
Originaltitel: Seta
Seiten: 132
ISBN: 3492228224
Schon lange spukte mir “Seide” im Kopf herum. Von vielen Seiten umschwärmt, war ich ganz neugierig darauf. Und nun habe ich es getan und wurde nicht enttäuscht :)
Der südfranzösische Seidenhändler Hervé Joncour fährt normalerweise immer nach Syrien oder Ägypten um Seidenraupeneier zu erweben. Doch eines Tages bricht eine Seuche aus, die Nomaseuche, die die Eier unbrauchbar macht. Um den Reichtum der Heimatstadt Lavilledieu zu sichern, reist Joncour von nun an in das fremde Japan. Dort macht er Geschäfte mit Hara Keis. Und Joncour begegnet zum ersten mal diesem geheimnisvollen Mädchen, dass nicht asiatisch aussieht und ihn nicht mehr loslassen wird. Auf jeder seiner Japanreise trifft er dieses Mädchen wieder, doch bis auf Blicke passiert nichts, denn sie spricht nur japanisch und das versteht wiederum Joncour nicht…
Baricco erzählt auf nur 130 Seiten eine sehr schöne Liebesgeschichte und wie schwer es ist, wahres Glück zu erreichen.
Die wenigen Seiten sind nicht sehr bedruckt und die Kapitel recht kurz, sodass man es recht schnell lesen kann, doch gedanklich hat mich das Buch ein paar Tage mehr begleitet. Zwar konnte ich mich in Joncour nie so richtig hineinversetzen, aber ich finde, das Buch hat einfach die richtige Länge. Es hätte weder kürzer noch länger sein dürfen.
Besonders beeindruckt hat mich der Stil von Baricco. Er ist sehr poetisch und einfach schön. Die Wiederholungen, die ab und zu auftauchen, fand ich nicht störend, sondern ein angenehm eingesetztes Stilmittel.
“Seide” ist eine toll geschrieben Liebesgeschichte ohne jeglichen Kitsch und Konsorten. Und ich bin schon sehr auf seine anderen Bücher gespannt.
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