer zum Freund wird, wer ein Feind ist. Und als dann noch ihre Führerin, die Cree-Indianerin Ana, spurlos verschwindet, sind die College-Studenten völlig auf sich gestellt. Niemand von ihnen ahnt, dass ein gefährlicher Schneesturm heraufzieht.

Meine Rezension:
Da sich, im Grace College, die Generalgouverneurin zu einem Besuch angekündigt hat, ist das gesamte College mit Vorbereitungen beschäftigt. Bis auf Katie West, die keine Lust auf den Rummel hat. Kurzerhand kommt sie auf die Idee, den Berg „Ghost“ zu besteigen. Vor vielen Jahren hatte eine Gruppe von Jugendlichen dieselbe Idee und hatte sich aufgemacht, um den Gipfel des legendären Berges zu besteigen, jedoch wurden die Jugendlichen nach dem Trip nicht wieder gesehen.
Als Katie ihren Freunden von der Idee erzählt, ist zuerst niemand so recht begeistert davon, doch die Abenteuerlust siegt und so machen sich ein paar Studenten zusammen mit ihrer Bergführerin Ana auf den Weg zum Gipfel und um herauszufinden, was damals mit den Jugendlichen passiert ist…

„Die Katastrophe“ ist der zweite Band der Tal Reihe, der mir allerdings etwas weniger gefallen hat als Band eins.
Seit „Das Spiel“ sind etwa drei Monate vergangen – wie in der Realität. Während im ersten Teil Julia und ihr Bruder Robert die Hauptpersonen waren, geht es hier vor allem um Katie und ihre Vergangenheit.
Katie war immer eine Person, die die Gefahr sucht, das wird einem als Leser schnell klar. Ein wenig störend fand ich es, dass ständig irgendwelche Andeutungen gemacht werden, die ihre Vergangenheit und vor allem ihren Freund betreffen, aber erst zum Ende hin aufgelöst werden.
Während Katie im Vordergrund stand, kamen mir die anderen Charaktere etwas zu kurz. Vor allem die angebliche Liebesgeschichte zwischen Julia und Chris kam mir eher „gezwungen“ vor und ich konnte mir nicht so recht vorstellen, warum die zusammen sein sollen. Weder Verliebt sein noch sonstige Gefühle kamen für mich rüber.

Was mich aber am meisten störte und ich nicht einfach übersehen konnte, ist, dass ich die Grundhandlung des Buches für unglaubwürdig halte. Ich gebe zu, ich interessiere mich nicht für Bergsteigen und ich habe auch keine große Ahnung davon. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Haufen Jugendlicher, ohne irgendwelche Erfahrungen im Klettern, einfach einen Dreitausender besteigen und es sich so liest, als würden sie so etwas täglich machen, als wäre es ganz „normal“. (Natürlich mit Ausnahme von Katie, die ja oft klettern geht und ihrer Bergführerin Ana.)
Ein wenig schade fand ich es auch, dass hier eigentlich nicht über das College aufgelöst wurde, sondern nur noch mehr Fragezeichen dazugekommen sind. Allmählich bin ich wirklich gespannt, was das große Geheimnis sein soll.

Trotzdem lässt sich „Die Katastrophe“, wie auch sein Vorgänger „Das Spiel“, schnell lesen und bietet spannende Unterhaltung für ein paar Stunden, um z.B. einen verregneten, grauen Nachmittag zu überbrücken.

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REZENSION: David Levithan – Das Wörterbuch der Liebenden

Infos:
Titel der Originalausgabe: The Lover’s Dictionary
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Sonstiges
Übersetzung: Das Wörterbuch der Liebenden
Verlag: Graf
ISBN: 9783862200047
Seiten: 224
Preis: 18,00

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Das weiß ich gar nicht mehr genau, der Inhalt hatte mich angesprochen und ich wollte es unbedingt haben!

Kurzbeschreibung des Verlags:

Von A wie atemberaubend bis Z wie Zenit – was liegt näher, als die Liebe enzyklopädisch zu erzählen? Diese poetische Manhattan-Love-Story in ungewöhnlicher, verspielter Lexikon-Form ist ein Herzensbuch für jeden, der verliebt ist oder sich verlieben möchte.
Hast du gemerkt, dass ich mich in meinem Internet-Profil zwei Jahre jünger gemacht habe? – Welch pure Seligkeit, als wir den Küchentisch unter den bestirnten Himmel stellten, um alfresco zu essen. – Ob es eine gute Idee ist, zusammenzuziehen? Sollen nicht wenigstens unsere Bücher eigene Regale behalten? – Du wirst doch nicht etwa Doisneaus Kuss aufhängen. Ich will es nicht wissen, wenn du mir sagst, du hättest mir etwas zu sagen… Ein Wörterbuch der anderen Art: Jeder Eintrag erzählt einen Schritt der Annäherung, der immer größer werdenden Nähe, aber damit auch der Verletzlichkeit. Literarisch raffiniert und romantisch, frisch und modern fängt es die beinahe alltäglichen Gefühlsstürme der Liebe ein: Momente des größten Glücks und des Genervtseins, großer Erwartung und kleiner Ernüchterung, und der einzigen Gewissheit, dass Liebe nun mal das Flüchtigste auf der Welt ist.

Meine Rezension:

„Das Wörterbuch der Liebenden“ erzählt, wie es der Name bereits verrät, eine (fast) normale Liebesgeschichte. Allerdings nicht wie man es sonst gewohnt ist, von Anfang an, sondern dem Alphabet nach. Der Autor David Levithan hat sich verschiedene Situationen in einer Beziehung ausgesucht und diese poetisch, knapp und präzise aufgeschrieben, was allerdings nicht unbedingt immer gelungen ist.
Mir fällt es schwer, hierzu eine Inhaltsangabe zu schreiben, denn man erfährt recht wenig über die Personen, nicht einmal das Geschlecht der Personen ist bekannt. Es gibt lediglich ein Ich und ein Du, ob es eine Liebesgeschichte zwischen Mann und Frau oder Mann und Mann, etc. ist, bleibt dem Leser überlassen.
Einerseits finde ich es sehr gut, dass Levithan sich für diese Art entschieden hat, denn dadurch bleiben die Darsteller anonym und daher könnte sich jeder angesprochen fühlen. Allerdings führt andererseits diese Anonymisierung auch dazu, dass die Geschichte recht flüchtig wirkt und das Einzige, was wirklich zurückbleibt, ein paar schöne Worte sind.

Ich habe mich sehr lange auf dieses Buch gefreut, doch im Nachhinein muss ich sagen, ich bin ein wenig enttäuscht und recht zwiegespalten. Den begeisterten Stimmen kann ich zwar im Bezug auf den Schreibstil und den kleinen „Weisheiten“ zustimmen, aber das war es auch schon.
Der Ich-Erzähler war mir auf Anhieb sehr sympathisch, sein/ihr Partner/in hingegen nicht. Ein Großteil von dem was über diese Person erzählt wird, klang für mich eher recht negativ und ich habe mich oft fragte, warum der Ich-Erzähler mit so jemandem zusammen ist.

Ein wenig seltsam finde ich noch immer die Empfehlung des Verlags auf der Rückseite des Buches. „…ist ein Herzensbuch für jeden, der verliebt ist oder sich verlieben möchte.“ Ganz ehrlich, wäre ich frisch verliebt und würde dieses Buch lesen, es hätte mir sicherlich nicht gefallen. „Das Wörterbuch der Liebenden“ verschönigt nichts, es beinhaltet viele Facetten einer Beziehung und eben auch Streit, Seitensprünge, etc. Und als Frischverliebte möchte ich über so etwas nicht lesen. Aber vielleicht stehe ich mit der Meinung eh alleine da.

Ein anderer Kritikpunkt, den ich hier ansprechen möchte, ist der Preis. Normalerweise schreibe ich nichts dazu auf, zumal ich nur in wenigen Fällen die Preise nicht nachvollziehen kann. „Das Wörterbuch der Liebenden“ ist genau so ein Fall. Es ist ein sehr kurzes Buch und es hat knapp über 200 Seiten, bei dem die meisten Seiten noch nicht mal zur Hälfte beschrieben sind. Dafür hätte ich nie 18 Euro ausgegeben.
Auch ist mir aufgefallen, wie oft der Verlag sein Logo im Buch präsentiert. Das Logo befindet sich überall, auf der ersten Seite direkt ein Muster damit und auf jeder Seite prangt es über der Seitenzahl. Den Sinn dahinter verstehe ich ehrlich gesagt nicht und ich finde es doch etwas überflüssig.

Insgesamt bin ich mit „Das Wörterbuch der Liebenden“ nicht ganz zufrieden. Sprachlich sicherlich ein Highlight, auch die Idee des Wörterbuches finde ich sehr originell, dennoch hat mir inhaltlich etwas gefehlt, sodass der Funke leider nicht bei mir übergesprungen ist.

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REZENSION: Andreas Föhr – Der Prinzessinnenmörder

Infos:
Titel der Originalausgabe: Der Prinzessinnenmörder
Band innerhalb der Reihe: Kommissar Wallner und Polizeiobermeister Kreuthner Band 1
Genre: Krimi
Übersetzung: -
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3-426-66397-4
Seiten: 377
Preis: 12,95

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Maren hat dazu ein Gewinnspiel veranstaltet.

Kurzbeschreibung des Verlags:

An einem eisigen Januarmorgen wird im zugefrorenen oberbayerischen Spitzingsee die Leiche eines 15-jährigen Mädchens gefunden. Kurioses Detail: Sie wurde durch einen Stich mitten ins Herz getötet und trägt ein goldenes Brokatkleid. Als man im Mund des Opfers eine Plakette mit einer eingravierten Eins findet, ahnen Kommissar Wallner und sein ewig grantelnder Kollege, Polizeiobermeister Kreuthner, dass dies nur der Anfang einer grauenvollen Mordserie ist …
Der erfolgreiche Drehbuchautor Andreas Föhr blickt mit seinem außergewöhnlichen Debütroman in mörderisch kalte Abgründe – mitten im idyllischen Oberbayern.

Meine Rezension:

Polizeiobermeister Kreuthner hat seinen Abend mit Freunden in einer Bar verbracht. Sie tranken und schwätzten viel, bis sie um vier Uhr nachts von der Bedienung vor die Tür gesetzt wurden. Kreuthner beschloss danach spontan zum Spitzingsee zu fahren und sich dort etwas umzusehen, denn demnächst soll da das Eisstockschießen der Oberlandpolizisten stattfinden. Gedacht, getan. Ausgerüstet mit einer Schaufel, die er immer dabei hat, stapft er durch den Schnee. Am See angekommen macht er allerdings eine grausige Entdeckung: In dem gefrorenen See schwimmt die Leiche eines jungen Mädchens in einem Brokatkleid. Kreuthner informiert sofort die Polizei und Feuerwehr, die das tote Mädchen aus dem Eis befreien. Doch zurück bleiben nur Fragen, wer ist dieses Mädchen? Warum trägt sie ein Prinzessinnenkleid? Und was bedeutet die Plakette, die unter ihrer Zunge gefunden wird?
Kurze Zeit später wird die nächste Mädchenleiche gefunden – und zwar direkt vor den Augen des Kommissars Wallner und die Fragen um den Fall werden immer mehr…

In “Der Prinzessinnenmörder” gibt es neben der Krimihandlung noch einen zweiten Handlungsstrang, der scheinbar Jahre vor den Mädchenleichen spielt. Dort geht lediglich ein Vater mit seiner Tochter Skifahren, doch leider gibt es dann einen schrecklichen Unfall… Auf diese Handlung gibt es keinen Hinweis auf dem Klappentext, sodass ich anfangs etwas verwundert war und mich fragte, was das denn soll. Erst im Laufe des Buches hat sich das dann geklärt, was mir insgesamt sehr gut gefällt, denn auch dadurch wird die Spannung im Buch immer aufrechterhalten.
Der Prinzessinnenmörder” ist der Debütroman von Andreas Föhr, was man ihm leider anmerkt. Andreas Föhr hatte bisher nur Drehbücher geschrieben, u.a. für “Ein Fall für Zwei” oder “Der Bulle von Tölz”. Die Krimihandlung hat mir gut gefallen. Den Täter kann man zwar nach recht kurzer Zeit entdecken, was mich aber nicht sehr störte, da mich nicht nur interessiert, wer der Täter ist, sondern auch wie es die Polizei schafft, ihn zu kriegen und was sein Motiv ist.
Besonders am Anfang hatte ich ein paar Probleme in die Geschichte hineinzukommen, da Föhr oft auf richtige Dialoge, die die Geschichte etwas auflockern verzichtet. Dafür muss man dann seitenweise indirekte Rede lesen, was mir nicht gefallen hat und ich dadurch so genervt war, dass ich das Buch am liebsten zur Seite gelegt hätte. Zum Glück habe ich mich im Laufe des Krimis an diese Art gewöhnt, auch wenn ich nach wie vor nicht sonderlich glücklich damit bin.
Ein weiteres Problem waren die Figuren. Laut Klappentext habe ich einen “ewig grantelnden Polizeiobermeister Kreuthner” erwartet, den ich aber nicht bekommen habe. Überhaupt frage ich mich, warum Kreuthner so explizit erwähnt wird, denn im Buch hat er keine allzu große Rolle, hauptsächlich an zwei oder drei Stellen ist er wichtig, was mir aber etwas zu wenig war. Seine Person hätte man ruhig etwas mehr ausbauen können, zumal er bei seinen Kollegen recht „bekannt“ zu sein scheint.
Kommissar Wallner hingegen ist die Person, die die meiste Arbeit mit dem Fall hat. Er war mir zwar nicht sonderlich sympathisch, aber mit ihm als Kommissar konnte ich trotzdem gut leben. Anders als mit seinem Großvater, mit dem Wallner nämlich zusammen wohnt. Die Szenen mit ihm und Wallner hätte ich am liebsten überlesen, denn auf einen 78jährigen Mann, der ständig jeder Frau hinterher schaut und sexuelle Andeutungen macht, kann ich in einem Krimi sehr gerne verzichten.
Ein wenig komisch fand ich auch, dass nur Wallner und Kreuthner immer mit den Nachnamen angesprochen werden, während man von den anderen Personen im Ermittlungsteam nur die Vornamen erfährt.
Der Prinzessinnenmörder” spielt im Süden Bayerns. Leider, war ich dort bisher noch nicht, aber Krimis, die dort, in der Nähe der Alpen spielen, reizen mich immer sehr. Und so wurde ich auch hier nicht enttäuscht. Die Namen der Menschen klangen für mich passend, ebenso wie die Beschreibungen der Orte und der Natur. Besonders haben mir die Dialoge gefallen, die nämlich teilweise auf bayrisch geschrieben wurden. Zwar musste ich manche Stellen deshalb auch zweimal lesen um sie richtig zu verstehen, aber dafür habe ich mich während des Lesens gefühlt, als säße ich wirklich gerade im verschneiten Bayen.
Zur Auflösung des Falles will ich nicht viel verraten, nur soviel, dass sie mir sehr gefallen hat. Ich empfinde sie als realistisch und nachvollziehbar und sie hat den Krimi bei mir insgeheim noch etwas aufgewertet.

Alles in allem ist “Der Prinzessinnenmörder” ein spannender Krimi, der allerdings mehrere Makel hat und mich daher nicht völlig zufriedenstellen konnte. Dennoch habe ich mich gut unterhalten gefühlt und ich bin gespannt, auf seinen zweiten Roman “Schafkopf”, der hoffentlich etwas ausgereifter ist.

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REZENSION: Malinda Lo – Ash

Infos:
Titel der Originalausgabe: Ash
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Jugendfantasy
Übersetzung: Ash
Verlag: Hodder Childrens
ISBN: 978-0-340-98837-4
Seiten: 291
Preis: 7,44 [lesen.de]

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Nach dem Beitrag von Lisa wollte ich es unbedingt haben und lesen.

Kurzbeschreibung des Verlags:

In the world of ASH, fairies are an older race of people who walk the line between life and death, reality and magic. As orphaned Ash grows up, a servant in her stepmother’s home, she begans to realise that her beloved mother, Elinor was very much in tune with these underworld folk, and that she herself has the power to see them too. Against the sheer misery of her stepmother’s cruelty, greed and ambition in preparing her two charmless daughters for presentation at court, and hopefully Royal or aristocratic marriage, Ash befriends one of these fairies–a mysterious, handsome man–who grants her wishes and restores hope to Ash’s existence, even though she knows there will be a price to pay. But most important of all, she also meets Kaisa, a huntress employed by the king, and it is Kaisa who truly awakens Ash’s desires for both love and self-respect…Ash escapes a life with her grim and self-serving stepmother and finds her beloved one…
ASH is a fairy tale about possibility and recognizing the opportunities for change. From the deepest grief comes the chance for transformation.

Meine Rezension:

Aisling, die von allen nur Ash genannt wird, ist plötzlich Halbwaise, da ihre Mutter an einer Krankheit stirbt. Sie hat Ash viel bedeutet, da sie ihr immer viele Geschichten und Märchen erzählt hat, die sich um Feen und den Wald drehen. Ihr Vater war das jedoch schon immer ein Dorn im Auge.
Während er nun auch oft auf Reisen ist, kümmert sich eine alte Bekannte und „Kräuterfrau“ um den Verbleib von Ash.
Von einer Reise kommt Ashs Vater allerdings nicht alleine zurück, sondern mit einer neuen Frau und ihren Kindern. Kurze Zeit darauf wird Ashs Vater krank und stirbt, sodass nun Ash alleine ist mit ihrer Stiefmutter und ihren Stiefschwestern. Und diese erzählen ihr, dass sie die Schulden, die ihr Vater ihnen hinterlassen hat, nun abarbeiten muss. Tag und Nacht schuftet sie für sie und während ihre Stieffamilie auf irgendwelchen gesellschaftlichen Festen ist, streift Ash durch den Wald wo sie u.a. auch Sidhean, den Feenmann kennen lernt.

In „Ash“ wird das Märchen „Aschenputtel“ neuerzählt. Der Kern an sich ist derselbe wie im Märchen. Es gibt einen Prinzen, Ash als Aschenputtel, Stiefmutter und –schwestern, sind auch vorhanden. Jedoch hat die Autorin Malinda Lo auch Details miteinfließen lassen, die es im Märchen so nicht gibt. So spielen z.B. auch die Feen und besonders der Feenmann Sidhean eine wichtige Rolle, sowie die Jägerin des Königs Kaisa, zu der sich Ash hingezogen fühlt.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil geht es hauptsächlich um Ash, wie sie ihre Eltern nacheinander verliert und für ihre Stieffamilie arbeiten muss. Aber es geht auch um die Feenwelt, und ihre Treffen mit Sidhean. Allerdings muss ich sagen, dass sich dieser Teil des Buches sehr gezogen hat. Die Handlung ist nur vor sich hin geplätschert, ohne dass sich viel ereignet und da hilft es einem auch nicht, dass einem das meiste davon noch aus dem Märchen bekannt ist.
Doch zum Glück bessert sich dies im zweiten Teil des Buches. Dort spielen dann vor allem Ashs Begegnungen mit Kaisa, die königliche Jägerin, eine Rolle. Langsam und gefühlvoll wird die Annäherung von Kaisa und Ash erzählt, was mir überaus gut gefallen hat.

Doch leider haben mich die verschiedenen Charaktere nicht überzeugen können. Die ältere der beiden Stiefschwestern sowie die Stiefmutter sind einfach nur gemein, wie man es eben aus dem Märchen kennt, ohne auch nur einen positiven Charakterzug zu haben. Die kleinere Stiefschwester jedoch nimmt sich ab und zu etwas Ash an und redet ihr gut zu, sodass sie einem doch positiver in Erinnerung bleibt.
Aber auch Ash und Kaisa sind zwar interessante Charaktere, aber leider ziemlich farblos. Besonders über Ashs Innenleben hätte ich gerne mehr erfahren, da sich ihr Leben ja in kurzer Zeit sehr verändert hat. So haften auch ihr nur positive Merkmale an, bzw wird damit etwas Mitgefühl erregt.
Kaisa mochte ich im Verlauf des Buches am meisten, daher fand ich es schade, relativ wenig über sie und ihre Gefühle, Beweggründe zu erfahren.
Durch den leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin, fühlt sich die Geschichte zwar märchenhaft an, aber leider wird dadurch auch eine Distanz zu den Charakteren geschaffen, sodass ich weder mit Ash, noch mit sonst jemand wirklich mitfühlen konnte. Man liest die Geschichte zwar, aber man fühlt sich dabei eher wie ein stiller Zuschauer, als mitten in der Geschichte zu sein.

Kurz Erwähnen möchte ich das Cover. Ich liebe das Cover der englischen Taschenbuchausgabe. Ganz wunderbar. Es ist in Grün- und Blautönen gehalten mit einem Mädchen drauf, Ash, vor dem Wald der Feen. In der Hand hält sie „Aschenputteltypisch“ ein paar Schuhe.

Insgesamt hat mich zwar „Ash“ nicht ganz überzeugt, aber dennoch ist es eine nette Unterhaltung für zwischendurch.

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