Infos:
Titel der Originalausgabe: The Eyre Affair
Band innerhalb der Reihe: Thursday Next Band 1
Genre: Fantasy
Übersetzung: Der Fall Jane Eyre
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-21014-0
Seiten: 378
Preis: 8,95
Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?
Die vielen gegeisterten Meinungen haben mich neugierig gemacht!
Kurzbeschreibung des Verlags:
Können Sie sich eine Welt vorstellen, in der Literatur so wichtig genommen wird, dass es eine Spezialpolizei gibt, um sie vor Fälschern zu schützen? Als Geheimagentin Thursday Next ihre neue Stelle in Swindon antritt, ahnt sie schon, daß ihr die größte Herausforderung ihrer Karriere bevorsteht: Niemand anderes als der Erzschurke Acheron Hades hat Jane Eyre aus dem berühmten Roman von Charlotte Brontë entführt, um Lösegeld zu erpressen. Eine Katastrophe für England, das mit dem seit 130 Jahren tobenden Krimkrieg schon genug Sorgen hat. Aber Thursday Next ist eine Superagentin: clever und unerschrocken. Und wenn sie wirklich mal in die Klemme gerät, kommt aus dem Nichts ihr von den Chronoguards desertierter, ziemlich anarchistischer Vater, um für ein paar Minuten die Zeit anzuhalten.
Meine Rezension:
Thursday Next ist Literaturagentin der SO-27 in London. Sie und die anderen Agenten in ihrer Abteilung sind dazu da, um Fälschungen oder Diebstähle rund um die Literatur aufzuklären.
Der nächste Fall, mit dem sich Thursday Next rumschlagen muss, ist der Diebstahl des Manuskripts von Martin Chuzzlewit von Dickens. Doch um den Täter zu schnappen, läuft bei Thursday einiges schief und so wird sie nach Swindon versetzt. Dennoch ist sie davon überzeugt, dass der Bösewicht Acheron Hades hinter dem Diebstahl des Originalmanuskripts steckt, der plötzlich auch eine wichtige Figur des Romans einfach “verschwinden” lässt…
Währendessen wird überall diskutiert, wer die Stücke von Shakespeare geschrieben hat, er selbst oder war es doch ein “Ghostwriter”? Und zudem befindet sich England noch immer im Krimkrieg mit Russland…
Ich finde, den Inhalt dieses Romans zusammenzufassen ist wirklich schwierig. Dazu passiert einfach zu viel, auch sehr viel abgedrehtes. Zuerst einmal finde ich die Ausgangsposition mehr als amüsant und es ist sehr schade, dass es bei uns keine “Literaturagenten” wie Thursday Next eine ist gibt, das wäre definitiv ein Traumberuf!
Thursday kam mir im Buch oft wie ein weiblicher “James Bond” vor, was keineswegs negativ ist. Egal wie actionlastig die Situation ist, es geht meistens nicht so glimpflich aus, wie man es vermuten würde. So erlebt man viele Überraschungen mit Thursday.
Thursdays Familie ist herrlich amüsant! Ihr Vater, der Zeitreisende, der ab und zu mal auftaucht und in der Geschichte rumspringt und eben diese auch etwas “verdreht” oder ihr Onkel Mycroft mit seinen tollen Erfindungen, wie z.B. eine Autofarbe, die jede Farbe/Muster, etc. annehmen kann oder ihr Haustier, ein Dodo.
Doch, was mir besonders gut gefiel, Thursday ist nicht nur die taffe Agentin, die vor nichts Angst hat, sondern wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht, sehr unsicher ist. Denn ihr Ex Landen tritt wieder in ihr Leben und bringt dies zusätzlich noch durcheinander. Sie liebt ihn zwar noch, kann sich das aber selbst nicht so richtig eingestehen.
Das Buch wimmelt nur so vor Literatur und vielen Anspielungen und ich muss leider gestehen, dass ich sicherlich nicht alles verstanden habe. Oft kam ich mir auch etwas “erschlagen” vor, zumal ich vorher ja auch nicht wirklich wusste, was mich hier erwartet.
Aber besonders toll war der Streit um Shakespeare, der oft erwähnt wurde. Es werden verschiedene Theorien aufgeführt, wer alles seine Stücke geschrieben haben könnte und da muss ich sagen, habe ich mich köstlich amüsiert.
Jedoch gibt es eine Sache, die mich doch ziemlich gestört hat. Und zwar der Titel: “Der Fall Jane Eyre” und auch der Klappentext wie die Beschreibung des Verlags sind sehr irreführend. Beide handeln von Jane Eyre, einer Romanfigur von Charlotte Brontë, und dass diese aus dem Roman entführt wird. Doch Jane Eyre wird erst ab etwa Seite 300 wichtig. Vorher wird sie und das Ende des Romans zwar mal erwähnt und dass Thursday Rochester aus “Jane Eyre” getroffen hat, aber so wirklich wichtig war das anfangs nicht, denn da ging es nur um das Manuskript von Dickens. Und daher bin ich dementsprechend enttäuscht. Ich habe nämlich extra “Jane Eyre” vorher gelesen, aber eigentlich wäre das nicht wirklich nötig gewesen.
Das einzige was von Vorteil war, war das Ende von “Jane Eyre” zu kennen, denn da gab es ab und zu einen kleinen amüsanten Hinweis.
Sehr schön fand ich, dass es am Anfang jeden Kapitels ein Zitat z.B. über Thursday oder die LitAgs gibt. Oder auch, dass zwar das Kapitel 13 im Inhaltsverzeichnis erwähnt wird, man aber im Buch keines findet, sondern es von Kapitel 12 in Kapitel 14 übergeht.
Insgesamt war ich anfangs ein wenig überrumpelt von der Vielfalt von Ffordes großartigen Ideen, aber dennoch sehr enttäuscht darüber, dass viel weniger Jane Eyre drinsteckt, als es angepriesen wird. Zwar bin ich noch nicht ganz begeistert von meinem ersten Fforde, aber ich werde definitiv nochmal Zeit mit Thursday Next verbringen.

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