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REZENSION: Lea Korte – Die Maurin

Infos:
Titel der Originalausgabe: Die Maurin
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Historischer Roman
Übersetzung: -
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3-426-50230-3
Seiten: 663
Preis: 9,95

Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?

Die vielen positiven Meinungen hierzu haben mich auf das Buch aufmerksam gemacht.

Kurzbeschreibung des Verlags:

Andalusien im 15. Jahrhundert:
Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe – Kämpfe, die auch das Leben der jungen Zahra nicht unberührt lassen. Als Hofdame und enge Vertraute Aischas, der Hauptfrau des Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel aus Intrigen und rücksichtslosen Machtkämpfen. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Kastilier Gonzalo – eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt …
Eine spannende historische Epoche und eine verbotene Liebe

Meine Rezension:

Zahra ist ein junges Mädchen, das mit ihrer Familie in Grenada des 15. Jahrhunderts lebt. Sie ist die Tochter eines Mauren und seiner zweiten Frau, einer zum Islam konvertierten Sklavin. Alleine von ihrer Herkunft her, musste Zahra früh lernen einzustecken und sich nicht alles gefallen zu lassen – was in ihrer Lage nicht unbedingt gut ist.
Zahra ist eine enge Vertraute von Aischa, der verstoßenen Frau von Emir Hassan, die in der Alhambra lebt. Durch sie erfährt Aischa was am Hofe vor sich geht und bringt sie mehr als einmal in brenzliche Situationen. Denn das Leben in Grenada ist keinesfalls gefahrlos. Zum einen soll Zahra mit einem Mann verheiratet werden, der nicht nur wesentlich älter als sie ist, sondern sie auch schlecht behandelt und zum anderen die momentane Situation des Reiches.
Die Mauren teilen sich das Land mit den Kastiliern, doch das geht schon seit langem nicht mehr gut. Es kommt zu vielen Überfällen auf beiden Seiten, sodass Emir Hassan beschließt, keine Tribute mehr an die Kastilier zu zahlen. Daraufhin kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen der Spanier und Mauren und am Ende kann nur ein Reich weiterhin bestehen…

Die Maurin” ist ein toller, historischer Schmöker. Auf mehr als 600 Seiten erzählt die Autorin Lea Korte das fiktive Leben von Zahra und dabei das historisch belegte Untergehen eines großen Reiches.
Anfangs hatte ich ein paar Probleme um in die Geschichte hineinzukommen. Spanien kenne ich nur als Urlaubsland, aber die Geschichte dahinter war mir gänzlich unbekannt, was ich leider gestehen muss. So ist es mir etwas schwer gefallen, mich in die Geschichte einzufinden. Allerdings hat mich das aber auch dazu angeregt, mehr über die Geschichte Spaniens aufzustöbern, sodass ich glücklicherweise nach etwa 150 Seiten das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte.
In einer schönen, angenehmen Sprache lässt die Autorin eine längst vergangene Zeit vor den Augen wiedererstehen und man ist gefesselt von den Ereignissen. Das Buch lässt sich flüssig lesen und trotz der vielen Seiten kommt kein Langeweile auf.
Besonders gut hat mir gefallen, dass man im Laufe des Buches Einblicke in beide Welten, der christlichen und der maurischen Welt bekommt und man beim Lesen merkt, dass nicht alle Christen die Mauren hassen und umgekehrt. Die Autorin hat sich, meiner Meinung nach, bemüht, eine neutrale Haltung zu den Religionen einzunehmen und keine besser als die andere darzustellen.
Das Thema Religion tritt hier auch vermehrt auf und vieles hat mich auch zum Nachdenken angeregt und leider musste ich auch Parallelen zu unserer heutigen Zeit entdecken. Denn wenn man ehrlich ist, hat man auch heute noch oft Bedenken, wenn man z.B. eine total verschleierte Frau sieht. Oder Paare, die unterschiedlichen Glaubensrichtungen angehören werden oftmals etwas kritischer beachtet – was hier auch in der Liebesbeziehung zwischen Zahra und einem Christen etwas thematisiert wird.

Es gibt eine Fülle von Personen, die wichtig sind und oft erwähnt werden, doch leider habe ich etwas gebraucht, bis ich die Wichtigsten im Kopf hatte und, sobald ich den Namen gelesen habe, sofort ihnen seine Funktion, etc. zuweisen konnte. Doch zum Glück gibt es gleich am Anfang eine Auflistung der wichtigsten Personen, das mir wirklich sehr geholfen hat, mich zurechtzufinden.

Die Hauptfigur ist, wie es auch der Titel sagt, Zahra. Zahra ist noch sehr jung und sie hat ihren eigenen Kopf – auch wenn das ihr eher ein Nachteil ist. Sie widersetzt sich ihrem Vater und macht andere gewagte Aktionen, die sich in ihrer Zeit vermutlich kaum jemand getraut hätte. Aber andererseits macht das auch die Geschichte aus, denn wer will schon einen 600 Seiten starken Roman lesen, der kaum Handlung besitzt? So konnte man stark mit Zahra mitfiebern und dank der Sympathien für sie, hoffen, dass ihr auch weiterhin nichts passiert.

Die Aufmachung des Buches ist dem Verlag sehr gelungen. Es gibt, wie bereits erwähnt, ein Personenverzeichnis, Stammbäume der Aragón-Kastiliens und der Emire der Nasriden von Grenada, ein Glossar und eine Zeittafel, in der die wichtigsten Daten zur Geschichte Spaniens von 711-1492 steht. Ganz toll!
Das einzige, was mir hier noch gefehlt hat, ist eine Karte um die Gebiete deutlicher vor Augen zu haben.

Die Maurin” ist nichtsdestotrotz ein wunderbarer, historischer Roman, der eigentlich alles beinhaltet, was eine historische Geschichte benötigt: Tolle Charaktere, mit denen man mitfiebern kann; eine spannende, sehr gut recherchierte historische Handlung; Krieg, Intrigen und natürlich eine Liebesgeschichte.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und die 660 Seiten sind, leider, wie im Flug vergangen.

(Seit kurzer Zeit gibt es auch einen Trailer zum Buch, den man sich hier ansehen kann. Viel Spaß!)

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Ich lese gerade…

Nachdem das erste halbe Jahr von 2010 bereits um ist, ist mir aufgefallen, dass ich historische Romane momentan sehr vernachlässigt habe :( Das werde ich aber nun ändern, in dem ich mich gleich auf “Die Maurin” von Lea Korte stürze. Ich freue mich schon sehr darauf!

Lea Korte – Die Maurin

Andalusien im 15. Jahrhundert:
Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe – Kämpfe, die auch das Leben der jungen Zahra nicht unberührt lassen. Als Hofdame und enge Vertraute Aischas, der Hauptfrau des Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel aus Intrigen und rücksichtslosen Machtkämpfen. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Kastilier Gonzalo – eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt…

1. Satz
Zahra wusste, dass sie um diese späte Stunde in ihrem Bett zu liegen und zu schlafen hatte, aber die Nacht war drückend heiß, die Luft in ihrem Zimmer schwül und stickig, und so schlich sie sich doch hinaus und huschte über die Treppe auf die Dachterrasse.

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Kleines Lebenszeichen

Mir kommt es Ewigkeiten vor, seitdem ich nichts mehr gebloggt habe! Aber in den letzten Tagen war leider einfach zu viel los *shrug* Erst die ganzen Proben für den Abiball, dann Samstag das letzte “Abigedöns” (Zeugnisausgabe + abends Ball) und dann war auch seit Samstag bist heute Nachmittag mein Freund da und wir haben dann meist das schöne, tolle Wetter draußen genossen…(jaa, ich LIEBE das heiße Wetter!!!)
Nuja, aber jetzt wird es wieder hier richtig losgehen! Die fehlenden Rezensionen wird es ab morgen hier geben, ebenso wie endlich mein Beitrag für den EU-Book Contest und meine Liste für die große Fantasychallenge, sowie die Monats- und Halbjahresstatistik! (Kaum zu glauben, nu ist der Juni auch schon rum!)

Aber anfangen werde ich dann jetzt mal mit den Büchern, die ich mir die letzten Tage so gekauft/ertauscht habe ;) (Und dann gehts duschen und natürlich noch Sleepy Hollow *liebe* zu Ende schauen)


Jörg Maurer – Föhnlage
Jenny Downham – Bevor ich sterbe (Hörbuch; hab ich von meinem Jokers-Geburtstagsgutschein gekauft)
Gerard Donovan – Winter in Maine (ertauscht; sogar als ein Leseexemplar-Taschenbuch!)
Carlos Ruiz Zafon – Der dunkle Wächter
Lea Korte – Die Maurin (Vielen Dank liebe Lea, für das Exemplar!)
Andreas Eschbach – Black Out (Vielen Dank an den Arena Verlag!)
Walter Moers – Ensel und Krete (mein “Frustkauf” von heute…)

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