Infos:
Titel der Originalausgabe: Gone
Band innerhalb der Reihe: Gone 01
Genre: Jugendbuch
Übersetzung: Verloren
Verlag: Ravensburger Buchverlag
ISBN: 978-3-473-35316-3
Seiten: 501
Preis: 17,95
Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?
Der Inhalt klang spannend.
Kurzbeschreibung vom Verlag:
Sams Welt steht Kopf. Alle, die älter als fünfzehn Jahre sind, verschwinden mit einem Mal spurlos. Gleichzeitig erscheint eine gigantische Mauer, die seine Kleinstadt umschließt und von der Außenwelt abschottet. Nun sind die Kids auf sich allein gestellt. Ein erbitterter Kampf ums Überleben beginnt. Doch Sam muss noch etwas anderes bekämpfen: seine Angst. Denn in genau 299 Stunden und 54 Minuten wird er selbst fünfzehn …
Meine Rezension:
Es ist ein ganz normaler (Schul)Tag in Perdido Beach.. Sam und seine Klasse haben gerade die 5. Schulstunde, Geschichte, bis plötzlich das Unfassbare passiert. Denn von einer Sekunde auf die andere ist plötzlich ihr Lehrer verschwunden. Doch nicht nur der Lehrer, sondern wie sich wenige Minuten später herausstellt, sind alle Erwachsene und Jugendliche, die über 15 Jahre alt sind, ebenfalls ‚verpufft’, wie es viele Kinder ausdrücken. Zusammen mit dem Verschwinden der Erwachsenen und älteren Jugendlichen, taucht eine „Wand“, eine Barriere auf, die man nicht überwinden kann und somit ein größeres Gebiet von der Außenwelt abgeschnitten ist.
Bevor Panik ausbrechen kann, versuchen Sam und seine Freunde Quinn und Astrid die anderen, vor allem die kleinen Kinder zu beruhigen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn die Schlägertypen um Orc und Howard versuchen, die anderen einzuschüchtern. Die Lage bessert sich nicht, als wenige Stunden später ein Konvoi aus BMWs eintrifft. Aus den Autos steigen die Schüler der Coates Academy, eine Privatschule für Reiche, die zusammen mit Sam und den anderen versuchen wollen, das Beste aus der Situation zu machen. Denn die Zeit läuft weiter und Sam wird in wenigen Tagen auch 15 Jahre… Allerdings ist das nicht das einzige Ungewöhnliche, was in Perdido Beach vor sich geht, denn einige Kinder entwickeln auf einmal „Superkräfte“, wie Sachen durch die Luft zu schleudern, Feuerbälle um sich zu werfen oder jemanden heilen zu können.
Ein anderer Handlungsstrang spielt um Lana und ihrem Hund Patrick, die einen schweren Unfall inmitten der Einöde hatten, zusammen mit ihrem Großvater, der jedoch auch bereits verschwunden ist.
Zusammen schleppen sich die beiden zu einer kleinen Hütte eines Einsiedlers, die momentan leer steht. Dort treffen sie kurze Zeit später auf einen sprechenden Kojoten…
„Verloren“ ist der erste Band einer Trilogie um ein sehr spannendes und interessantes Szenario, das Michael Grant erschaffen hat. Allerdings hatte ich mir das Buch etwas anders vorgestellt. Denn wenn man den Klappentext, etc. dazu liest, ist eigentlich immer nur davon die Rede, dass eben diese Barriere auftaucht und alle Personen über 15 Jahre verschwinden. Daher habe ich mit einer relativ „realistischen“ Geschichte gerechnet und ich war im Nachhinein etwas enttäuscht, als plötzlich die Rede von irgendwelchen Kräften war, die viele Kinder besitzen, aber nicht alle. Sicherlich eine spannende Idee, aber anfangs war es erstmal ziemlich gewöhnungsbedürftig. Und leider hat sich die Geschichte auch dahin entwickelt, dass diese Kräfte ‚wichtig’ für den weiteren Verlauf des Buches sind.
Der Autor verschwendet keinerlei Zeit für ‘Vorgeplänkel’, sondern beginnt sein Buch gleich mit dem Verschwinden der Erwachsenen und konfrontiert die Schüler und damit gleichzeitig den Leser sofort mit dieser Situation.
Die Charaktere haben mir insgesamt gut gefallen – auch wenn mir manche Personen einfach zu ‚böse’ oder ‚gut’ erschienen und ich mir da eine bessere Ausarbeitung gewünscht hätte.
Mehrere Personen stehen im Mittelpunkt, wie z.B. Sam, der auch bereits gleich am Anfang die Initiative ergreift und sich als Anführer aufspielt. Oder Astrid, die mir einfach etwas zu positiv war. Astrid scheint perfekt zu sein, wunderschön, mit blonden Haaren, sehr klug und hat dann auch noch einen autistischen, kleinen Bruder, um den sie sich immer alleine kümmert. Da hingegen fand ich Quinn wesentlich realistischer. Er ist der beste Freund von Sam, sein ‚Bruder’, wie sie sich gegenseitig ab und zu nennen. Doch er hat auch Angst und zeigt diese und unternimmt daher Aktionen, die ich nicht gutheiße, aber ihn dadurch auch menschlich, realistisch erscheinen lassen.
Am besten hat mir eindeutig Lana gefallen, die lange Zeit alleine ist, bis sie im Laufe des Buches auf Sam und seine Leute trifft und aus den beiden Handlungssträngen nur noch einer wird.
Die Situation, in der sie sich plötzlich befinden, ist alles andere als einfach und so reagieren auch die anderen Kinder. Anfangs können sie das alles nicht glauben und laufen nach Hause um nach ihren Eltern zu suchen, die sie aber natürlich nicht finden können. Daraufhin müssen sie versuchen, irgendwie alleine klar zu kommen, was allerdings schwerer ist, als es sich anhört. Sam, Quinn und Astrid werden vor allem von den Schlägertypen um Orc und Howard davon gestört. Als die Coates Schüler eintreffen und Regeln aufstellen, scheint die Situation endgültig zu eskalieren, denn Verstöße gegen die Regeln werden hart bestraft. Viele der Kinder wissen, dass viel Unrecht geschieht, doch aus Angst schweigen die meisten und schauen weg und versuchen, nicht weiter aufzufallen, was aber nicht so einfach ist, wenn man ‚die Kraft’ hat.
Das Buch lässt sich definitv mit einem Wort beschreiben: Spannend. Ich habe die 500 Seiten in kürzester Zeit verschlungen, selbst Essen oder andere ‚wichtige’ Tätigkeiten wurden vergessen, denn ich wollte einfach nur wissen, wie es weitergeht. Ich habe mich gleichzeitig gegruselt und hatte Angst, aber ich konnte dennoch nicht aufhören zu lesen.
Beim Lesen habe ich mich auch oft an die Bücher „The Stand – Das letzte Gefecht“ von Stephen King und „Lord of the Flies“ von William Golding erinnert gefühlt, auch wenn „Verloren“ natürlich nicht als eine Kopie der erwähnten Bücher erscheint. In „The Stand“ hat ein Virus den Großteil der Menschen dahingerafft und die, die übrig sind, rüsten sich für den Kampf zwischen Gut und Böse. Diese Vorstellung findet man auch hier wieder, auch wenn es in diesem Fall nur Kinder sind.
„Lord of the Flies“ hingegen handelt von vielen Kindern, die auf einer einsamen Insel landen und sich selbst organisieren müssen um zu überleben – was auch definitiv auf „Verloren“ passt.
Die Aufmachung des Buches gefällt mir sehr. Das Cover ist zwar schwarz, aber durch die neongelbe Schrift und einem eben ‘verloren’ wirkenden Menschen im ‘O’ und dem gelben Buchschnitt wirkt es dennoch interessant und vorallem unheimlich – was zum Inhalt gut passt. Sobald ein neues Kapitel anfängt, steht eine Minutenangabe dabei, wie lange es noch dauert, bis auch Sam 15 Jahre wird. Das hat die Spannung nochmal zusätzlich angeheizt, denn die Zeit läuft gegen Sam und mit voranschreitender Seitenzahl nähert sich der Leser auch gleichzeitig der Stunde X.
Zwar hat mich anfangs diese übersinnliche Komponente ziemlich gestört, doch die überaus spannende und mitreißende Geschichte hat das im Laufe des Buches mehr als wett gemacht, sodass ich mich auf die weiteren Bände dieser Reihe sehr freue und ich bin gespannt, was sich der Autor noch alles ausgedacht hat.
Possibly Related Posts:
- REZENSION: Cecelia Ahern – Ich schreib dir morgen wieder
- REZENSION: Lea Korte – Die Maurin
- REZENSION: Carlos Ruiz Zafón – Der Fürst des Nebels
- REZENSION: Walter Moers – Ensel und Krete
- REZENSION: Gerd Ruebenstrunk – Arthur und der Botschafter der Schatten



Aber anscheinend sind sie inhaltlich unabhängig voneinander…wenigstens etwas. Oder wisst ihr genaueres darüber??)










Letzte Kommentare