Infos:
Titel der Originalausgabe: Erebos
Band innerhalb der Reihe: -
Genre: Jugendthriller
Übersetzung: -
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-6957-3
Seiten: 487
Preis: 14,90
Wie bin ich auf das Buch aufmerksam geworden?
Die vielen begeisterten Stimmen haben mich neugierig gemacht…
Kurzbeschreibung des Verlags:
In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Als Raubkopie geht es von Hand zu Hand und wer es spielt, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Spielregeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und – wer gegen die Spielregeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten. Merkwürdig ist aber, dass die Aufgaben, die Erebos stellt, nicht in der Welt von Erebos, sondern in der Wirklichkeit ausgeführt werden müssen. Die Fiktion des Spiels und die Realität verschwimmen auf irritierende Weise.
Auch Nick ist süchtig nach Erebos, bis das Spiel ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen. Natürlich führt er diesen Auftrag nicht aus und wird prompt vom Spiel ausgeschlossen. Als auch noch sein bester Freund Jamie schwer verunglückt, begreift Nick: Erebos ist weitaus mehr als nur ein harmloses Computerspiel!
Meine Rezension:
An Nicks Schule geht seit Tagen ein geheimnisvolles Päckchen um. Jeder, der es hat ist begeistert davon und sieht mächtig übernächtigt aus, oft fehlen viele Schüler im Unterricht. Aber es darf niemand etwas darüber erzählen und dementsprechend ist Nick sehr neugierig. Doch dann wird ihm auch endlich dieses Päckchen übergeben, nachdem er sich bereit erklären musste, die Regeln einzuhalten.
Zuhause angekommen packt er es sofort aus und hält ein PC-Spiel mit dem Namen “Erebos” in der Hand. Er installiert es auf seinem PC und fängt an zu spielen.
“Erebos” gibt den Spielern u.a. Anweisungen, die sie ausführen müssen um ein höheres Level zu erreichen, doch das besondere hier ist, dass sie diese Aufträge im realen Leben durchführen müssen, z.B. Leute beobachten, Fotos machen oder Sprüche an Wände sprayen. Das Spiel bekommt alles mit und sollte man einen Auftrag nicht erfüllen, wird man rausgeschmissen und man wird “Erebos” nie wieder spielen können… So gerät Nick in eine Zwickmühle, als es heißt, dass er einen Menschen umbringen soll…
Ich habe jetzt lange überlegt, ob ich meine Meinung zu dem Buch schreibe oder nicht – denn ich bin nicht begeistert. “Erebos” ist ein nette Jugendthriller, mehr aber auch nicht. Wobei “Thriller” sogar fast etwas übertrieben ist, denn erst im letzten Drittel kommt richtig Fahrt in die Geschichte, wie ich finde.
Nick ist ein 16jähriger Junge. Er spielt Basketball, trifft sich mit Freunden – eben ein normaler Teenager auf dem Weg zum Erwachsenen. Doch als er das Spiel “Erebos” in die Hände bekommt, ist er darauf so fixiert, dass er Schule, Familie und Freunde vernachlässigt. Auch die Aufgaben erfüllt er alle, bis eben auf die letzte, wofür er dann von dem Spiel rausgeschmissen wird. Jedoch finde ich es etwas seltsam, dass ein Jugendlicher, nichtmal hinterfragt, warum er die Aufgaben im wirklichen Leben ausführen soll. Klar, er weiß, was passiert wenn er es nicht macht, aber das er diese Taten einfach mal hinterfragt hat mir gefehlt, stattdessen hat er, wie anscheinend alle anderen auch, die Sache einfach so hingenommen.
Ein weiterer Punkt ist das Computerspiel. Ich habe mit Computerspielen nichts am Hut, damit kann ich nichts anfangen. Und genau deswegen war ich so skeptisch. Doch in jeder Rezension zu dem Buch habe ich gelesen, dass es nicht so wichtig ist, ob man sich dafür interessiert oder nicht, denn das Buch sei so spannend. Tja. Dem muss ich hiermit eindeutig widersprechen. Es hat mich gelangweilt. Ich fand es so langweilig wenn Nick als Sarius durch diese Spielwelt gelaufen ist, klar um die Aufträge zu erhalten, ok. Aber dann die ganzen Kämpfe und das Treffen und Unterhalten mit anderen Figuren im Spiel. Einfach nur langweilig und ich bin ehrlich, manche Sachen habe ich da auch einfach nur überlesen.
Ein weiterer Kritikpunkt befindet sich im Klappentext. “Fiktion und Realität verschwimmen auf irritierende Weise”. Ich weiß nicht, wer sich das ausgedacht hat, aber ich finde es übertrieben. In keinem Moment habe ich gedacht, dass Fikition und Realität verschwimmen, weder bei mir als Leser noch bei Nick als Spieler.
Auch die Spielsucht habe ich mir, durch die verschiedenen Rezensionen, wesentlich wichtiger vorgestellt, als es im Buch der Fall war. Nick hat zwar viele Stunden vor dem PC verbracht, aber war er deswegen süchtig? Nein, das Gefühl hatte ich nicht, spätestens als er rausgeschmissen wurde, hat sich diese Sucht nicht bestätigt. Ja, er wollte weiterspielen, er hat noch oft an das Spiel gedacht. Aber das macht doch keine Sucht aus. Angenommen einem wird das Buch, das man gerade liest weggenommen, dann denkt man als Leser doch auch automatisch an das Buch und wie es weitergehen mag, aber d.h. doch noch lange nicht, dass man auch süchtig danach ist. Auch denke ich, dass eine Sucht nicht von einem Tag auf den anderen kommt, auch wenn er stundenlang gespielt hat. Immerhin konnte er noch so klar denken, um seine Eltern immer eine Abfuhr zu erteilen.
Und was die anderen Figuren angeht sind sie eigentlich alle nur Nebenfigur, das Hauptaugenmerk liegt auf Nick, später noch auf Emily und Viktor. Wobei vorallem am Anfang haben mir die anderen Figuren gefehlt, besonders vom Familienleben von Nick bekommt man nicht sonderlich viel mit.
Nachdem zweidrittel des Buches geschafft sind, fängt dann der “richtige” Thriller an. Nick ist nicht mehr im Spiel und zusammen mit Emily und Viktor will er herausfinden, wer hinter “Erebos” steckt und was sein Ziel, seine Motivation ist.
Auch hat es mir sehr gut gefallen, dass später noch etwas auf den Begriff “Erebos” eingegangen wird und die mythische Bedeutung beleuchtet wird.
Die Sprache ist einfach und es lässt sich flüssig lesen. Es hat sich zwar keine richtige “Sogwirkung” eingestellt, aber dennoch wollte ich wissen, wie es weitergeht und vorallem war ich auf die Auflösung des Ganzen gespannt. Und im Nachhinein habe ich mir etwas komplexeres vorgestellt, was das Spiel “Erebos” betrifft, aber andererseits ist es ja auch “nur” ein Jugendthriller, von daher ist es so schon in Ordnung.
Auch wenn sich meine Meinung zu “Erebos” ziemlich negativ anhört, empfinde ich es nicht als ein schlechtes Buch. Es ist in Ordnung, durchschnittlich und während des Lesens hatte ich auch in keiner Minute das Verlangen, das Buch abzubrechen oder mich zu quälen.
Insgesamgt gesehen fällt “Erebos” von Ursula Poznanski für mich einfach in die Kategorie “Viel Tamtam um nichts”. Ein nettes Buch, das man lesen kann, aber man verpasst auch nicht viel, wenn man es nicht tut.
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und ein einziges PS2 Spiel Hello Kitty *gg* )

