Tag Archive for 'Jugendbuch'

REZENSION: Michael Grant – Verloren

Infos:
Titel der Originalausgabe: Gone
Band innerhalb der Reihe: Gone 01
Genre: Jugendbuch
Übersetzung: Verloren
Verlag: Ravensburger Buchverlag
ISBN: 978-3-473-35316-3
Seiten: 501
Preis: 17,95

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Der Inhalt klang spannend.

Kurzbeschreibung vom Verlag:

Sams Welt steht Kopf. Alle, die älter als fünfzehn Jahre sind, verschwinden mit einem Mal spurlos. Gleichzeitig erscheint eine gigantische Mauer, die seine Kleinstadt umschließt und von der Außenwelt abschottet. Nun sind die Kids auf sich allein gestellt. Ein erbitterter Kampf ums Überleben beginnt. Doch Sam muss noch etwas anderes bekämpfen: seine Angst. Denn in genau 299 Stunden und 54 Minuten wird er selbst fünfzehn …

Meine Rezension:

Es ist ein ganz normaler (Schul)Tag in Perdido Beach.. Sam und seine Klasse haben gerade die 5. Schulstunde, Geschichte, bis plötzlich das Unfassbare passiert. Denn von einer Sekunde auf die andere ist plötzlich ihr Lehrer verschwunden. Doch nicht nur der Lehrer, sondern wie sich wenige Minuten später herausstellt, sind alle Erwachsene und Jugendliche, die über 15 Jahre alt sind, ebenfalls ‚verpufft’, wie es viele Kinder ausdrücken. Zusammen mit dem Verschwinden der Erwachsenen und älteren Jugendlichen, taucht eine „Wand“, eine Barriere auf, die man nicht überwinden kann und somit ein größeres Gebiet von der Außenwelt abgeschnitten ist.
Bevor Panik ausbrechen kann, versuchen Sam und seine Freunde Quinn und Astrid die anderen, vor allem die kleinen Kinder zu beruhigen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn die Schlägertypen um Orc und Howard versuchen, die anderen einzuschüchtern. Die Lage bessert sich nicht, als wenige Stunden später ein Konvoi aus BMWs eintrifft. Aus den Autos steigen die Schüler der Coates Academy, eine Privatschule für Reiche, die zusammen mit Sam und den anderen versuchen wollen, das Beste aus der Situation zu machen. Denn die Zeit läuft weiter und Sam wird in wenigen Tagen auch 15 Jahre… Allerdings ist das nicht das einzige Ungewöhnliche, was in Perdido Beach vor sich geht, denn einige Kinder entwickeln auf einmal „Superkräfte“, wie Sachen durch die Luft zu schleudern, Feuerbälle um sich zu werfen oder jemanden heilen zu können.
Ein anderer Handlungsstrang spielt um Lana und ihrem Hund Patrick, die einen schweren Unfall inmitten der Einöde hatten, zusammen mit ihrem Großvater, der jedoch auch bereits verschwunden ist.
Zusammen schleppen sich die beiden zu einer kleinen Hütte eines Einsiedlers, die momentan leer steht. Dort treffen sie kurze Zeit später auf einen sprechenden Kojoten…

„Verloren“ ist der erste Band einer Trilogie um ein sehr spannendes und interessantes Szenario, das Michael Grant erschaffen hat. Allerdings hatte ich mir das Buch etwas anders vorgestellt. Denn wenn man den Klappentext, etc. dazu liest, ist eigentlich immer nur davon die Rede, dass eben diese Barriere auftaucht und alle Personen über 15 Jahre verschwinden. Daher habe ich mit einer relativ „realistischen“ Geschichte gerechnet und ich war im Nachhinein etwas enttäuscht, als plötzlich die Rede von irgendwelchen Kräften war, die viele Kinder besitzen, aber nicht alle. Sicherlich eine spannende Idee, aber anfangs war es erstmal ziemlich gewöhnungsbedürftig. Und leider hat sich die Geschichte auch dahin entwickelt, dass diese Kräfte ‚wichtig’ für den weiteren Verlauf des Buches sind.

Der Autor verschwendet keinerlei Zeit für ‘Vorgeplänkel’, sondern beginnt sein Buch gleich mit dem Verschwinden der Erwachsenen und konfrontiert die Schüler und damit gleichzeitig den Leser sofort mit dieser Situation.
Die Charaktere haben mir insgesamt gut gefallen – auch wenn mir manche Personen einfach zu ‚böse’ oder ‚gut’ erschienen und ich mir da eine bessere Ausarbeitung gewünscht hätte.
Mehrere Personen stehen im Mittelpunkt, wie z.B. Sam, der auch bereits gleich am Anfang die Initiative ergreift und sich als Anführer aufspielt. Oder Astrid, die mir einfach etwas zu positiv war. Astrid scheint perfekt zu sein, wunderschön, mit blonden Haaren, sehr klug und hat dann auch noch einen autistischen, kleinen Bruder, um den sie sich immer alleine kümmert. Da hingegen fand ich Quinn wesentlich realistischer. Er ist der beste Freund von Sam, sein ‚Bruder’, wie sie sich gegenseitig ab und zu nennen. Doch er hat auch Angst und zeigt diese und unternimmt daher Aktionen, die ich nicht gutheiße, aber ihn dadurch auch menschlich, realistisch erscheinen lassen.
Am besten hat mir eindeutig Lana gefallen, die lange Zeit alleine ist, bis sie im Laufe des Buches auf Sam und seine Leute trifft und aus den beiden Handlungssträngen nur noch einer wird.
Die Situation, in der sie sich plötzlich befinden, ist alles andere als einfach und so reagieren auch die anderen Kinder. Anfangs können sie das alles nicht glauben und laufen nach Hause um nach ihren Eltern zu suchen, die sie aber natürlich nicht finden können. Daraufhin müssen sie versuchen, irgendwie alleine klar zu kommen, was allerdings schwerer ist, als es sich anhört. Sam, Quinn und Astrid werden vor allem von den Schlägertypen um Orc und Howard davon gestört. Als die Coates Schüler eintreffen und Regeln aufstellen, scheint die Situation endgültig zu eskalieren, denn Verstöße gegen die Regeln werden hart bestraft. Viele der Kinder wissen, dass viel Unrecht geschieht, doch aus Angst schweigen die meisten und schauen weg und versuchen, nicht weiter aufzufallen, was aber nicht so einfach ist, wenn man ‚die Kraft’ hat.

Das Buch lässt sich definitv mit einem Wort beschreiben: Spannend. Ich habe die 500 Seiten in kürzester Zeit verschlungen, selbst Essen oder andere ‚wichtige’ Tätigkeiten wurden vergessen, denn ich wollte einfach nur wissen, wie es weitergeht. Ich habe mich gleichzeitig gegruselt und hatte Angst, aber ich konnte dennoch nicht aufhören zu lesen.
Beim Lesen habe ich mich auch oft an die Bücher „The Stand – Das letzte Gefecht“ von Stephen King und „Lord of the Flies“ von William Golding erinnert gefühlt, auch wenn „Verloren“ natürlich nicht als eine Kopie der erwähnten Bücher erscheint. In „The Stand“ hat ein Virus den Großteil der Menschen dahingerafft und die, die übrig sind, rüsten sich für den Kampf zwischen Gut und Böse. Diese Vorstellung findet man auch hier wieder, auch wenn es in diesem Fall nur Kinder sind.
„Lord of the Flies“ hingegen handelt von vielen Kindern, die auf einer einsamen Insel landen und sich selbst organisieren müssen um zu überleben – was auch definitiv auf „Verloren“ passt.

Die Aufmachung des Buches gefällt mir sehr. Das Cover ist zwar schwarz, aber durch die neongelbe Schrift und einem eben ‘verloren’ wirkenden Menschen im ‘O’ und dem gelben Buchschnitt wirkt es dennoch interessant und vorallem unheimlich – was zum Inhalt gut passt. Sobald ein neues Kapitel anfängt, steht eine Minutenangabe dabei, wie lange es noch dauert, bis auch Sam 15 Jahre wird. Das hat die Spannung nochmal zusätzlich angeheizt, denn die Zeit läuft gegen Sam und mit voranschreitender Seitenzahl nähert sich der Leser auch gleichzeitig der Stunde X.

Zwar hat mich anfangs diese übersinnliche Komponente ziemlich gestört, doch die überaus spannende und mitreißende Geschichte hat das im Laufe des Buches mehr als wett gemacht, sodass ich mich auf die weiteren Bände dieser Reihe sehr freue und ich bin gespannt, was sich der Autor noch alles ausgedacht hat.

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REZENSION: Carlos Ruiz Zafón – Der Fürst des Nebels

Infos:
Titel der Originalausgabe: El príncipe de la niebla
Band innerhalb der Reihe: Nebel-Trilogie Band 1
Genre: Jugendbuch
Übersetzung: Der Fürst des Nebels
Verlag: FJB (Fischer)
ISBN: 978-3-8414-4001-3
Seiten: 270
Preis: 16,95

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Der Schatten des Windes” gehört zu meinen Lieblingsbüchern und daher sind seine anderen Bücher nach und nach auch in meine Regale gewandert…

Kurzbeschreibung des Verlags:

In »Der Fürst des Nebels« fliehen Max und seine Familie vor dem tobenden Krieg. Ein altes Haus am Meer verheißt Frieden und Sicherheit. Doch schon bald legt sich ein dunkler Schatten über den Zufluchtsort, als Max erfährt, dass der Sohn der ehemaligen Bewohner unter mysteriösen Umständen ertrunken ist. Eine geheimnisvolle Macht bedroht nun auch das Leben seiner Familie. Als er mit seinem neuen Freund Roland zum Wrack der Orpheus taucht, kann Max förmlich fühlen, wie etwas Schreckliches in der Tiefe lauert. Gibt es eine Verbindung zum finsteren »Fürst des Nebels«, von dem der Leuchtturmwärter erzählt? Und hat der ihnen wirklich alles gesagt?
Als Max erkennt, welch grauenvolle Gefahr wirklich droht, hat sich bereits ein Sturm zusammengebraut: etwas lange Totgeglaubtes erhebt sein Haupt und macht sich auf die Jagd.

Meine Rezension:

Es ist das Jahr 1943 und während der zweite Weltkrieg tobt, muss Max mit seinen Eltern und seinen Schwestern Alicia und Irina aus der Stadt in ein kleines Fischerdörfchen ziehen. Zuerst ist niemand so recht begeistert davon, doch da sie es geahnt haben, nehmen sie den Beschluss des Vaters resigniert wahr, nur Max ist sprachlos und möchte das nicht wahrhaben. Doch es hilft alles nichts und Max muss mit ihnen in das verschlafene Dörfchen ziehen. Doch das Örtchen wirkt von Anfang an sehr seltsam auf alle, da ist zum einen die Katze, die Irina gefunden hat und behalten will, die Max immer so komisch anstarrt oder aber auch der Skulpturengarten, den er sich auf eigene Faust genauer ansieht. Und dann noch die Tatsache, dass die Familie, die vorher in dem Haus gewohnt hat, weggezogen ist, als ihr Sohn ertrunken ist.
Nach kurzer Zeit lernt Max Roland, den Enkel des Leuchtturmwärters, kennen und freundet sich mit ihm an. Sie tauchen zusammen zu einem alten Wrack im Meer und auch Alicia ist von dem jungen Mann, der damit rechnet, im Herbst in den Krieg ziehen zu müssen, hingerissen.
Doch auch da zeigt sich schnell, dass irgendetwas Geheimnisvolles vor sich geht. Und so erzählt ihnen der Leuchtturmwärter eine Geschichte über Cain, dem Fürst des Nebels…

Nachdem ich vor Jahren “Der Schatten des Windes” begeistert gelesen habe, habe ich mich lange nicht getraut, noch ein Buch von Zafón in die Hand zu nehmen. Zwar haben sich zwischenzeitlich drei Bücher von ihm hier angesammelt, aber da ich Zafón als großartigen Autor in Erinnerung hatte, wollte ich mir das nicht eventuell vermiesen. Bis jetzt, dann hat schlussendlich doch die Neugier überwogen und ich bin zum Glück nicht enttäuscht worden.
Der Fürst des Nebels” hat weniger als 300 Seiten, daher spielen nur wenige Personen eine Rolle. Max und seine vierköpfige Familie, Roland und sein Großvater sind die wichtigsten Personen, mit denen die Geschichte auskommt, was aber vollkommen genügt.
Nichtsdestotrotz mogelt nämlich auch die große Schrift ein paar Seiten dazu und daher waren mir die Charaktere noch ein wenig zu oberflächlich. Es werden ein, zwei Andeutungen gemacht bezüglich der Vergangenheit der Personen, doch dabei bleibt es und es wird nicht weiter ausgeführt, was ich schade finde und das Buch durchaus noch Potential hat. Allerdings ist dies auch der erste Roman von Zafón.
Ansonsten ist es aber eine überaus spannende und wunderbare Geschichte. Max ist mir mit seinen 13 Jahren sofort sympathisch. Auch die kleine Liebesgeschichte, die sich langsam zwischen Alicia und Roland angebahnt hat, fand ich sehr schön beschrieben.
Bereits nach wenigen Seiten wird dem Leser klar, dass das keine heitere Geschichte wird. Zwar wird der Krieg nicht allzusehr thematisiert, aber dennoch ist die Stimmung des Buches durchweg unheimlich und düster. Der Spannungsbogen steigt von Anfang an und man fragt sich, was da wohl auf einen zukommen mag.
Das Ende hat mich dann doch ziemlich mitgenommen, traurig gestimmt und ein paar Tränen sind auch geflossen, obwohl man es sich so bereits denken konnte. Aber trotz der Vorhersehbarkeit war dies für mich das richtige Ende, ein anderes Ende hätte mir vermutlich nicht gefallen.

Der Schreibstil hat mich von der ersten Seite an begeistert und in die Welt von Max eintauchen lassen. Einerseits wollte ich weiterlesen um zu wissen was passiert, andererseits aber auch innehalten und Zafóns Stil genießen.
Das Cover finde ich sehr ansprechend. Es wirkt sehr düster und man kann deutlich den Leuchtturm und das Schiffswrack erkennen, was beides im Buch eine Rolle spielt.

Auch in seinem Erstling “Der Fürst des Nebels” beweist Zafón, dass er ein großartiger Erzähler ist, der mit eigentlich wenig Inhalt eine wunderbare Geschichte schreiben kann. Doch durch kleine Mängel kann ich leider nicht die volle Punktzahl geben, aber dennoch freue ich mich nun auf die restlichen Bücher von Zafón, die ich noch vor mir habe.

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REZENSION: Gerd Ruebenstrunk – Arthur und der Botschafter der Schatten

Infos:
Titel der Originalausgabe: Arthur und der Botschafter der Schatten
Band innerhalb der Reihe: Arthur Band 2
Genre: Jugendbuch
Übersetzung: -
Verlag: arsEdition
ISBN: 978-3-7607-5190-0
Seiten: 411
Preis: 16,95

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Nachdem mir Band 1 so gut gefallen hatte, wollte ich auch noch den 2. Band lesen.

Kurzbeschreibung des Verlags:

Als Arthur zum zweiten Mal in seinem Leben auf den mysteriösen Pontus Pluribus trifft, ahnt er, dass den »Vergessenen Büchern« erneut Gefahr droht. Zudem erhält Larissa eine geheimnisvolle Nachricht – sind ihre Eltern etwa doch noch am Leben? Ein rätselhaftes Schattenwesen verspricht Larissa eine Antwort auf diese Frage – doch erst muss sie das »Buch der Wege« finden.

Meine Rezension:

Achtung! Dies ist der 2. Teil einer Reihe, daher wäre es besser, nur weiterzulesen, wenn man den vorherigen Band kennt! Spoilergefahr!

Nachdem letzten Abenteuer von Larissa und Arthur ist fast ein Jahr vergangen und alles geht wieder seinen normalen Gang. Arthur wohnt und arbeitet wieder im Buchladen des Bücherwurms, während seine Eltern weggefahren sind. Doch plötzlich steht ein alter Bekannter vor ihm: Pontus Pluribus. Er warnt Arthur vor den Schatten, die in Aufruhr sind und dass sich da etwas zusammenbraut.
Währendessen erhält Larissa eine geheimnisvolle Nachricht, dass sie sich mit einem der Schatten treffen soll, der näheres über ihre Eltern weiß. Sind sie vielleicht gar nicht tot? Gemeinsam mit Arthur geht sie zu dem Treffen und schon müssen sich Larissa und Arthur wieder auf die Suche nach einem der vergessenen Bücher machen: Dem Buch der Wege. Doch das ist eines der “grauen” Bücher, eines der unbekannten Bücher, über das niemand so wirklich etwas weiß… Die erste Spur führt sie nach Córdoba…

Auch mit dem zweiten Band, indem Arthur und Larissa wieder die Hauptpersonen spielen, ist dem Autor ein wirklich tolles, spannendes und aufregendes Buch gelungen, was zugleich auch sehr lehrreich ist. Jedoch muss ich sagen, im Vergleich zu Band eins hat es mir etwas weniger gut gefallen.

Der Autor verschwendet nicht viel Zeit zum Wiederholen der wichtigen Sachen aus Band eins, sondern fängt direkt mit der Geschichte an. Ab und zu lässt er zwar nötige Hinweise aus dem ersten Band in die Geschichte einstreuen, aber doch eher beiläufig, sodass es nicht den Lesefluss stört.
Wie auch bereits in Band eins reisen Larissa und Arthur auch hier wieder in zwei Städte, Córdoba und Dubrovnik, erkunden diese und als Leser erfährt man auch so sehr viel Wissenswertes darüber, sodass man selbst Lust bekommt, diese Orte mal auf eigene Faust zu erkunden. Auch schön, dass es sich hier nicht um gewöhnliche Orte wie London, Barcelona oder ähnliches handelt, sondern eher um Orte über die man nicht täglich etwas liest oder hört und dementsprechend auch nicht viel darüber weiß. Selbst als erwachsener Leser kann man so viel lernen.
Besonders die Zeit in Córdoba hat mir hier am meisten Spaß gemacht, zumal man dann noch etwas mehr über die vergessenen Bücher erfahren hat.
Kurze Zeit später in Dubrovnik angekommen, gab es dann für mich leider ein wenig zu viele Zufälle und ich habe mich mehr als einmal gefragt, ob mir der Lauf, der die Geschichte da einschlägt wirklich gefällt. Auch die Verfolgungsjagden haben mich ein wenig zu sehr an den ersten Band erinnert.
Doch was mir hier noch positiv aufgefallen ist, dass Larissa und Arthur bereits am Anfang ihrer Reise mit allerhand technischem Schnickschnack ausgestattet werden um das Buch der Wege zu finden. Denn trotz der historischen Orte, spielt dieses Buch immernoch in unserer heutigen Zeit, wo selbst bei dem Großteil der Jugendlichen ein aktuelles Handy nicht mehr wegzudenken ist. Dies hat ihnen zwar bei der Suche etwas geholfen, doch wie man später merkt, doch nicht ganz problemlos ist.

Die Charaktere haben mir hier besser gefallen als in Band eins. Larissa und Arthur wirken hier schon etwas reifer, auch wenn sie natürlich oft sehr kindlich reagieren.
Larissa, die jahrelang davon ausging, dass ihre Eltern tot sind, wird hier völlig davon überrascht, dass sie womöglich doch noch Eltern hat. Während Arthur versucht, auf seinen Verstand zu hören, ist Larissa hier mehr der Gefühlsmensch. Sie will wissen, was mit ihren Eltern ist und dafür würde sie auch das Buch der Wege hergeben, was Arthur natürlich nicht verstehen kann. Larissa war, wie ich fand, in Band eins eher diejenige, die mehr auf den Kopf gehört hat, nicht viel Vertrauen hatte und mehr Interesse für Technik als für andere, normale Dinge in ihrem Alter hat. Hier hingegen wird das etwas durchgerüttelt, Larissa zeigt mehr menschliche Schwächen und Angst, ihre Eltern nochmal zu verlieren oder dass sich alles als Lüge herausstellt. Dementsprechend “zickig” reagiert sie oft auf Arthur, der nicht immer ruhig bleiben kann, sodass es auch oft zu Streitereien zwischen ihnen kommt, aber, was ich sehr schön fand, sie eben dadurch auch merken, dass sie sich dennoch wichtig sind. Ab und zu habe ich auch wirklich bewundert, wie Arthur so ruhig bleiben kann, denn er hat zwar Eltern, aber diese sind lieber unterwegs als mit ihm etwas zu unternehmen und er dadurch, wie Larissa, auch kein “richtiges” Familienleben hat.

Der Schreibstil hat mir auch hier wieder sehr gut gefallen. Die Geschichte wird weiterhin aus Arthurs Sicht erzählt.
Die Aufmachung des Buches ist wieder mehr als gelungen. Da es sich hier um den Teil einer Reihe handelt, bin ich froh, dass die Bände bisher sehr ähnlich gestaltet sind. Während Band eins in ein schickes grün gehüllt ist, ist Band zwei dunkelblau, aber auch wieder mit goldfarbener Schrift und goldenen Schnörkeln gestaltet. In der Mitte des Covers sowie im Buch gibt es viele schöne schwarz/weiß Zeichnungen, die mir sehr gefallen haben. Außerdem sind hier zwei Karten drin, eine für Córdoba, eine für Dubrovnik, was mein Herz schon beim Buchaufschlagen höher schlagen ließ.
Wie im ersten Band ist auch hier wieder ein Lesebändchen vorhanden, diesmal in dunkelblau.

Nichtsdestotrotz ist auch der zweite Band um Arthur ein sehr gelungenes Jugendbuch mit tollen, glaubwürdigen Charakteren und einem spannenden Abenteuer.
Und nun warte ich gespannt, bis der dritte Teil erscheint und freue mich, ein hoffentlich nochmal so tolles Abenteuer mit Larissa und Arthur erleben zu dürfen.

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Ich lese gerade…

Langsam geht’s bergauf mit mir und die Leselust kommt wieder! Aber möglicherweise liegt das auch an meinem aktuellen Buch. Nachdem ich “Der Schatten des Windes” immernoch soo liebe, habe ich mich bisher nicht getraut, noch etwas von Carlos Ruiz Zafón zu lesen. Daher liegt neben der HC-Ausgabe von “Das Spiel des Engels“, auch “Der dunkle Wächter” und “Der Fürst des Nebels” ungelesen hier rum.
Aber vorallem durch Nina bestärkt, habe ich mir “Der Fürst des Nebels” geschnappt und angefangen zu lesen – wunderbar! Nur blöd, dass es so schnell durchgelesen ist… *liebe*

Carlos Ruiz Zafón – Der Fürst des Nebels

Carlos Ruiz Zafóns legendärer erster Roman – neu übersetzt und fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Ein frühes Meisterstück dieses begnadeten Erzählers.
In »Der Fürst des Nebels« fliehen Max und seine Familie vor dem tobenden Krieg. Ein altes Haus am Meer verheißt Frieden und Sicherheit. Doch schon bald legt sich ein dunkler Schatten über den Zufluchtsort, als Max erfährt, dass der Sohn der ehemaligen Bewohner unter mysteriösen Umständen ertrunken ist. Eine geheimnisvolle Macht bedroht nun auch das Leben seiner Familie. Als er mit seinem neuen Freund Roland zum Wrack der Orpheus taucht, kann Max förmlich fühlen, wie etwas Schreckliches in der Tiefe lauert. Gibt es eine Verbindung zum finsteren »Fürst des Nebels«, von dem der Leuchtturmwärter erzählt? Und hat der ihnen wirklich alles gesagt?
Als Max erkennt, welch grauenvolle Gefahr wirklich droht, hat sich bereits ein Sturm zusammengebraut: etwas lange Totgeglaubtes erhebt sein Haupt und macht sich auf die Jagd.

1. Satz
Nie würde Max jenen Sommer vergessen, in dem er beinahe zufällig die Magie entdeckte.

(Auch wenn sich mir noch immer nicht erschließt, warum der Verlag die Bände der Nebel-Trilogie in dieser ungewöhnlichen Reihenfolge herausgebracht hat *whatever* Aber anscheinend sind sie inhaltlich unabhängig voneinander…wenigstens etwas. Oder wisst ihr genaueres darüber??)

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Ich lese/höre gerade…

Aktuell lese ich nichts, aber ich hoffe, dass mich mein Kopf bald wieder etwas lesen lässt und dann werde ich mit “Sturmwelten 2. Unter schwarzen Segeln” von Christoph Hardebusch anfangen.

Die Reise ins Unbekannte beginnt! Während das schwarze Schiff unerreichbar verloren scheint, verdunkelt sich der Himmel über den Sturmwelten. Eine unglaubliche Flut kündigt sich an, in Corbane bricht ein Sturm los, der alles hinwegzufegen droht. In dieser gefährlichen Zeit schlägt erneut die Stunde des Freibeuters Jaquento. Gemeinsam mit der Offizierin Roxane sticht er in See, um eine magische Katastrophe abzuwenden … Mit „Sturmwelten – Unter schwarzen Segeln“ legt Christoph Hardebusch den zweiten Roman seiner atemberaubenden Saga vor – Abenteuer-Fantasy der neuen Generation!

1. Satz
An die stets wiederkehrenden Schreie hatte er sich längst gewöhnt.

Außerdem noch mit “Skulduggery Pleasant 2. Das Groteskerium kehrt zurück” von Derek Landy. Immerhin muss ich es am Wochenende meinem Freund mitgeben *lach*

Nein, ein normales Leben führt die 13-jährige Stephanie Edgley nicht. Während ihre Freundinnen sich zu Pyjamapartys treffen, verbringt sie ihre Zeit mit einem lebendigen Skelett. Um die Welt zu retten, versteht sich. Denn Stephanie und Skulduggery Pleasant stehen erneut vor einem knochenharten Fall: Baron Vengeous, einer der gefährlichsten Gegenspieler Skulduggerys, ist aus dem Gefängnis geflohen. Er hat einst ein Wesen geschaffen, das die Macht besitzt, die Gesichtslosen zurückzuholen. Nun will der Baron jenes Wesen erwecken – und somit den Weg für das Böse ebnen …

1. Satz
Walküre Unruh taumelte gegen die Brüstung, verlor das Gleichgewicht und war mit einem entsetzten Keuchen von der Bildfläche verschwunden.

Aber wenigstens komme ich momentan mehr zum hören und zwar aktuell zu “Für immer d.i.s.c.o.” von Thomas Hermanns. Ein Tipp von Steffie, und ich werde zum Hermanns-Fan *lach*

INHALT
»Meine Geschichte der Discomusik ist untrennbar von der Geschichte meines Erwachsenwerdens in der deutschen Provinz der siebziger Jahre, dem Umzug in die Großstadt und meinem Weg raus in die große Welt. Es ist eine Liebesgeschichte zwischen mir und einer Art zu fühlen, zu tanzen und zu leben, die mich nie verlassen hat. Von damals bis heute: I feel love!«
Thomas Hermanns ist ein Kind der Disco-Ära und kennt das Phänomen Disco wie kein zweiter. Schon 1977, als »Saturday Night Fever« herauskam, stand er in seinem Jugendzimmer in Nürnberg-Langwasser unter den Postern von John Travolta, Abba und Amanda Lear und träumte davon, einmal im Studio 54 mit Bianca Jagger und Andy Warhol den Hustle tanzen zu dürfen. Hier beschreibt er sein doppeltes Coming-out als Mensch und Disco-Fan, den Soundtrack seiner Jugend und alles was man darüber wissen muss.

1. Satz
Die Wahrheit, über die 70er Jahre vor der Ankunft der Discowelt in der deutschen Provinz, war brutal.

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REZENSION: Kai Meyer – Die Wellenläufer

Infos:
Titel der Originalausgabe: Die Wellenläufer
Band innerhalb der Reihe: Wellenläufer-Trilogie
Genre: Jugendfantasy
Übersetzung: -
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-6456-1
Seiten: 379
Preis: 9,95

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Nuja, Kai Meyer zählt mittlerweile zu meinen Lieblingsautoren. Das sagt wohl alles ;)

Kurzbeschreibung des Verlags:

Ein magisches Beben erschüttert die Küsten der Karibik. In den Piratenhäfen werden Kinder mit einem besonderen Talent geboren: Sie können über Wasser gehen.
Vierzehn Jahre später glaubt Jolly, dass außer ihr keine Wellenläufer mehr leben. Bis sie Munk begegnet. Auch er geht auf dem Meer – und kann aus Muscheln einen uralten Zauber wirken. Beide erwartet ein finsteres Schicksal: Mitten im Atlantik dreht sich ein gewaltiger Mahlstrom, dessen Boten Verderben über die Inseln bringen – und Jagd auf die Wellenläufer machen. Nur Jolly und Munk können den Strudel zwischen den Welten schließen. Aber der Weg dorthin ist lang, gefahrvoll und wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellen.

Meine Rezension:

Jolly ist ein 14jähriges Mädchen, die unter Piraten aufgewachsen ist. Ihre Heimat ist das Meer, und so trifft es sich gut, dass sie eine “Quappe” ist, die Letzte, wie ihr immer erzählt wird. Quappen sind Menschen, die die Fähigkeit besitzen über das Wasser laufen zu können. Sie liebt ihr Leben bei den Piraten der “Mageren Maddy” und unter dem Kapitän Bannon und kann sich kein besseres Leben vorstellen.
Munk, der andere Protagonist in diesem Roman, hingegen lebt mit seinen Eltern auf einer kleinen Insel. Sie haben eine Tabakfarm, doch Munk sehnt sich nach etwas Größerem, er will Abenteuer erleben, in die weite Welt hinaus und verkriecht sich gerne ans Meer um seinen Träumereien nachzuhängen, doch seine Eltern sehen das als “unnütz” an und können ihren Jungen nicht verstehen. Munk ist auch eine Quappe, doch das darf niemand wissen, und seine Eltern haben ihm verboten über das Wasser zu gehen.
Als nach einer Seeschlacht Jolly in einer Galeonsfigur an den Strand gespült wird, wird sie von Munk gefunden und gerettet und damit beginnt das erste Abenteuer für Munk, denn Jolly will sich auf die Suche nach Bannon und der restlichen Piratenmannschaft machen…

Ich muss sagen, das Buch habe ich mir eigentlich nur gekauft, weil “Kai Meyer” draufsteht und es ein Fantasybuch ist. Ich hatte keine Ahnung worum es geht, selbst vor dem Lesen nicht, und ich wurde sehr positiv überrascht.
Wenn man Kai Meyer kennt, weiß man eigentlich, dass er sich für seine Bücher immer etwas anderes ausdenkt und so auch hier. Diesmal spielen Piraten, für die ich momentan eine große Schwäche entwickle, eine große Rolle, ebenso wie das Meer. Allein diese Beschreibungen haben mich begeistern können.
Aber nicht nur das, sondern auch die ganzen anderen Wesen, die Kai Meyer in die Geschichte einbaut. Da sind die Klabautermänner, ein Orakel oder aber der Geisterhändler. Etwas was mir überaus gut gefiel, war die Muschelmagie, an der sich Munk oft übt.

Mit Munk und Jolly hat Kai Meyer zwei Figuren geschaffen, die ich sehr authentisch finde. Beide etwa 14 Jahre alt, agieren sie ihrem Alter entsprechend.
Jolly, die kein anderes Leben als das Piratenleben kennt, ist daher natürlich mutig, aufgeweckt, wie man es erwartet, aber durch die neue Situation und die Angst, Bannon verloren zu haben, wirkt sie auch verletzlich und begeht Fehler.
Auch Munk ist alles andere als perfekt. Dadurch, dass ihm seine Eltern verboten haben, auf dem Wasser zu gehen, fehlt ihm die Übung darin. Die Muschelmagie beherrscht er dagegen besser, aber dennoch hat er damit auch ein paar Probleme.
Wie von Kai Meyer gewöhnt, sind auch die Nebenpersonen schön beschrieben und ausgearbeitet, von denen mir vorallem die Piratenprinzessin Soledad gefallen hat.
Die Wellenläufer” ist der erste Band einer Trilogie, daher bleiben noch viele Fragen offen und auch gibt es am Ende einen großen Cliffhanger, der die Spannung auf die weiteren Romane der Reihe nur steigert.
Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen, der Schreibstil zaubert schöne Bilder im Kopf, sodass man sich selbst fühlt, als wäre man gerade in der Karibik.

Mit “Die Wellenläufer” ist Kai Meyer wieder ein fantastischer Jugendroman gelungen, in einem außergewöhnlichen, maritimen Setting mit Piraten bei dem ich voll auf meine Kosten gekommen bin und nun freue ich mich schon sehr auf die weiteren Bände dieser Trilogie, die sicherlich nicht lange subben werden.

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REZENSION: Michelle Lovric – Melodie der Meerjungfrauen

Infos:
Titel der Originalausgabe: The undrowned child
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Jugendbuch
Übersetzung: Melodie der Meerjungfrauen
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-6870-5
Seiten: 511
Preis: 18,90

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Die Nina hatte das Buch im Twitter gezeigt und wegen dem Cover und MEERJUNGFRAUEN wollte ich es haben…

Kurzbeschreibung des Verlags:

Im Sommer 1899 erfüllt sich Teos größter Wunsch. Sie reist mit ihrer Familie nach Venedig, in die Stadt der Gondeln, Kanäle und Palazzi. Doch der Anlass der Reise ist ernst: Venedig droht im Meer zu versinken und Teos Eltern, zwei Wissenschaftler, sollen nach einer Lösung des Problems suchen. Dass ihr Schicksal eng mit der Lagunenstadt verknüpft ist, ahnt Teo nicht – bis ihr der Schlüssel zur geheimen Stadt in die Hände fällt. Das Buch entführt Teo ins Reich der Meerjungfrauen, wo sie bei einer Tasse Seetangkakao schier Unglaubliches erfährt: Laut einer uralten Prophezeiung soll sie dazu auserwählt sein, Venedig zu retten …

Meine Rezension:

Venedig, 1899.
Die 11jährige Teo, die bereits als Baby adoptiert wurde und deren richtiger Name Teodora lautet, möchte unbedingt nach Venedig reisen. Schon immer zieht es sie in diese Stadt und nun, da Venedig im Sterben liegt, geht ihr Wunsch endlich in Erfüllung.
Ihre Eltern und diese von Maria, die mit auf die Reise geht, sind alle Wissenschaftler, die nach Venedig reisen um zusammen mit anderen nach einem Heilmittel für die Stadt zu suchen.
Während die Wissenschaftler die meiste Zeit auf einem Kongress verbringen, sollen sich Maria und Teo eine schöne Zeit dort machen, doch die beiden Mädchen, die sich nicht leiden können, haben bereits früh miteinander ausgemacht, sich nur abends, wenn sie bei ihren Eltern sind, zusammen zu zeigen und tagsüber alleine durch die Stadt zu ziehen.
Doch es kommt alles anders. Als Teo mit ihren Eltern eine Buchhandlung betritt, fällt ihr ein Buch auf dem Kopf, das sie mitnimmt und sogar ihren Namen kennt. Kurz darauf muss Teo ins Krankenhaus, wo bereits viele kranke Kinder sind, doch auch dort wird sie nicht lange bleiben können.
Als sie schließlich als Geist zwischen-den-Welten herumläuft und nur noch Kinder sie sehen können, trifft sie auf den Jungen Renzo und auf die Meerjungfrauen, die sie endlich über ihre Herkunft aufklären können und ihr erzählen, dass nur sie Venedig vor dem Verräter Bajamonto Tiepolo retten kann…

Wenn man das wunderschöne, freundliche Cover und dazu den Inhalt liest, erwartet man hier eigentlich einen schönen, spannenden Jugendroman. Venedig als Setting ist eine tolle Idee und Meerjungfrauen sind in Fantasyromanen auch eher eine Seltenheit. Doch leider hält weder Inhalt noch Cover, was es verspricht.
Das Buch müsste eigentlich etwa ab 12 Jahren sein, doch verständlicherweise hat sich der Verlag wohl dagegen entschieden, sodass es offiziell keine Altersangabe dazu gibt. Nur leider sollte dem Leser irgendwie klar werden, dass diese Geschichte nicht so schön ist, wie sie klingt, sondern vorallem ziemlich düster und Worte wie “Schlächter” und “aufschlitzen” viel und gerne gebraucht werden.
Der Titel “Melodie der Meerjungfrauen” klingt zwar schön und teilweise passend, doch im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, wenn es dann auch mehr um die Meerjungfrauen gegangen wäre, doch im Mittelpunkt stehen eindeutig Teo, Maria und Renzo.
Zuerst einmal zu den Charakteren. Maria und Teo sind genau gegensätzlich dargestellt. Beide etwa 11 Jahre alt, doch Teo ist schon immer eine Außenseiterin gewesen, weil sie gerne Bücher liest. Maria ist in der “In-Clique” weil alle Jungs sich nach ihr umdrehen, mit ihr flirten und sie sich lieber um Mode und Kosmetik kümmert, als um Schule. Beide haben Probleme mit ihrer Familie. Während Teo bei Adoptiveltern aufwächst und ihre richtige Herkunft nicht kennt, nehmen Marias Eltern sie nicht wirklich wahr – da kann sie noch so aufgetakelt herumlaufen wie sie will. Und da ist eigentlich schon mein erster Kritikpunkt. Es ist zwar “nur” ein Jugendbuch, aber dennoch ist mir die Charakterisierung der Kinder einfach zu einseitig. Nur weil man liest und nicht die neueste Mode trägt, ist man automatisch ein Außenseiter. Außerdem empfinde ich es als ein wenig übertrieben, dass man sich in dem Alter schon in diesem Maße für Kosmetik, Jungs, etc. interessiert. Sicherlich ein wenig, aber das der ganze Lebensinhalt darauf ausgerichtet ist? Nein, das ist mir zu unglaubwürdig.
Renzo ist ein richtiger Venezianer – wie er immer wieder und überaus stolz erwähnt und man als Leser den Gedanken bekommt, dass anscheinend Menschen anderer Herkunft nicht so viel wert wie Venezianer sind und Venezianer sowieso die besseren Menschen. Vorallem diese ewiglichen Vergleiche zwischen Napoletana und Venezianer hat mich sehr gestört.
Die meistgenannten Worte in diesem Buch sind sicherlich “Schlächter” und “aufschlitzen”. Wer sich nicht mit der venezianischen Geschichte auskennt, bekommt ihr gleich zwei gruselige Gestalten aufgetischt, die die Geschichte düsterer machen, als man denkt.
Ich bin was Gewalt, Blut, etc. angeht, sehr abgehärtet, doch hier hat mich die ständige Erwähnungen von “Kehle durchschneiden”, den “kinderfressenden Schlächter”, etc. mehr als gestört und es war einfach nicht mehr schön. Es werden zwar keine Kinder so brutal umgebracht, die meisten sterben dann wohl eher an der Beulenpest, aber dennoch klang das die ganze Zeit über abschreckend und andere, gemäßigtere Worte, hätten da sicherlich auch ausgereicht.
Das Ende war dann auch nicht sehr zufriedenstellend. Eine Schlacht, in der allerhand Gestalten auftauchen über geflügelte Steinlöwen zu Vampiraalen und dann einem zu positiven Ende, das ich schon recht unglaubwürdig empfinde. Auch sehr schade, dass nicht alle Fragen beantwortet wurden.
Der Schreibstil ist recht einfach und er hat mich ab und zu an ein Kinderbuch erinnert. Dennoch sind manche Formulierungen oder Vergleiche ein wenig seltsam, allerdings ist da dann die Frage, ob das eventuell an der Übersetzung liegt.

Doch die Geschichte war nicht nur schlecht, es gibt auch ein paar Sachen, die ich sehr mochte. Zum einen erstmal das Setting, Venedig. Ich war bisher leider noch nie in dieser Stadt, doch je mehr ich davon lese, umso lieber möchte ich da mal hinreisen und es scheint sich wirklich zu lohnen. Da Teo noch nie in dieser Stadt war, erlebt sie diese auch eher wie ein Tourist, was mir gut gefallen hatte.
Auch ist die Gestaltung innen sehr toll. Neben einem blauen Lesebändchen, gibt es eine Karte über Venedig und im Anhang wird erklärt, welche Sehenwürdigkeiten, die im Buch vorkommen, es noch heute zu sehen gibt und auch über die Geschichte Venedigs wird ein wenig berichtet, bzw. etwas sachlicher erklärt als es im Buch dargestellt wird.

Nichtsdestotrotz hat mich “Melodie der Meerjungfrauen” enttäuscht. Der Inhalt klingt spannend, doch die Umsetzung ist leider misslungen. Und vorallem finde ich es schade, dass Cover und die Geschichte wenig zusammenpassen und daher leider andere Erwarungen gestellt werden…

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REZENSION: Gerd Ruebenstrunk – Arthur und die vergessenen Bücher

Infos:
Titel der Originalausgabe: Arthur und die vergessenen Bücher
Band innerhalb der Reihe: Arthur Band 1
Genre: Jugendbuch
Übersetzung: -
Verlag: arsEdition
ISBN: 978-3-7607-3628-0
Seiten: 381
Preis: 16,95

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Der Inhalt klang sehr vielversprechend!

Kurzbeschreibung des Verlags:

Es gibt Bücher, die »anders« sind: Davon weiß Arthur nichts, als er in den Ferien in einem Antiquariat aushilft. Doch dann weiht ihn der Buchhändler in ein Geheimnis ein – und eine beispiellose Jagd beginnt, die Arthurs Leben auf den Kopf stellt! Eine seltene Begabung, von der er nicht die geringste Ahnung hat, macht ihn zur Zielscheibe von Fremden, die besessen sind vom Geheimnis der Vergessenen Bücher. Ob diese mysteriösen Werke tatsächlich existieren? Gemeinsam mit seiner Freundin Larissa folgt Arthur den Spuren nach Amsterdam und Bologna. Und gerät dabei immer tiefer in den Sog eines jahrhundertealten Rätsels…

Meine Rezension:

Arthur ist ein 14jähriger Junge, der seine Zeit am liebsten in der Buchhandlung und Antiquariat von Johann Lackmann verbringt. Seit dem Tag, an dem sein Vater ihn dort hingeführt hatte, ist er regelmäßig dort und schmökert in den Büchern. In den Sommerferien darf Arthur dort sogar aushelfen und wohnt in dieser Zeit bei Lackmanns daheim.
Johann Lackmann, der nur der Bücherwurm genannt wird, muss sich nicht nur um seinen Laden, sondern auch um seine Enkelin, Larissa, kümmern, die genauso alt ist wie Arthur. Während Larissa keine Eltern mehr hat, haben Arthurs Eltern nur sehr wenig Zeit für ihn, sodass es ihnen nicht so viel ausmacht, dass er die meiste Zeit in der Buchhandlung ist.
Eines Tages wird der Bücherwurm in seiner Buchhandlung überfallen und Arthur entdeckt ihn dort, gefesselt. Schnell wird dem Bücherwurm der Grund klar: Es geht um die vergessenen Bücher, die eine große Macht beherbergen. Da er sich nicht selbst darum kümmern kann, machen sich Larissa und Arthur auf die gefährliche Suche nach einem Exemplar der vergessenen Bücher: Das Buch der Antworten.
Ihr erstes Ziel ist Amsterdam, doch ihre Gegner sind ihnen immer dicht auf den Fersen…

Arthur und die vergessenen Bücher” ist eines der Bücher, das mich nicht nur begeistert hat, sondern wo mir beim Lesen richtig warm ums Herz wurde. Nicht nur das Buch wurde liebevoll gestaltet, sondern auch die Geschichte und die Figuren.
Die beiden Hauptpersonen sind hier Larissa und Arthur, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber zusammen dennoch ein tolles Team sind und einander brauchen, um das Abenteuer zu überstehen.
Larissa lebt zwar in einem Haus voller Bücher, aber sie kann damit nichts anfangen – sie interessiert sich mehr für Technik, Computer und dergleichen – wovon hingegen Arthur keine Ahnung und Interesse hat. Larissa ist ein aufgewecktes, mutiges Mädchen, die Arthur zwar oft aus der Patsche hilft, aber ohne ihn dennoch aufgeschmissen wäre.
Arthur hingegen, aus dessen Perspektive das Buch geschrieben wurde, liebt Bücher, er erlebt lieber die Abenteuer im Buch als selbst und so sagt er auch von sich selbst, dass er kein Held ist. Mit Arthur können sich sicher viele Bücherliebhaber identifizieren, so ging es jedenfalls mir.
Was mir auch gut gefiel ist, dass die Personen hier mal ein anderes Alter haben als in den meisten anderen Jugendromanen, dort sind die Personen mind. 16+ und hier sind sie gerade mal 14 Jahre, also noch recht jung und somit kommt die Geschichte auch völlig ohne eine große Romanze aus.
Larissa und Arthur kennen sich bereits seit sie 12 Jahre alt sind und so war es eigentlich ganz amüsant zu lesen, dass sich die Sicht von Arthur auf Larissa während dieser Reise ein wenig ändert.
Neben diesen beiden Protagonisten gibt es dann vorallem noch ihren Gegenpart, Sam und Ham Slivitzky, die die Kinder nie aus den Augen lassen und damit die Spannung immer aufrecht gehalten wird.

Arthur und Larissa bereisen während dieses Buches Amsterdam und Bologna, zwei fremde Städte, durch die sich die Jugendlichen mit Hilfe von anderen durchschlagen müssen und so die Spannung nicht verloren geht. Die Beschreibungen der Städte hat mir sehr gut gefallen und man hat sich gefühlt, als wäre man ebenfalls dort. Außerdem lässt der Autor noch viele historische Fakten über die Städte und Gegenden in die Geschichte miteinfließen, sodass man als Leser dabei sogar noch etwas lernen kann.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Da die Geschichte aus der Sicht von Arthur erzählt wird, ist der Schreibstil seinem Alter entsprechend angepasst, wirkt aber dennoch sehr bildhaft, anspruchsvoll, angenehm und lässt sich überaus flüssig lesen.

Das Cover ist ein echter Hingucker und wunderschön. Grün ist normalerweise nicht meine Farbe, aber hier sieht es dennoch toll aus, vorallem mit der goldenen Schrift und den goldenen, geprägten Ecken wirkt es sehr edel. Auch der Buchrücken ist sehr schön gestaltet, der sicherlich in den Regalen auffallen wird.
Unter dem Titel befindet sich eine schwarz/weiß Zeichnung, die Arthur darstellen soll. Aber auch die Innengestaltung lässt nicht zu wünschen übrig: Es gibt mehrere sehr schöne Illustrationen, die toll zu den jeweiligen Situationen passen. Dazu ist noch ein Lesebändchen in grün vorhanden.

Arthur und die vergessenen Bücher” von Gerd Ruebenstrunk ist ein wunderschöner Auftakt zu einer vielversprechenden Jugendreihe, der mich sehr begeisterte und ich freue mich jetzt schon sehr auf die Folgebände!

Vielen Dank für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares an den arsEdition Verlag.

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REZENSION: Ursula Poznanski – Erebos

Infos:
Titel der Originalausgabe: Erebos
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Jugendthriller
Übersetzung: -
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-6957-3
Seiten: 487
Preis: 14,90

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Die vielen begeisterten Stimmen haben mich neugierig gemacht…

Kurzbeschreibung des Verlags:

In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Als Raubkopie geht es von Hand zu Hand und wer es spielt, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Spielregeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und – wer gegen die Spielregeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten. Merkwürdig ist aber, dass die Aufgaben, die Erebos stellt, nicht in der Welt von Erebos, sondern in der Wirklichkeit ausgeführt werden müssen. Die Fiktion des Spiels und die Realität verschwimmen auf irritierende Weise.
Auch Nick ist süchtig nach Erebos, bis das Spiel ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen. Natürlich führt er diesen Auftrag nicht aus und wird prompt vom Spiel ausgeschlossen. Als auch noch sein bester Freund Jamie schwer verunglückt, begreift Nick: Erebos ist weitaus mehr als nur ein harmloses Computerspiel!

Meine Rezension:

An Nicks Schule geht seit Tagen ein geheimnisvolles Päckchen um. Jeder, der es hat ist begeistert davon und sieht mächtig übernächtigt aus, oft fehlen viele Schüler im Unterricht. Aber es darf niemand etwas darüber erzählen und dementsprechend ist Nick sehr neugierig. Doch dann wird ihm auch endlich dieses Päckchen übergeben, nachdem er sich bereit erklären musste, die Regeln einzuhalten.
Zuhause angekommen packt er es sofort aus und hält ein PC-Spiel mit dem Namen “Erebos” in der Hand. Er installiert es auf seinem PC und fängt an zu spielen.
Erebos” gibt den Spielern u.a. Anweisungen, die sie ausführen müssen um ein höheres Level zu erreichen, doch das besondere hier ist, dass sie diese Aufträge im realen Leben durchführen müssen, z.B. Leute beobachten, Fotos machen oder Sprüche an Wände sprayen. Das Spiel bekommt alles mit und sollte man einen Auftrag nicht erfüllen, wird man rausgeschmissen und man wird “Erebos” nie wieder spielen können… So gerät Nick in eine Zwickmühle, als es heißt, dass er einen Menschen umbringen soll…

Ich habe jetzt lange überlegt, ob ich meine Meinung zu dem Buch schreibe oder nicht – denn ich bin nicht begeistert. “Erebos” ist ein nette Jugendthriller, mehr aber auch nicht. Wobei “Thriller” sogar fast etwas übertrieben ist, denn erst im letzten Drittel kommt richtig Fahrt in die Geschichte, wie ich finde.

Nick ist ein 16jähriger Junge. Er spielt Basketball, trifft sich mit Freunden – eben ein normaler Teenager auf dem Weg zum Erwachsenen. Doch als er das Spiel “Erebos” in die Hände bekommt, ist er darauf so fixiert, dass er Schule, Familie und Freunde vernachlässigt. Auch die Aufgaben erfüllt er alle, bis eben auf die letzte, wofür er dann von dem Spiel rausgeschmissen wird. Jedoch finde ich es etwas seltsam, dass ein Jugendlicher, nichtmal hinterfragt, warum er die Aufgaben im wirklichen Leben ausführen soll. Klar, er weiß, was passiert wenn er es nicht macht, aber das er diese Taten einfach mal hinterfragt hat mir gefehlt, stattdessen hat er, wie anscheinend alle anderen auch, die Sache einfach so hingenommen.

Ein weiterer Punkt ist das Computerspiel. Ich habe mit Computerspielen nichts am Hut, damit kann ich nichts anfangen. Und genau deswegen war ich so skeptisch. Doch in jeder Rezension zu dem Buch habe ich gelesen, dass es nicht so wichtig ist, ob man sich dafür interessiert oder nicht, denn das Buch sei so spannend. Tja. Dem muss ich hiermit eindeutig widersprechen. Es hat mich gelangweilt. Ich fand es so langweilig wenn Nick als Sarius durch diese Spielwelt gelaufen ist, klar um die Aufträge zu erhalten, ok. Aber dann die ganzen Kämpfe und das Treffen und Unterhalten mit anderen Figuren im Spiel. Einfach nur langweilig und ich bin ehrlich, manche Sachen habe ich da auch einfach nur überlesen.
Ein weiterer Kritikpunkt befindet sich im Klappentext. “Fiktion und Realität verschwimmen auf irritierende Weise”. Ich weiß nicht, wer sich das ausgedacht hat, aber ich finde es übertrieben. In keinem Moment habe ich gedacht, dass Fikition und Realität verschwimmen, weder bei mir als Leser noch bei Nick als Spieler.
Auch die Spielsucht habe ich mir, durch die verschiedenen Rezensionen, wesentlich wichtiger vorgestellt, als es im Buch der Fall war. Nick hat zwar viele Stunden vor dem PC verbracht, aber war er deswegen süchtig? Nein, das Gefühl hatte ich nicht, spätestens als er rausgeschmissen wurde, hat sich diese Sucht nicht bestätigt. Ja, er wollte weiterspielen, er hat noch oft an das Spiel gedacht. Aber das macht doch keine Sucht aus. Angenommen einem wird das Buch, das man gerade liest weggenommen, dann denkt man als Leser doch auch automatisch an das Buch und wie es weitergehen mag, aber d.h. doch noch lange nicht, dass man auch süchtig danach ist. Auch denke ich, dass eine Sucht nicht von einem Tag auf den anderen kommt, auch wenn er stundenlang gespielt hat. Immerhin konnte er noch so klar denken, um seine Eltern immer eine Abfuhr zu erteilen.
Und was die anderen Figuren angeht sind sie eigentlich alle nur Nebenfigur, das Hauptaugenmerk liegt auf Nick, später noch auf Emily und Viktor. Wobei vorallem am Anfang haben mir die anderen Figuren gefehlt, besonders vom Familienleben von Nick bekommt man nicht sonderlich viel mit.

Nachdem zweidrittel des Buches geschafft sind, fängt dann der “richtige” Thriller an. Nick ist nicht mehr im Spiel und zusammen mit Emily und Viktor will er herausfinden, wer hinter “Erebos” steckt und was sein Ziel, seine Motivation ist.
Auch hat es mir sehr gut gefallen, dass später noch etwas auf den Begriff “Erebos” eingegangen wird und die mythische Bedeutung beleuchtet wird.
Die Sprache ist einfach und es lässt sich flüssig lesen. Es hat sich zwar keine richtige “Sogwirkung” eingestellt, aber dennoch wollte ich wissen, wie es weitergeht und vorallem war ich auf die Auflösung des Ganzen gespannt. Und im Nachhinein habe ich mir etwas komplexeres vorgestellt, was das Spiel “Erebos” betrifft, aber andererseits ist es ja auch “nur” ein Jugendthriller, von daher ist es so schon in Ordnung.
Auch wenn sich meine Meinung zu “Erebos” ziemlich negativ anhört, empfinde ich es nicht als ein schlechtes Buch. Es ist in Ordnung, durchschnittlich und während des Lesens hatte ich auch in keiner Minute das Verlangen, das Buch abzubrechen oder mich zu quälen.

Insgesamgt gesehen fällt “Erebos” von Ursula Poznanski für mich einfach in die Kategorie “Viel Tamtam um nichts”. Ein nettes Buch, das man lesen kann, aber man verpasst auch nicht viel, wenn man es nicht tut.

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REZENSION: Krystyna Kuhn – Das Spiel

Infos:
Titel der Originalausgabe: Das Spiel
Band innerhalb der Reihe: Das Tal Season 1.1
Genre: Jugendthriller
Übersetzung: -
Verlag: Arena
ISBN: 978-3-401-06472-7
Seiten: 299
Preis: 9,95

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Bei der umfangreichen Werbung im Internet konnte ich einfach nicht widerstehen…

Kurzbeschreibung des Verlags:

Eine hippe Einweihungsparty im Bootshaus: So feiern die Freshmen ihre Ankunft im Solomon-College. Doch dann beobachtet der stille Robert das Unfassbare: Ein Mädchen läuft in tiefer Nacht in den See. Sie wird von einem merkwürdigen Strudel erfasst und ertrinkt. Robert versucht zu helfen – doch er hat keine Chance. Am nächsten Morgen glaubt ihm niemand seine Geschichte, obwohl tatsächlich ein Mädchen spurlos verschwunden ist. Aber Angela kann nicht in den See gelaufen sein. Denn Angela sitzt seit ihrer Geburt im Rollstuhl.

Meine Rezension:

Tief in den kanadischen Bergen, abgeschieden von jeglicher Zivilisation, liegt das Grace College. Das College ist nicht nur eine Schule für hochintelligente Jugendliche, sondern beinhaltet auch einen See, Geschäfte, Ärzte, etc. Einfach alles, damit die Schüler nicht in die nächste Stadt fahren brauchen, die aber dennoch weiter weg ist.
Und in eben dieses College gehen ab sofort Julia und Robert Frost, Geschwister, die offenbar ein großes Geheimnis mit sich herumtragen. Während die neuen Schüler alle bereits da sind und sich eingelebt haben, kommen die Frost-Geschwister etwas später und haben daher auch ein paar Probleme sich in die Gesellschaft der anderen einzuleben.
Doch dann passieren die ersten großen Ereignisse. Die Neuankömmlinge erhalten eine Einladung für eine (illegale) Bootshaus-Party. Dort entdeckt Robert ein Mädchen mit blauen Haaren, das plötzlich ins Wasser springt und um sie zu retten, springt er hinterher. Doch niemand glaubt ihm, denn er ist der einzige, der sie gesehen hat und das einzige Mädchen, das im College verschwunden ist, ist ein Mädchen, das im Rollstuhl sitzt… Julia, Robert und ihre Zimmergenossen, Freunde, wollen diesen Dingen auf den Grund gehen…

Das Spiel” ist der erste Thriller, wenn auch für Jugendliche, den ich seit langem gelesen habe und ich wurde überraschenderweise nicht enttäuscht. Anfangs war ich schon sehr skeptisch, ob dieses Buch etwas für mich ist, aber die Neugier war einfach zu groß.
Von Anfang an erzeugt die Autorin Krystyna Kuhn Spannung, indem sie nicht viel über die Vergangenheit der Protagonisten erzählt. Als Leser merkt man sofort, dass an diesem Internat etwas nicht stimmen kann. Es ist wie eine winzige Stadt, alles was man zum Leben braucht, gibt es dort und somit bekommt man das Gefühl, dass sich hinter diesem College noch mehr befinden muss, wenn die Schüler nur ab und zu mal in die nächste Stadt fahren dürfen und sozusagen im Grace “festgehalten” werden.
Aber auch die anderen Schüler scheinen eine dunkle Vergangenheit zu haben, die sie niemanden erzählen. Besonders die Anspielungen auf Julia und Robert machen dies deutlich.
Zwar wurde bis zum Ende hin einiges aufgeklärt, aber dennoch merkt man, dass dies der Auftakt einer langen Reihe sein soll, sodass es noch viele offene Fragen gibt, die hoffentlich im Laufe der Zeit geklärt werden.
Durch die Geheimniskrämerei, die mich hin und wieder etwas nervte, blieben die Charaktere teilweise etwas oberflächlich und ich hätte es schön gefunden, wenn im Laufe des Buches schon etwas davon verraten worden wäre.

Ich habe “Das Spiel” in kurzer Zeit durchgelesen. Einmal angefangen konnte ich das Buch so schnell nicht mehr zur Seite legen, was aber bei knapp 300 Seiten nicht so schlimm ist.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen und für ein Jugendbuch empfand ich ihn als etwas anspruchsvoller als es bei manch anderen Jugendbüchern der Fall ist.

Das Cover zu “Das Spiel” finde ich sehr ansprechend. Es wirkt durch den grau/schwarzen Hintergrund sehr schlicht, doch der pinke Aufdruck sticht einem sofort ins Auge. Auch der Buchrücken wurde sehr schön bedruckt, sodass dieser im Buchregal sicherlich auffallen wird, vorallem wenn die nächsten Romane der Reihe daneben stehen und hoffentlich ähnlich gestaltet sind.

Mit “Das Spiel” ist Krystyna Kuhn ein sehr spannender Auftakt zu einer Jugendthrillerserie gelungen, die süchtig macht und ich jetzt schon ganz gespannt auf den nächsten Band warte!

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