Seiten: 229
ISBN: 3351027036
“Alle Zeit” ist der zweite Roman der Autorin Kathrin Gerlof. In diesem kurzem Roman schildert sie die Geschichte von etwa fünf verschiedenen Frauen. Da wären die an Alzheimer leidende Klara, die zusammen mit Aaron eine neue Liebe im Alter erfährt oder die junge Juli, die hochschwanger ist und Klara zwar an einem winterlichen Tag begegnet, aber nicht weiß, wer sie ist oder was sie eigentlich verbindet.
Zuerst scheint die Geschichte ziemlich durcheinander und merkwürdig, doch je weiter man liest, desto mehr Geheimnisse erschließen sich dem Leser und man erfährt, was in der Vergangenheit der Frauen vorgefallen ist und warum sich die Familienmitglieder immer mehr voneinander entfernten.
Allerdings muss ich aber auch sagen, dass ich ab und zu doch etwas durcheinander gekommen bin, mit den Frauen. Einzig Klara und auch Juli waren für mich klar abgrenzbare Figuren, die anderen jedoch nicht.
Besonders Klara hat mich fasziniert. Sie lebt in einem Heim und leidet unter Alzheimer – was sie auch selbst weiß und auch täglich bemerkt.
Durch die Erzählung der Vergangenheit der Frauen lässt die Autorin auch einen Teil der deutschen Geschichte miteinfließen. Einer Geschichte, die mir persönlich zwar bekannt ist, aber nicht so sehr, wie sie hier angerissen wird.
Sehr auffallend ist auch wie Kathrin Gerlof die Sprache einsetzt. Es gibt wenige Satzzeichen und viele Sätze wirken eher abgehakt. Und vorallem, was vermutlich viele stören könnte, gibt es im ganzen Buch keine Kennzeichnung von wörtlicher Rede, sodass man sich auch vorallem deswegen etwas Zeit mit dem Buch nehmen muss um nicht hinterher etwas zu überlesen.
Und vorallem wenn es um Klara ging, hatte sich der Schreibstil etwas verändert, was zwar zum Teil etwas merkwürdig klang, wenn es z.B. mitten im Satz nicht mehr weiter ging, aber dadurch die Krankheit von Klara sehr gut veranschaulichte.
Das Cover ist eher normal gehalten. Gewiss kein “Eyecatcher” oder besonders schön anzusehen, aber dennoch passend zum Buch. Wie ich finde, fängt es gut, die Atmosphäre des Buches ein. Es ist ruhig, erzählt von jung und alt und wirkt dennoch sehr kraftvoll.
“Alle Zeit” ist auf jeden Fall ein interessantes Buch, das zwar “nur” etwas mehr als 200 Seiten hat, aber dennoch keine leichte Kost ist, weder inhaltlich noch sprachlich. Doch wenn man sich die Zeit dafür nimmt, dann lohnt es sich auf alle Fälle.
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