Seiten: 413
ISBN: 978-3570136799
Miu, die eigentlich Mutemwija heißt, ist 15 Jahre alt und die Tochter des einflussreichen Balsamierers Ramose. Zum Unwillen dessen arbeitet sie oft in der Gaststätte, die der Cousine ihrer Mutter Taheb und deren Mann Nefer gehört. Nefer und Ramose können sich nicht leiden und daher will Ramose eigentlich nicht, dass Miu dort arbeitet. Doch da Miu für sie “nur” ein Kind ist, wird ihr nicht näheres erzählt.
In dieser Gaststätte jedenfalls bekommt sie dann eines Tages ein Gespräch zwischen zwei Personen mit, das nicht für ihre Ohren bestimmt war, denn es ging um den Plan eines Mordanschlags auf den Pharao Tutanchamun! Schnell versucht Miu in den Palast zu kommen und den Pharao zu warnen und erregt somit auch seine Aufmerksamkeit…
Ägypten ist nach wie vor nicht mein Gebiet, auch wenn ich mir immer vornehme, mehr über dieses eigentlich sehr interessante Land zu lesen. Und da ich bereits ein Buch von Brigitte Riebe kannte, das ebenfalls in Ägypten spielt, wollte ich dieses sehr gerne haben und lesen. “Der Kuss des Anubis” hat mich jedenfalls kein Stück enttäuscht, im Gegenteil – mich lässt es eindeutig sehr begeistert zurück.
“Der Kuss des Anubis” ist eher ein Jugendroman, das merkt man dem Roman schon an. Allerdings sollte dies kein großer Hinderungsgrund sein, denn trotz Jugendroman ist es tiefgründig, spannend und eigentlich gar nicht vorhersehbar und garantiert auch für “ältere” Menschen geeignet.
Miu habe ich sofort ins Herz geschlossen und sie war mir sofort sehr sympathisch. Sie wirkt wie ein eher “normaler” Jugendlicher. Zwar nett und lieb, aber oftmals auch stur und widersetzt sich ihrem Vater, auch wenn der es immer gut mit ihr meint. Sie merkt schnell, dass irgendwas in ihrer Familie nicht stimmt, denn nicht umsonst ist ihre beste Freundin Iset und ihre Familie von Ramose nicht gern gesehen.
Aber nicht nur die Hauptprotagonistin Miu wurde sehr gut dargestellt, sondern auch die anderen Charaktere, wie ihre beste Freundin Iset, ihr Vater Ramose, Nefer und Taheb und auch ihr Sohn Ani, der es mir besonders angetan hatte.
Somit bleibt eigentlich keiner der Figuren skizzenhaft oder oberflächlich, im Gegenteil. Sie wirken alle sehr menschlich und reagieren immer sehr nachvollziehbar.
Der Schreibstil wirkt relativ einfach, aber es lässt sich schön und flüssig lesen und man möchte es eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen, sondern weiterlesen um zu erfahren, was aus Miu und dem Pharao wird und welches Geheimnis Ramose mit sich trägt.
Dabei wird es aber nie langweilig, da es mehrere glaubhafte und überraschende Wendungen gibt.
Die Aufmachung des Buches ist wirklich sehr gut gelungen. Das Cover ist relativ dezent gehalten, indem es bronze/golden ist mit einem ägyptischen Muster, das sich gut anfühlt, wenn man über das Cover streicht. Über den goldfarbenen Titel gibt es noch ein ägyptisches Symbol. Auf jeden Fall sieht es so besonders schön aus, als es bei “erwachsenen” historischen Büchern der Fall ist, wo meistens eine weibliche Person oder Körperteil abgebildet ist…
Sehr toll gefällt mir aber auch der Zusatz. Im Buch gibt es gleich vorne eine schöne und praktische Landkarte. Hinten im Buch befinden sich dann noch ein sehr interessantes Nachwort, eine tolle Zeittafel und besonders toll und vorallem hilfreich ist das Glossar! Im Buch selbst wird bei mehreren Worten mit einem Sternchen hingewiesen, dass dieses Wort im Glossar erklärt wird. Da ich mich, wie bereits gesagt, mit Ägypten nicht gut auskenne, war das wirklich sehr nötig.
“Der Kuss des Anubis” ist ein überaus gelungener historischer Jugendroman, der einen mitreißt und gleichzeitig auch wissenswertes über dieses “exotische” Land berichtet. Eindeutig sehr empfehlenswert!
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Denn ich bin zu spät gegangen und ich habe den Zug um etwa 3 Minuten verpasst. Der nächste Zug fuhr um 21.52 Uhr, allerdings ein Bummelzug und in Marburg war Endstation!!

