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REZENSION: Gayle Forman – Wenn ich bleibe

Infos:
Titel der Originalausgabe: If I stay
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Jugendbuch
Übersetzung: Wenn ich bleibe
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0351-2
Seiten: 271
Preis: 16,95

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Nina und Irina waren so begeistert von dem Buch, dass ich es unbedingt auch lesen wollte ;)

Kurzbeschreibung des Verlags:

Mia muss sich entscheiden: Soll sie bei ihrem Freund Adam und ihrer Familie bleiben – oder ihrer großen Liebe zur Musik folgen und mit ihrem Cello nach New York gehen? Was, wenn sie Adam dadurch verliert?
Und dann ist von einer Sekunde auf die andere nichts mehr, wie es war: Auf eisglatter Fahrbahn rast ein Lkw in das Auto, in dem Mia sitzt. Mit ihrer Familie. Sie verliert alles und steht vor der einzigen Entscheidung des Lebens: Bleiben oder gehen?
„Wenn ich bleibe” ist ein außergewöhnliches, ein berührendes Buch über die Liebe, über Freunde, Familie und das Leben. Es gibt wenige Bücher, die man nie vergisst. Dieses ist eines! Unsentimental, bewegend, tröstlich und wunderbar weise.

Meine Rezension:

Die 17jährige Mia hat eigentlich ein schönes Leben. Sie macht gerade das letzte Jahr in der High School, wohnt zusammen mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder und hat einen angehenden Rockstar als Freund. Langsam muss sie sich nur noch entscheiden, was Mia eigentlich will: Ihrer Leidenschaft zur Musik folgen und nach New York ziehen um auf das Juilliard zu gehen oder doch lieber in Oregon bleiben, bei ihrer Familie und ihrer großen Liebe Adam. Doch ein großes Unglück lässt diese Entscheidung in den Hintergrund treten, denn durch einen Autounfall verliert Mia ihre gesamte Familie. Während ihre Eltern sofort tot sind und auch Teddy, ihr kleiner Bruder nicht viel länger durchhält, wird Mia in das nächste große Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte um ihr Leben kämpfen. Doch währenddessen passiert etwas seltsames mit Mia: Sie steht plötzlich wie ein Geist neben sich und sieht, wie die Ärzte versuchen, sie am Leben zu halten, wie Verwandte und Freunde vorbeikommen, um sie noch einmal zu sehen. Und während sich Mia nun entscheiden muss, ob sie bei ihren Verwandten bleiben oder doch ihrer Familie folgen will, geht sie noch mal ihr gesamtes Leben durch.

Auf „Wenn ich bleibe“ von Gayle Forman bin ich durch ein paar positive Meinungen aufmerksam geworden. Neugierig habe ich mich an das Buch gewagt und wurde vom Inhalt sehr überrascht. Ich habe zwar mit einer tränenreichen Geschichte gerechnet, aber dennoch hat es meine Erwartungen bei weitem übertroffen.

Anfangs lernt der Leser Mias Familie kennen. Ihre Eltern lieben Rockmusik und ihr Vater hatte auch jahrelang in einer Band gespielt. Dagegen kann man verstehen, dass Mia sich ab und zu wie eine „Außenseiterin“ in ihrer Familie fühlt – denn niemand sonst kann ihre Leidenschaft für ihr Cello verstehen. Mia ist insgesamt ein toller und liebenswerter Charakter und auch wenn ich ihre Liebe zur Musik nicht in dieser Art teilen kann, konnte ich sie und ihre Handlungen immer gut nachvollziehen und mich in sie hineinversetzen.
Nach wenigen Seiten passiert auch bereits der tödliche Unfall und die Atmosphäre des Buches ändert sich merklich. Während die Familie auf den Seiten vorher noch am Rumalbern war und lediglich einen schönen Tag zusammen verbringen wollte, wird es nun ernster und Mia ist mit einer Situation konfrontiert, die man niemanden wünscht und einen selbst sehr mitnimmt.
Von da an wechselt die Geschichte zwischen Gegenwart, dem Krankenhaus und die Besuche von Verwandten und Freunden und der Vergangenheit, ihre Liebe zur Musik und Cello, Familie, ihre erste große Liebe Adam und ihre beste Freundin. Es werden viele kurze Ereignisse erzählt, die einem abwechselnd zum Lachen oder Weinen bringen und über allem schwebt immer wieder die aktuelle Entscheidung, die Mia machen muss. Und auch wenn man denkt zu wissen, wie sich Mia entscheiden wird, wird diese Vermutung immer wieder umgeworfen.

„Wenn ich bleibe“ ist zwar kein dickes Buch und für die knapp 300 Seiten braucht man eigentlich nicht allzu lange, doch habe ich hierfür recht lange gebraucht. Aufgrund dieses sehr emotionalen Themas konnte ich nicht stundenlang am Stück lesen, sondern nur etappenweise um danach das Gelesene erstmal sickern zu lassen und natürlich ein paar Tränchen zu vergießen.

Die Zeitspanne, in der sich Mia entscheiden muss und ein „Geist“ ist, umfasst einen Tag, was auch an den Kapiteln verdeutlicht wird.
Die Geschehnisse im Krankenhaus wird in der Gegenwart erzählt. Anfangs war es zwar etwas gewöhnungsbedürftig ein Buch im Präsens zu lesen, doch nach wenigen Seiten ist man so in der Geschichte versunken, dass es einem nicht mehr auffällt, vor allem wenn Mia damit anfängt von ihrer Vergangenheit zu erzählen.

Ohne jemals kitschig zu werden ist es der Autorin gelungen eine sehr emotionale und glaubwürdige Geschichte zu schreiben, die sicherlich niemanden kalt lässt.

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REZENSION: Helen Abele – Ein Herz auf Flügeln zart

Infos:
Titel der Originalausgabe: Ein Herz auf Flügeln zart
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: historischer Jugendroman
Übersetzung: -
Verlag: Lübbe Audio
ISBN: 978-3-7857-4416-1
Minuten: 315
Preis: 16,99 / 9,95 im Flexi-Abo von audible

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Durch Nina und Katrin.

Kurzbeschreibung von audible:

Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Lizzy hat in Dublin eine Stelle als Hausmädchen gefunden. Im Männerhaushalt von Professor Puddlewick und seinen drei Söhnen geht es ausgesprochen locker und aufgeklärt für die damalige Zeit zu. Ein schweißtreibender Auftrag für das Trinity College und rätselhafte Geschenke sorgen für eine Menge Wirbel in Lizzys Leben…

Meine Rezension:
Dublin, Ende des 19. Jahrhunderts.
Die junge Elizabeth O’Faolain, die von allen nur Lizzy genannt wird, ist Haushälterin bei den Puddlewicks. Der Professor, der für die Universitätsbibliothek zuständig ist, lebt zusammen mit seinen drei Söhnen Paris, Hector und Aenaes auf dem Gelände des Trinity Colleges.
In dem reinen Männerhaushalt hat Lizzy natürlich allerhand um die Ohren, doch glücklicherweise behandeln die vier Männer Lizzy nicht wie ein einfaches Hausmädchen, sondern sind ihr immer freundlich gesinnt.
Als sich herausstellte, dass Lizzy gerne liest, unterstützt Puddlewick sie heimlich und besorgt ihr Bücher aus der Bibliothek, die Lizzy sofort verschlingt.
Eines Tages meldet sich im College großer Besuch an: Queen Victoria will sich das Trinity College ansehen. So bleibt ihnen nicht viel Zeit, um für die Queen ein besonderes Geschenk vorzubereiten…

Bereits der Anfang der Geschichte hat dafür gesorgt, dass ich sehr leicht in die Geschichte gefunden habe. Lizzy schwärmt regelrecht von der Ilias, dem Buch, das sie gerade liest, sodass sie sogar ein kleines Abenteuer in Kauf nimmt, um an den nächsten Band zu kommen. Das hat sie mir, als Leserin, direkt sehr sympathisch gemacht und es mir fiel ebenso leichter, mich mit ihr zu identifizieren.
Aber auch viele der anderen Personen waren mir schnell sympathisch, allen voran natürlich der Professor Puddlewick, aber auch die Tochter des Provosts, Mary, die sich mit Lizzy angefreundet hat, auch wenn ihr Vater das nicht gutheißen würde, wenn er von ihrer Freundschaft wüsste. Besonders gut an dieser Freundschaft hat mir gefallen, dass die Autorin doch Unterschiede zwischen den beiden Charakteren herausgearbeitet hat, da sie beide, auch aufgrund ihrer Herkunft, völlig andere Einstellungen haben, sich aber dennoch gut verstehen.

Die Geschichte zu beschreiben ist recht schwer, da es nicht viel Action gibt. Stattdessen lädt die Handlung vielmehr zum Lachen, Schwärmen und Träumen ein. Denn natürlich kommt, wie man auch aufgrund des Titels schließen kann, die Romantik nicht zu kurz.

Leider kenne ich mich mit der Geschichte Irlands nicht gut aus, sodass mir die Behandlung von Lizzy ab und zu ein wenig unrealistisch vorkam, aber das hat mich auch nicht weiter gestört, denn schließlich gibt es sicherlich Ausnahmen, in denen Angestellte auch so liebevoll behandelt werden wie eben die Puddlewicks ihre Lizzy.

Das Hörbuch wird von Nana Spier vorgelesen. Von Anfang an kam mir die Stimme der Sprecherin sehr bekannt vor, denn vor allem als Synchronsprecherin von Sarah Michelle Gellar hatte ich ihre Stimme noch gut in Erinnerung.
Nana Spier liest das Hörbuch wirklich richtig gut vor und sie schafft es, die Atmosphäre der Geschichte gut zu übermitteln, sodass man als Hörer sehr gerne ihrer Stimme lauscht.

Insgesamt hat mir „Ein Herz auf Flügeln zart“ unglaublich gut gefallen, eine wunderbare Geschichte, bei der einem das Herz aufgeht und man sich wünscht, es gäbe kein Ende, und mit einer tollen Sprecherin, die das Hörbuch definitiv sehr bereichert hat.

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REZENSION: Wolfram Fleischhauer – Schule der Lügen

Infos:
Titel der Originalausgabe: Schule der Lügen
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Sonstige Belletristik
Übersetzung: -
Verlag: Piper
ISBN: 9783492048460
Seiten: 525
Preis: 22,90 / TB: 10,95

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Ich brauchte etwas zum Lesen für den Zug und für 4,95 € habe ich es einfach mitgenommen.

Kurzbeschreibung des Verlags:

Es ist keine Seltenheit, daß der junge Student Edgar von Rabov seine Abende in der Berliner Eldorado-Bar zubringt. Doch diese kühle Februarnacht des Jahres 1926 ist anders, mit ihr beginnt für Edgar etwas Neues: Eine bemerkenswert schöne junge Inderin erregt sein Interesse. Immer wieder scheint auch sie Edgars Blick zu suchen. Als sie das Eldorado in Begleitung eines mysteriösen älteren Herrn verläßt, steckt sie Edgar eine Notiz zu: »Übermorgen hier. Ich erwarte Sie.« Edgar, Erbe einer Farbenfabrik und Sohn einer norddeutschen Adelsfamilie, kann sich dem exotischen Zauber der jungen Frau nicht entziehen – und begibt sich damit auf eine verstörende Reise in die Vergangenheit seiner Familie, die ihn bis nach Indien führen wird. Wolfram Fleischhauer zählt zu den besten und meistgelesenen deutschen Erzählern. Sein großer Familienroman aus den politisch und philosophisch bewegten Tagen der Wei marer Republik handelt von Verführung und Täuschung, Intuition und Intrige. Es ist eine Schule der Lügen und die Suche eines jungen Mannes nach sich selbst.

Meine Rezension:
Berlin, 1926. Edgar von Rabov studiert Chemie, um nach dem Tod seines Vaters die Farbenfabrik zu übernehmen. Doch Edgar macht das Studium keinen Spaß, sodass er schon lange in keiner Vorlesung mehr war. Ausgestattet mit dem Geld seiner Familie gibt er es für sein Vergnügen aus und lebt in den Tag hinein. Doch das ändert sich als er die Bekanntschaft mit einer Inderin, Alina, macht. So verlebt er ein paar interessante Tage mit ihr, doch dann ist Alina plötzlich verschwunden. Sie geht Edgar nicht mehr aus dem Kopf und er will unbedingt wissen, was sie von ihm wollte. Er macht sich schließlich auf die Suche nach Alina, aber auch nach sich selbst und deckt längst vergessene Familiengeheimnisse auf…

Zwar stand „Die Schule der Lügen“ schon länger auf meiner Wunschliste, dennoch war es ein Spontankauf, da ich eigentlich erstmal ein anderes Buch von Fleischhauer lesen wollte. Jedoch habe ich, aufgrund der Titeländerung der Neuauflage der Taschenbuchausgabe, lieber noch schnell das Hardcover gekauft, da „Schule der Lügen“ einfach viel spannender und interessanter klingt als „Die Inderin“.
„Die Schule der Lügen“ ist das erste Buch, das ich von Fleischhauer gelesen habe und es hat mich sehr positiv überrascht. Ich habe eigentlich nur eine nette Liebesgeschichte erwartet, doch ist „Die Schule der Lügen“ viel mehr als das. Selbst mitten im Roman wusste ich selten woran ich eigentlich bin und wo die Geschichte hinlaufen wird, was ich allerdings nicht negativ meine. Fleischhauer verknüpft viele unterschiedliche Themen miteinander und das Ergebnis hat mich einfach nur begeistert.

„Die Schule der Lügen“ erzählt zuerst einmal die Geschichte von Edgar. Er stammt aus einer Adelsfamilie, die allerdings kein Geld mehr hatte und nur durch die Heirat eines reichen Industriellen noch genug Geld haben.
Edgar selbst kann mit seiner Familie und ihren Meinungen wenig anfangen. Selbst zu seinem Onkel, der ebenfalls in Berlin wohnt, und dessen Sohn Robert hat Edgar wenig Kontakt. Das einzige Gute an seiner Verwandtschaft ist, das Geld, was er bekommt und damit sein Leben unterhalten kann. Die Universität gefällt ihm nicht, genauso wenig wie die Aussicht auf sein restliches Leben als Farbenfabrikinhaber.
Als Alina in sein Leben tritt, fängt er langsam an, aus seinem tristen Leben aufzuwachen.
Neben Alina, gibt es aber noch mehrere Geheimnisse, die sich nach und nach aufdecken und die Geschichte rasant und spannend machen, sodass man „Die Schule der Lügen“ am liebsten am Stück lesen will und nicht mehr aus der Hand legen kann, unbedingt weiter lesen muss, um zu wissen, worauf alles hinausläuft.

„Die Schule der Lügen“ ist ein äußerst umfangreiches Buch, auch wenn es nur knapp über 500 Seiten umfasst. Ein Teil der Handlung spielt in Deutschland, Berlin, zur Zeit der Weimarer Republik. Zwar steht die Zeit nicht ganz im Vordergrund, aber dennoch bekommt man einen guten Überblick über die Zeit, die verschiedenen politischen und religiösen/esoterischen Strömungen und der Unruhe. Auch konnte ich so Facetten der Zeit kennen lernen, die mir bisher nicht bewusst waren.
Nach etwa der Hälfte des Buches wechselt der Ort und liegt schwerpunktmäßig auf Indien, womit ich mich leider wenig auskenne, mir aber dennoch sehr gefallen hatte.
Nicht nur die Geschichte, sondern vor allem auch die große Recherche, die der Autor betrieben haben muss, finde ich äußerst faszinierend und sehr gelungen.
Auch war es spannend, diese zwei verschiedenen Welten (Deutschland – Indien) nacheinander zu erleben und so „Vergleiche“ anstellen zu können.

„Die Schule der Lügen“ war mein erstes Buch von Wolfram Fleischhauer, doch gewiss nicht mein letztes. Mit einer Mischung aus Liebe, Familiengeheimnis, Identitätssuche und vielem mehr schafft es Fleischhauer einen wunderbaren, tiefgründigen Roman zu schreiben, der mich begeistern konnte.

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REZENSION: Kai Meyer – Arkadien brennt

Infos:
Titel der Originalausgabe: Arkadien brennt
Band innerhalb der Reihe: Arkadien Band 2
Genre: Jugendfantasy
Übersetzung: -
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58202-7
Seiten: 399
Preis: 19,95

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Nachdem ich letztes Jahr “Arkadien erwacht” begeistert gelesen hatte, musste ich natürlich auch den zweiten Band der Reihe lesen.

Kurzbeschreibung des Verlags:

Menschen, die sich in Tiere verwandeln. Mafia-Blutfehden. Die verbotene Liebe zu Alessandro … Rosa braucht Abstand zu Sizilien und reist zurück nach New York. Dort stößt sie auf beunruhigende Details über ihre Vergangenheit – in denen auch Alessandro eine Rolle spielt. In Rosa keimt ein schrecklicher Verdacht…

Meine Rezension:

Nachdem nun Rosa das Oberhaupt der Alcantara ist, um deren Geschäfte sich aber vorerst noch ihr Anwalt Trevini kümmert, fliegt sie zurück nach New York, von wo aus sie vor etwa vier Monaten nach Sizilien geflüchtet ist. Doch mittlerweile fühlt sich die große Stadt nicht mehr wie zuhause für sie an und auch der Weg zu ihrer Mutter ist mehr als beschwerlich. Sie hofft, in einem Gespräch mit ihrer Mutter mehr über ihre Familie und vor allem TABULA herauszufinden. Doch das ist noch nicht alles, denn Rosa macht die Bekanntschaft der amerikanischen Canevares, vor denen Alessandro sie bereits gewarnt hatte und in einem Strudel von Ereignissen erfährt sie, was vor sechzehn Monaten wirklich passiert ist…

Lange habe ich sehnsüchtig darauf gewartet, „Arkadien brennt“ endlich im Arm zu haben und vor allem es zu lesen. Meine anfänglichen Zweifel, dass der zweite Band der Arkadienreihe nicht mit „Arkadien erwacht“ mithalten kann, hat sich schnell verflüchtigt, denn „Arkadien brennt“ ist, meiner Meinung nach, sogar besser, spannender und vielschichtiger als Band 1. Überhaupt muss ich sagen, dass die Bücher um Arkadien bisher zu dem Besten gehört, was Kai Meyer geschrieben hat.

Rosa, die mittlerweile 18 Jahre alt und das Oberhaupt der Alcantara ist, ist nach wie vor kein einfacher Charakter, aber aufgrund ihrer Neurosen, Ängste ein sehr liebenswerter Charakter. Und das hat auch dieses Buch wieder gezeigt, indem nach und nach viel Neues, und vor allem Erschreckendes aus ihrer Vergangenheit und Vergewaltigung enthüllt wird.
Aber nicht nur Rosas eigene Entwicklung ist glaubhaft und gut beschrieben, sondern auch ihre Beziehung zu Alessandro. Glücklicherweise ist diese nicht so romantisch, wie in vielen anderen Jugendbüchern, sondern wirkt wesentlich erwachsener und reifer, was natürlich auch daran liegt, dass die beiden um ihr Zusammensein „kämpfen“ müssen und viele andere ihnen, und teilweise sie sich selbst, auch Steine in den Weg legen.
Ebenso ans Herz gewachsen ist mir Iole, die nur wenige Jahre jünger als Rosa ist, aber sie dennoch unter Rosas Obhut steht, nachdem sie in „Arkadien erwacht“ befreit wurde.

Meine Lektüre von „Arkadien erwacht“ liegt leider bereits ein Jahr zurück, und auch wenn mir nicht mehr alle Probleme, Ereignisse präsent waren, gelingt es Kai Meyer diese Erinnerung geschickt wieder aufzufrischen.
Kai Meyer hält den Leser ständig auf Trab. Actionszenen wechseln sich mit ruhigen, stimmungsvollen Szenen ab. Es werden viele Geheimnisse gelüftet, auch wenn einen das mehr schockt als „zufrieden stellt“, aber dennoch bleiben noch genug offene Fragen, bzw. kommen mehr dazu. So bleibt die Spannung das ganze Buch über erhalten und am liebsten möchte man das Buch an einem Stück lesen, ohne es aus der Hand legen zu müssen.
Einziger Wehmutstropfen ist leider der Cliffhanger am Ende des Buches, wo ich wenige Minuten vorher noch der Meinung war, dass Herr Meyer seine Leser diesmal davor verschonen wird.

Nichtsdestotrotz ist „Arkadien brennt“ die äußerst gelungene Fortsetzung der Arkadienreihe, die durch die liebevoll gezeichneten Charaktere, einer glaubhaft erzählten Liebesgeschichte und vorallem einer spannenden Handlung um die Cosa Nostra, Intrigen und Überraschungen besticht. Und ich kann es jetzt schon kaum erwarten, den nächsten Band zu lesen, auch wenn das wohl wieder ein Jahr warten heißt.

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REZENSION: Oliver Plaschka – Die Magier von Montparnasse

Infos:
Titel der Originalausgabe: Die Magier von Montparnasse
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Fantasy
Übersetzung: -
Verlag: Klett-Cotta
ISBN: 978-3-608-93874-6
Seiten: 428
Preis: 21,90

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Nach Seychellas Begeisterung für Herrn Plaschka war es mal an der Zeit, etwas von ihm zu lesen.

Kurzbeschreibung des Verlags:

Man sieht Magie nur mit dem Herzen – ein betörender Roman
Paris 1926, ein Varieté am Montparnasse. Eigentlich hatten der Bühnenzauberer Ravi und seine Assistentin Blanche nur ihr harmloses Zauberkunststück im Sinn. Dann aber wird der große Ravi gezwungen, die älteste Regel der Zaubererzunft zu brechen: Vor aller Augen setzt er echte Magie ein.

Meine Rezension:

Es ist der 26.9.1926, Sonntag. Der Bühnenmagier Ravi hat mit seiner Assistentin Blanche seinen letzten Auftritt, doch an diesem Tag geht etwas schief. Mitten in der Show funktioniert ein Trick nicht mehr und so sieht sich Ravi gezwungen, echte Magie einzusetzen um Blanche zu retten. Allerdings bricht er damit eine Regel der Société. Kurze Zeit später nimmt das Rätsel seinen Lauf. Blanche fällt in einen seltsamen Schlaf. Während nun scheinbar jeden Tag Sonntag ist, tauchen im Jardin, dem Gasthaus, indem bereits Ravi und Blanche wohnen, plötzlich noch weitere zwielichtige Gestalten auf…

„Die Magier von Montparnasse“ ist kein normaler Fantasyroman. Allein schon der Aufbau des Romanes ist äußerst ungewöhnlich und hat dennoch seinen Reiz. Der Roman spielt eigentlich immer nur an einem Ort, im Jardin. Und auch nur an einem Tag, der sich allerdings wiederholt. Sobald es zwölf Uhr schlägt, fängt der vergangene Sonntag wieder von vorne an, zumindest für die normalen Menschen, diese merken daher auch keinen Unterschied. Der Zauberer Ravi und die weiteren Personen, die während des Buches auftauchen, jedoch schon und rätseln, was wohl der Auslöser für diesen Zustand war und wie man es ändern kann. Eine weitere Besonderheit ist, dass das Buch aus der Sicht von sieben verschiedenen Personen erzählt wird. Das klingt anfangs zwar ein wenig viel, aber man lernt die Personen schnell kennen, sodass es einem nicht schwer fällt, diese auseinander zu halten. Zumal es ansonsten eh wenige Nebenpersonen gibt.
Mit den mehreren Perspektiven ist es dem Autor äußerst gut gelungen, die Charaktere zu beschreiben. Man weiß nie genau, was der Antrieb der einzelnen Personen ist. Feind oder Freund?

Was mich neben der Geschichte, sofort begeistern konnte, war die Sprache von Oliver Plaschka, sowie die Atmosphäre, die er schafft. Auch wenn ich unbedingt wissen wollte, was hinter dieser Zeitschleife steckt und was noch alles passiert, ist „Die Magier von Montparnasse“ kein Buch, das ich einfach so schnell weg lesen konnte, im Gegenteil. Trotz der kapp 400 Seiten bin ich recht langsam vorangekommen, um ja alle wichtigen und unwichtigen Details aufnehmen und die schöne Sprache und Beschreibungen richtig genießen zu können.
Die Geschichte spielt im Paris der 20er Jahre, was dem Buch durchaus einen kleinen Vorteil bei mir gibt, da ich die Zeit wie auch den Ort sehr toll finde und für mich noch gleich ein Reiz mehr war, das Buch zu lesen.
Ich finde es bei dem Buch äußerst schwer in Worte zu fassen, was mich so begeistert hat. Neben dem bereits erwähnten, liegt es sicherlich auch an den vielen Rätseln und Geheimnissen, die sich während des Lesens auftun. Manche werden am Ende aufgeklärt, aber manches auch nicht, was mich allerdings nicht gestört hat, sondern viel besser gefallen hat, als wenn einem alles auf einem silbernen Tablett präsentiert worden wäre und es dem Leser so die Möglichkeit gibt, über die Geschichte weiter nachzudenken, auch wenn das Buch bereits zu Ende ist.

Ich muss allerdings auch sagen, mir fällt es ein wenig schwer, eine allgemeine Empfehlung hierfür auszusprechen, dafür ist es einfach zu speziell. Wer nicht lange auf Erklärungen warten, bzw. miträtseln möchte, sollte sich den Kauf wahrscheinlich besser überlegen. „Die Magier von Montparnasse“ ist ein Buch, das man Konzentration schenken und sich selbst einfach darauf einlassen muss. Es gibt keine großen Schlachten oder viel Action, den Charme des Buches macht einfach die verschiedenen Aspekte des Buches aus, es gibt Krimielemente, Romantik, Fantasie natürlich, es geht um Träume, die Wirklichkeit. So viele unterschiedliche Sachen, dass es mir schwer fällt, es genau zu beschreiben. Man muss es einfach auf sich wirken lassen.

Mit „Die Magier von Montparnasse“ hat Oliver Plaschka einen zauberhaften, mysteriösen und vor allem spannenden Roman geschrieben, der durchaus zu den besten Büchern zählt, die ich dieses Jahr gelesen habe. Definitv ein Highlight, was sich im „Dschungel der Phantastik“ (was nicht irgendwie negativ gemeint sein soll!) definitiv abhebt.
Und nun freue ich mich, dass dies mein erster Roman von ihm war und noch mind. zwei weitere auf mich warten.

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